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Ein Tag im Mehrgenerationenhaus Paderborn

Bei 860 Engagierten ist immer etwas los. Kommen Sie mit nach Paderborn in das Mehrgenerationenhaus „AWO Leo“, dessen Angebote weit in die Stadt hineinwirken.

Wie schafft es ein Mehrgenerationenhaus, 860 Ehrenamtliche für sich zu gewinnen? Quartiersmanager Tobias Stochl, der sie koordiniert, hat darauf eine einfache Antwort: „Indem man sich Zeit nimmt und dranbleibt.“ Doch noch etwas fällt auf beim Mehrgenerationenhaus „AWO Leo“: Seine Angebote wirken weit in die Stadt hinein. Sie stehen allen offen und richten sich an Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen, zum Beispiel an jene, die nach einer schweren Erkrankung neuen Mut schöpfen wollen, oder Menschen, die nicht gern allein essen, die nachhaltige Kleidung kaufen möchten oder Pläne für das Quartier schmieden wollen: Es ist ein Haus für alle!

Erfahren Sie in dieser Bildstrecke, was die Menschen an einem Mittwoch im Mehrgenerationenhaus erleben können.

Eine ältere Dame sitzt hinter einem Empfangstresen

09:00 Uhr – Hereinspaziert!

Wer ins Mehrgenerationenhaus „AWO Leo“ in Paderborn kommt, wird von Ehrenamtlichen begrüßt. Sie helfen den Besuchenden weiter bei Fragen zu den Kursen, zu Tagesfahrten oder zum Quartier und sind immer für einen Plausch zu haben. Über 800 Menschen engagieren sich hier ehrenamtlich in den verschiedensten Bereichen – von der Vorlese-Patenschaft über das Sprachcafé bis hin zur Lebensmittelausgabe der Tafel.

Drei Kinder spielen an einem Tisch

09:30 Uhr – Krabbelgruppe

Einmal in der Woche trifft sich die Krabbelgruppe. Während die Kleinen sich im Bällebad vergnügen, über den Spielteppich flitzen oder in der Kinderküche etwas zaubern, werden sie von einer ausgebildeten Erzieherin umsorgt. Für die Eltern eine tolle Gelegenheit, sich entspannt kennenzulernen und auszutauschen.

Drei Senioren und zwei Seniorinnen sitzen an einem Tisch

10:00 Uhr – Englisch für Fortgeschrittene

Der Englischkurs im Mehrgenerationenhaus ist eine echte Institution – viele Teilnehmende sind schon seit Jahren dabei. Hier werden Alltags- und Urlaubssituationen und Spannendes aus Sport und Politik besprochen. Im Mittelpunkt des Kurses steht „Conversation and having fun“. Anschließend trifft sich die Gruppe gerne zum gemeinsamen Frühstück im Bistro.

Zwei Seniorinnen sitzen am gedeckten Mittagstisch

12:00 Uhr – Beim Mittagstisch Kontakte pflegen

Zeit fürs Mittagessen! An vier Tagen in der Woche können Menschen aus der Nachbarschaft im Mehrgenerationenhaus täglich wechselnde Mittagsgerichte genießen. Hier entstehen spontane Begegnungen und die Menschen aus dem Quartier lernen sich kennen. Gekocht wird saisonal und regional – im Wechsel mit Spezialitäten aus anderen Kulturen.

Ein Mann und eine Frau stehen vor vielen gepackten Tafel-Tüten

13:00 Uhr – Ausgabe der Tafel-Tüten

Einmal in der Woche wird das Mehrgenerationenhaus zur Ausgabestelle der Tafel. Hier verteilen die Ehrenamtlichen vorab gepackte Tüten mit Lebensmitteln an Menschen, die Unterstützung brauchen. Durch den Kontakt bei der Ausgabe entstehen über die Zeit wertvolle zwischenmenschliche Verbindungen. Oft erfahren die Ehrenamtlichen als erstes von den Problemen und Sorgen der Menschen.

