Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Projektsteckbrief

Projektsteckbrief Mehrgenerationenhaus Frechen/Rhein-Erft-Kreis „Oase“

Wohnberatung


Schlagworte: Beratung und Unterstützung von Familien, Freiwilliges Engagement, Selbstbestimmtes Leben im Alter, Vereinbarkeit Beruf und Pflege

Demografietyp: 6 Stabile Mittelstädte


Siedlungstyp: Städtischer Raum


Senioren wollen nicht ins Heim sondern in ihrer eigenen Wohnung bleiben. Den betreuenden Angehörigen fällt die Versorgung immer schwerer.


Projektbeschreibung

In der Vergangenheit war das Erreichen der Rente eigentlich der "Anfang vom Ende" des Leben, die Senioren fügten sich der Fürsorge der Angehörigen oft in sehr beengten Wohnverhältnissen oder in Altersheimen mit oft regider Heim- und Tagesordnung. Durch den demographischen Wandel bedingt ist heute das Erreichen der Rente aber eher der Beginn einer noch sehr aktiven Lebensphase. Um in der angestammten Wohnung auch im fortschreitenden Alter sicher und bequem leben und wohnen zu können, müssen häufiger Veränderungen, kleine Umbauten oder auch nur Andersstellung des vorhandenen Mobiliars vorgenommen werden. Barrierearmut bzw. Barrierefreiheit ist ebenso wichtig wie der freie Zugang zu allen Räumen, Balkonen und Terrassen. Die Sicherheit von Treppen und Kellerzugängen sind ebenso von Belang wie die Neukonstruktion des Badezimmers inkl. WC. Die Anbringung von Rampen ist ein weiterer wichtiger Teil der Wohnberatung. Dies ist allerdings auch oft mit Kosten verbunden, die für die einzelne Person kaum selber aufzubringen sind. Die Bestimmungen der Sozialgesetzbücher zeigen dahingehnd ebenso Wege auf wie die Kredite z.B. der KfW. Die technische wie auch finanzielle Begleitung der Ratsuchenden auch im weiteren Prozess gehört ebenso zur Aufgabe der Wohnberatung.


Einbindung der Querschnittziele

Versorgung und Betreuung von Senioren oder Hochbetagten ist oft eine bis in die 3. Generation hinein reichende Aufgabe der betreuenden Angehörigen. Eine rationell eingerichtete Wohnung mit Beseitigung möglichst aller Hindernisse und Stolperfallen erleichtert den pflegenden Angehörigen die Sorge um die Seniorin bzw. den Senior. Dies gilt auch bei Versorgung durch nichtverwandtes "Betreuungspersonal". Zu dieser Arbeit sind Ehrenamtler des MGH bei der Landesarbeitsgemeinschaft Wohnberatung NRW in Dortmund in allen Seminaren ausgebildet worden und so in der Lage, fachkompetent zu beraten. Durch enge Zusammenarbeit mit dem "Amt für Familien, Generationen und Soziales" und den Seniorenbeauftragten der 10 kreisangehörigen Städte wird - neben der eigenen Werbearbeit - auf dieses im Rhein-Erft-Kreis einzige Angebot hingewiesen.


Wirkung

Da es sich um individuelle Beratung handelt und das Angebot sich erst einmal "rund sprechen" musste ist der "Erfolg" bzw. die Wirkung dieses Angebotes noch schwer zu beurteilen. Bei den Betroffenen - und das waren sicherlich bald an die 80 Beratungen und Informationen - kann man von einem überwiegenden Beratungserfolg zu sprechen (Vereinzelt gab es die Bemerkung "das weiß ich doch längst"). Das Angebot hat auf die Fraktionen im Kreistag in so weit deutliche Wirkung gezeigt, als das der Rhein-Erft-Kreis 2019 einen weiteren - nun allerdings hauptamtlichen - Wohnraumberater einstellt und bezahlt. Ob dessen Beratung allerdings für die Ratsuchenden auch kostenfrei sein wird, muss noch im Sozialausschuss und im Kreistag abschließend geraten und entschieden werden.


Erfahrungsbericht

Es hat sich in der Praxis herausgestellt, dass häufig eine grundsätzliche Beratung über die Möglichkeiten der Wohnraumverbesserung nicht gewünscht ist. Vielfach wissen die Ratsuchenden schon sehr genau, welche Veränderungen in ihrer Wohnung vorgenommen werden sollen. Das Angebot könnte wirksamer sein, wenn eine Beratung für die gesamte Wohnung inkl. Außenanlagen erfolgen würde. So fürchten wir, dass immer noch Mängel im Wohnraum bleiben. Die Praxis hat in verschiedenen Fällen - besonders bei technisch schwierigen und/oder finanziell aufwändigen Umbauvorhaben - gezeigt, dass allein schon die Belehrung durch unsere "Fachleute" hilft z.B. gefährliche Treppen - zumindest vorläufig - nicht zu benutzen.

Kontaktdaten

Mehrgenerationenhaus Frechen/Rhein-Erft-Kreis „Oase“

mgh-frechen@t-online.de

www.mgh-frechen.de


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