Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Projektsteckbrief

Projektsteckbrief Deutsches Rotes Kreuz e.V. Kreisverband Lünen

Wir sind dann mal online ...


Schlagworte: Bildung, Digitalisierung/Digitale Bildung, Freiwilliges Engagement, Offener Treff, Selbstbestimmtes Leben im Alter, Teilhabe

Demografietyp: 8 Stark alternde Kommunen


Siedlungstyp: Städtischer Raum


Tablet, Smartphone und mobiles Internet für Senioren


Projektbeschreibung

Unter dem Motto „Wir sind dann mal online“ startet im DRK-Mehrgenerationenhaus Lünen ein neues Angebot für die Generation 60+. Der Schwerpunkt der Reihe liegt auf der Heranführung der älteren Generation an digitale Medien. Ob mit keiner oder geringer Lernerfahrung: Im Mehrgenerationenhaus Lünen lernen Senioren in kleinen Gruppen den Umgang mit einem Tablet oder einem Smartphone kennen. Die Kursleiterin erklärt die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten der Geräte und geht individuell auf die Interessen und die Lernziele der einzelnen Teilnehmer ein. Damit das, was im Kurs erlernt wurde, sich verfestigt, bietet das Mehrgenerationenhaus in regelmäßigen Abständen ein „Internet-Café“ an, einen lockeren Treffpunkt für die Kursteilnehmer. Unterstützt von unseren Internetpaten kann dort in entspannter Atmosphäre das weltweite Computernetz gemeinsam entdeckt werden. Jede Frage darf und soll gestellt werden! Der Kurs findet im wöchentlichen Turnus statt. Die Kursdauer beträgt 1,5 Stunden, unterbrochen von einer ca. 15-minütigen Pause. Teilnehmern, die weder über ein Smartphone oder Tablet verfügen, stellen wir für die Dauer des Kurses ein mobiles Endgerät zur Verfügung.


Bildergalerie


Einbindung der Querschnittziele

In Abstimmung mit dem Seniorenbeirat der Stadt Lünen und einzelnen Quartiersverantwortlichen wurde ein an die Bedürfnisse von älteren Menschen angepasstes, modular aufgebautes Kursangebot konzipiert, welches sowohl den Aspekt der Wissensvermittlung berücksichtigt als auch die soziale Komponente wie den Aufbau eines (zum Teil digitalen) Netzwerkes (auch zwischen den Generationen). Durch den konzentrischen Ansatz und das Schaffen eines nicht formellen Lernortes wie das Internetcafé, werden einzelne Themenbereiche immer wieder aktiviert und in mehrere überschaubare Teilbereiche zerlegt. Homogene Lerngruppen arbeiten in angstfreier Atmosphäre mit jungen Internetpaten zusammen, die den Senioren helfen, das Gelernte stetig anzuwenden. Aus dem Kreis unserer Praktikanten fanden sich schnell interessierte Schülerinnen und Schüler, die Spaß an der Arbeit mit der älteren Generation fanden.


Wirkung

Wir haben rund 20 rund um zufriedene Teilnehmer (Mitte 50 - Ende 80 Jahre alt) im Kurs. Neben der reinen (technischen) Wissensvermittlung arbeiten die TN mit den Internetpaten mittlerweile auch an inhaltlichen Themen, die über das Internet recherchiert werden (z.B., die Auseinandersetzung mit dem Thema "Schule - damals und heute"). Immer mehr Senioren wagen sich aufgrund der guten Erfahrungen der Teilnehmer mit dem Kurs und der überaus positiven Berichterstattung in den Zeitungen an das Thema mobiles Internet heran. Eigentlich alle Teilnehmer berichten, dass sie jetzt auch soziale Medien nutzen und sich darüber verabreden. Selbst eine "Quartiersgruppe hat sich gebildet, über die gemeinsame Aktivitäten o. Fahrgemeinschaften geplant werden. Die Nachfrage an den Kursen wächst. Ab April werden weitere Kurse starten. Auch die benachbarten Schulen signalisierten, dass sie sich an dem intergenerationellen Projekt zur digitalen Wissensvermittlung für Senioren beteiligen möchten.


Erfahrungsbericht

Ganz wichtig ist die sehr eingehende Befragung und Beratung der Teilnehmer im Vorfeld des Kurses. Durch das genaue Abfragen der Vorkenntnisse konnten wir homogene Gruppen einrichten. Dass kein Teilnehmer den anderen Teilnehmer mit seinem Wissen überragt, ist bei der Heranführung älterer Menschen an digitale Medien besonders wichtig. Viele von ihnen kamen mit negativer Lernerfahrung zu uns, die dazu geführt hat, dass sie begonnene Kurse, die die alters- und wissensheterogen zusammengesetzt waren, wieder abgebrochen haben. In unseren Kursen sind sie schließlich "unter sich", die Dozentin und die jungen Internetpaten sind nur für sie da und gehen gezielt auf die Fragen und Bedürfnisse der älteren Generation ein. Ist die Scheu erst einmal überwunden und stellen sich erste Erfolge ein, rückt der Nutzen der digitalen Medien in den Vordergrund und die anfängliche Scheu weicht der Freude bei dem Bedienen des Gerätes: Skypen mit der Enkelin in Australien, das Verabreden mit Bekannten aus dem Kurs über die WhatsApp-Gruppe, dem eigenen Sohn einen Tipp zur Datensicherheit im Netz geben, oder sich einfach digital an die Medikamenteneinnahme erinnern lassen. Plötzlich wird all das möglich, weil die Angst vor dem Bedienen der digitalen Medien in den Hintergrund tritt. Neue Möglichkeiten an gesellschaftlicher Teilhabe bieten sich den Teilnehmern. Wichtig bei der Durchführung eines solchen Projektes sind Dozenten, die über Erfahrungen im Bereich Bildung für Ältere verfügen u. kleine Gruppen.

Kontaktdaten

Deutsches Rotes Kreuz e.V. Kreisverband Lünen

mgh@drk-luenen.de

http://www.drk-luenen.de


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