Sechs Frauen und ein Mann sitzen auf Stühlen um einen Tisch

13:30 Uhr – Mit dem Sprachcafé den Alltag meistern

Wie erkläre ich der Ärztin oder dem Arzt meine Beschwerden? Wie sage ich, wie viel Uhr ist es, wenn mich jemand danach fragt? Wie frage ich im Supermarkt nach einem Produkt, das ich nicht finden kann? Die richtigen Worte für Alltagssituationen wie diese lernen Menschen mit Migrations- und Fluchterfahrung an zwei Tagen die Woche im Sprachcafé. Es wird komplett von Ehrenamtlichen betreut, die viel Wert auf eine angenehme Atmosphäre legen.

14:00 Uhr – Sprechstunde der Sozialraumberatung

Wer Unterstützung im Alltag braucht, einen Sportkurs oder ein Kulturangebot sucht, oder wem etwas auf der Seele brennt, ist bei ihr richtig: Jeden Mittwoch berät Verena Webb ältere Personen, Menschen mit Behinderung und deren Angehörige. Doch die Beratung ist nicht das einzige Unterstützungsangebot im Mehrgenerationenhaus. Auch bei Anträgen und Behördengängen, Fragen zum Mietrecht oder zu Finanzen finden Menschen dank der vielen Ehrenamtlichen unbürokratisch Rat und Hilfe.

Acht ältere Damen sitzen an einem Tisch

14:30 Uhr – Gestärkt gegen den Krebs

Eine Krebserkrankung zählt für viele Menschen zu den schwersten Erfahrungen. Sie zu überstehen, kostet viel Kraft. In der Selbsthilfegruppe Krebs können Betroffene neuen Mut schöpfen, sich austauschen und gegenseitig bestärken. Dazu treffen sich die Gruppenmitglieder alle zwei Wochen bei Kaffee und Kuchen im Mehrgenerationenhaus.

Zwei Frauen in einem Geschäft umgeben von Kleidung

16:00 Uhr – Einkaufen im Charity-Shop

Unter dem Motto „Schönes finden, Gutes tun“ hat im Jahr 2021 der Charity-Shop im Mehrgenerationenhaus eröffnet. Hier finden Sachspenden der Paderborner Bürgerinnen und Bürger ein neues Zuhause. Die Einnahmen fließen komplett in die Projekte des Mehrgenerationenhauses und des Quartiersmanagements. Unterstützt durch eine Schar Ehrenamtlicher öffnet der Shop an fünf Tagen die Woche.

Eine große Gruppe Menschen sitzt auf Stühlen und schaut auf eine Leinwand

18:00 Uhr – Pläne für das Quartier schmieden

Hier kommt die Nachbarschaft zusammen, lernt sich kennen und plant gemeinsame Projekte für das Quartier. Die Treffen der Quartiersgruppen Südstadttreff und der AG Vision Südstadt finden einmal im Monat an wechselnden Wochentagen im Mehrgenerationenhaus statt. So wurden schon Flohmärkte, Spaziergänge, Ausflüge und ein Filmprojekt über die Südstadt in die Tat umgesetzt.

Menschen auf einem Straßenfest

19:00 Uhr – Matjes essen bei Libori

Einmal im Jahr herrscht Ausnahmezustand in Paderborn. Die gesamte Stadt begeht ein Fest, dessen Wurzeln bis in das Jahr 836 zurückgehen: Libori. Es ist eines der größten und ältesten Volksfeste in Deutschland. Auch das Mehrgenerationenhaus feiert mit, stellt ein Zelt mit Bühne, auf der regionale Bands auftreten und ist mit einem Bistro vertreten. Am Mittwoch beim Nordseeabend werden traditionell Matjes und Kartoffelsalat gereicht. Und auch hier hält eine große Schar von Ehrenamtlichen alles zusammen.