Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Kein Ersatz, sondern Ergänzung: Das Virtuelle Mehrgenerationenhaus

Wie kann man Generationenzusammenhalt und Nachbarschaftshilfe in der Kommune digital stärken? Das war die Ausgangsfrage für das 2016 gestartete Modellprojekt „Virtuelles Mehrgenerationenhaus“ der Kampagne Onlinerland Saar. Die Kampagne läuft seit 2005 und wird vom MedienNetzwerk SaarLorLux e.V. und der Landesmedienanstalt Saarland durchgeführt. Ein wichtiges Anliegen des Projekts ist es, vor allem jene Personengruppen digital zu bilden und zu vernetzen, deren Digitalkompetenz eher eingeschränkt ist.

 

Die Virtuellen Mehrgenerationenhäuser schaffen Begegnungsräume für verschiedene Generationen im Netz und fördern dabei Digitalkompetenzen. Derzeit gibt es sie in zehn Modellkommunen mit jeweils 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Für 2019 sind vier weitere „Häuser“ geplant. Die Teilnehmenden erhalten Tablets, mit denen sie in Kontakt mit den anderen Teilnehmenden kommen. Um sich mit dem Gerät vertraut zu machen, werden zu Beginn drei Einstiegskurse, das sogenannte „Kaffee-Kuchen-Tablet“ angeboten. Expertinnen und Experten der Landesmedienanstalt erklären die Möglichkeiten des mobilen Internets, weisen auf Gefahren hin und helfen mit praktischen Beispielen in die Welt der Apps einzusteigen. Als Grundlage für ein virtuelles Kommunikationsnetzwerk veranstaltet jedes Virtuelle Mehrgenerationenhaus zudem regelmäßige „Tablet-Kränzchen“, bei denen die Teilnehmenden die Gelegenheit haben, sich untereinander auszutauschen, Fragen an die Expertinnen und Experten zu stellen und sich neues Wissen zu bestimmten Aspekten anzueignen. 

 

Die Gemeinde Heusweiler feierte Mitte August 2018 die Eröffnung ihres Virtuellen Mehrgenerationenhauses. Seither trafen sich in den Räumlichkeiten des Rathauses die 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bereits zu den drei Einführungskursen und zu zwei „Tablet-Kränzchen“. Der jüngste Teilnehmer ist 17 Jahre alt, der älteste über 80 Jahre. Marion Voigt-Hürstel von der Gemeinde Heusweiler und Ansprechpartnerin des Virtuellen Mehrgenerationenhauses zeigt sich als große Befürworterin des Projekts: „Das virtuelle Mehrgenerationenhaus erfährt unglaublich positive Resonanz bei uns. Eine tolle Möglichkeit, Seniorinnen und Senioren, die keine Familie haben zu integrieren und Jung und Alt zusammenzubringen!“. Abseits der monatlichen Tablet-Kränzchen können die Teilnehmenden über die Tablets digital kommunizieren – zum Beispiel, welche Gruppenaktivitäten im Rahmen der Kränzchen zukünftig umgesetzt werden sollen. Mitte November sollen mit dem Tablet Ausflüge geplant sowie den Teilnehmenden die Office-Programme nähergebracht werden. Zum Jahresende hin wird dann der geplante Ausflug unternommen und auch das Prinzip von „Hotspots“ steht auf dem Plan. Bei erfolgreicher und regelmäßiger Teilnahme über den Projektzeitraum hinweg geht danach das Tablet in das Eigentum der Teilnehmerin oder des Teilnehmers über. So können die Kommunikationsnetzwerke auch über die Laufzeit des Projekts hinaus bestehen bleiben.