Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Projektsteckbrief

Projektsteckbrief Familienhaus der Christuskirche – Haus der Generationen

Kulturtafel Kulturcafé (Projektleitung Melanie Dullinger)


Schlagworte: Einsamkeit, Freiwilliges Engagement, Freizeitgestaltung, Inklusion, Integration von Menschen mit Migrations- und Fluchtgeschichte, Kinderbetreuung, Offener Treff, Selbstbestimmtes Leben im Alter, Teilhabe

Demografietyp: 6 Stabile Mittelstädte


Siedlungstyp: Ländlicher Raum


Das Projekt bietet kulturelle Teilhabe für alle, zudem die Möglichkeit, sich selber künstlerlisch auf einer kleinen Bühne auszuprobieren.


Projektbeschreibung

Das Familienhaus der Christuskirche liegt im Bereich der Sozialen Stadt Straubing Süd. Hier leben Menschen aller Nationen, Generationen und sozialen Schichten. Sehr viele von ihnen müssen jeden Euro zweimal umdrehen. An den Besuch von Theater oder Konzerten ist für sie nicht mal zu denken. Aber der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Deshalb vermittelt die Kulturtafel im Familienhaus der Christuskirche kostenlose Eintrittskarten für Veranstaltungen im Raum Straubing an Menschen, die den Mitarbeitern der Kulturtafel bzw. einem Sozialpartner ihr geringes Einkommen nachgewiesen haben. Das Prinzip funktioniert wie bei den Tafeln für Lebensmittel, nur dass es hier nicht um Essen, sondern um gesellschaftliche Teilhabe geht. Zudem gibt es einmal im Monat die Möglichkeit, vor Ort Kultur im Begegnungscafé des Mehrgenerationenhauses zu erleben bzw. sich dort selbst auf eine kleine Bühne zu trauen. Vor ca. einem Jahr wurde das Angebot um einen Essensausweis ausgeweitet, den man als registrierter Kulturgast erhalten kann. Hier werden vom Preis des täglichen Mittagstisches, der unter der Woche angeboten wird, noch zwei Euro abgezogen. Bei allen drei Angeboten ist das Ziel, keine Exklusivveranstaltung anzubieten, sondern allen Menschen zu ermöglichen, am Angebot des Stadtviertels bzw. der ganzen Stadt teilzunehmen. Die Arbeit ist nur in Zusammenarbeit mit weiteren Sozialpartnern, die als Multiplikatoren (z.B. durch Vermittlung von Gästen bzw. Gruppenangeboten) fungieren, möglich.


Bildergalerie


Einbindung der Querschnittziele

In Kulturtafel, Kulturcafé und im Begegnungscafé arbeiten zwei Hauptamtliche, die hauptsächlich für die Koordination zuständig sind, und 30 bis 40 Ehrenamtliche, die z.B. über das Freiwilligenzentrum, die eigene interkulturelle Begegnungsstätte, aber auch aus dem direkten Sozialraum gewonnen werden. Die Aufgaben umfassen den Betrieb des Cafes die direkte Ansprache der Besucher. An den Veranstaltungstagen des Kulturcafés muss zudem die Räumlichkeit so gestaltet werden, dass ein Bühnenprogramm möglich ist. Ein Ehrenamtlicher ist für die Technik zuständig. Bei der Vermittlung von Eintrittskarten für die Kulturtafel hilft ein Ehrenamtlicher bei der Verteilung der Eintrittskarten. Die konzeptionelle Abstimmung in den direkten Sozialraum erfolgt über die Zusammenarbeit mit dem Quartiersmanagement der Stadt Straubing. Für die Beschaffung der Eintrittskarten wird mit Straubinger Kulturveranstaltern und dem Kulturamt der Stadt Straubing zusammengearbeitet. Nutzer werden unter anderem durch die Zusammenarbeit mit derzeit 36 Sozialen Einrichtungen gewonnen. Aber auch über das hauseigene Begegnungscafé und das Quartiersmanagement werden direkt aus dem Sozialraum Nutzer gewonnen. Viel Wert wird auf ein vielfältiges Angebot gelegt. So können sich neben der Teilhabe an den angebotenen Veranstaltungen alle Zielgruppen beispielsweise auch bei dem Besuch einer Musikschule oder einer Theatergruppe, die sich aus den Ehrenamtlichen des Cafés gebildet hat, einfinden.


Wirkung

Durch die Arbeit der Kulturtafel und des Kulturcafés werden alle Nationen, Generationen und soziale Schichten angesprochen. Die Tafel hat seit ihrer Gründung im Mai 2016 einen Stand von 225 registrierten Nutzern, 36 Sozialpartnern, die auch ganze Gruppen zu Veranstaltungen schicken, und ca. 10 Kulturpartnern erreicht. So konnten 2520 Eintrittskarten an Menschen mit geringem Einkommen vermittelt werden. Wünschenswert ist hier, dass noch mehr Nutzer bei der Kulturtafel registriert werden können, und das Projekt über Jahre weitergeführt werden kann. Daneben konnten im eigenen Haus 35 Veranstaltungen des Kulturcafés mit einem durchschnittlichen Besuch von 45 Gästen durchgeführt werden. Auch hier ist die Resonanz gut. Das Projekt wurde von Anfang an sehr wohlgesonnen aufgenommen und durch die örtliche Presse und die Stadt Straubing unterstützt. Zukünftig soll es auch eine Zusammenarbeit mit dem Integrationsbeauftragten der Stadt geben.


Erfahrungsbericht

Die bei der Kulturtafel registrierten Gäste mit geringem Einkommen sind begeisterte Kulturbesucher. Es ist aber immer wieder kulturpädagogische Arbeit nötig, um Menschen dort hin zu führen. Manche haben zunächst das Gefühl, dort nicht hinzugehören. Ohne Sozialpartner würden wir uns schwer tun, geeignete Gäste zu finden. Mit den Auftretenden im Café haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht. Ihre fehlende Gage wird durch die vielfach beschriebene nette Atmosphäre ausgeglichen. Wir haben keine Probleme, Kulturschaffende für unser Café zu finden.

Kontaktdaten

Familienhaus der Christuskirche – Haus der Generationen

pfarramt@christuskirche-straubing.de

http://www.christuskirche-straubing.de/das-familienhaus-der-christuskirche-haus-der-generationen


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