Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Win-win: In Seesen arbeitet das Mehrgenerationenhaus erfolgreich mit dem Jobcenter zusammen

Durch die gute Zusammenarbeit mit dem Jobcenter Goslar hat das Mehrgenerationenhaus Seesen bereits viele Freiwillige für sich gewinnen können und bietet ein Weiterbildungsprogramm für Arbeitssuchende an. Bald soll eine offizielle Kooperationsvereinbarung folgen.

Drei Personen vor dem Jobcenter in Seesen.

© Mehrgenerationenhaus Seesen/Frank Schmidt

Durch die gute Zusammenarbeit mit dem Jobcenter Goslar hat das Mehrgenerationenhaus Seesen bereits viele Freiwillige für sich gewinnen können und bietet ein Weiterbildungsprogramm für Arbeitssuchende an. Bald soll eine offizielle Kooperationsvereinbarung folgen.

In Seesen arbeitet das Mehrgenerationenhaus bereits seit zehn Jahren intensiv mit dem regionalen Jobcenter in Goslar zusammen: Das Jobcenter vermittelt von Langzeitarbeitslosigkeit Betroffene und Mütter, die in den Beruf zurückkehren möchten für ehrenamtliche Tätigkeiten an das Mehrgenerationenhaus. Für viele ist das freiwillige Engagement ein erster Schritt zurück in die Arbeitswelt. Das Mehrgenerationenhaus hilft bei der Jobsuche und unterstützt mit Weiterbildungsangeboten, die das Jobcenter mitfinanziert und -konzipiert. „Wir stehen in regem Austausch und erhalten tatkräftige Unterstützung beim Ausbau unserer Angebote. Insgesamt hat das Jobcenter Goslar uns bereits einige Engagierte im Alter von 22 bis 50 Jahren vermittelt, die immer ein Gewinn für uns waren“, sagt Frank Schmidt, der im Mehrgenerationenhaus für die Zusammenarbeit mit dem Jobcenter zuständig ist.

Fuß fassen in der Arbeitswelt dank Weiterbildung

Ein wesentlicher Schwerpunkt der Zusammenarbeit liegt auf dem Thema Weiterbildung. Das Haus bietet immer wieder Kurse in Kooperation mit dem Jobcenter an, in denen Arbeitssuchende Impulse zur beruflichen Orientierung erhalten, ihre Kompetenzen kennenlernen oder den eigenen beruflichen Wiedereinstieg planen können. In den ein- bis dreimonatigen Kursen stehen Fragen im Zentrum wie: Wo liegen meine Stärken? Was gehört zum Beispiel zu den Aufgaben einer Pflegeassistenz? Bin ich für den Beruf geeignet? Welche Fähigkeiten – wie Verlässlichkeit, aufgeschlossenes Auftreten, Interesse am Umgang mit älteren Menschen – muss ich mitbringen?

Neben den Angeboten zur beruflichen Orientierung oder Neuausrichtung können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch ihr Wissen in bereits erlernten Berufen auffrischen. So gab es in Seesen beispielsweise einen Kurs speziell für Mütter und Berufsrückkehrerinnen, der in enger Zusammenarbeit mit dem Jobcenter konzipiert wurde. Dank einer Kooperation mit der Caritas in Goslar hatten zehn alleinerziehende Mütter sechs Monate lang die Möglichkeit, sich weiterzubilden und über Praktika Kontakte in die Arbeitswelt zu knüpfen. Etwa der Hälfte der Mütter ist es im Anschluss an das Projekt gelungen, wieder Fuß in der Arbeitswelt zu fassen.

Individueller Zugang und zugeschnittene Angebote

Sascha Rewitz, Teamleitung des Jobcenters Seesen beschreibt die Zusammenarbeit so: „Das Mehrgenerationenhaus bietet uns die Möglichkeit, gezielt auf Einzelpersonen oder kleinere Gruppen zuzugehen und diese zu begleiten, da hier individuell mit jeder Teilnehmerin und jedem Teilnehmer ein auf sie oder ihn zugeschnittenes Angebot ausgearbeitet wird. Wir profitieren von kurzen Wegen und schätzen die Ansprechpartner des Mehrgenerationenhauses als verlässlichen Partner.“

Seit 2017 besteht im Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus eine neu aufgelegte Kooperationsvereinbarung zwischen dem Bundesfamilienministerium und der Bundesagentur für Arbeit. Das gemeinsame Ziel der Vereinbarung ist die Arbeitsmarkt(re)integration von Kundinnen und Kunden des JobCenters sowie der Besucherinnen und Besucher der Mehrgenerationenhäuser. Das ist oft ein Gewinn für beide Seiten: Die Jobcenter erhöhen durch den niedrigschwelligen Zugang ihren Wirkungsradius und die Mehrgenerationenhäuser erhalten Unterstützung zum Beispiel in Form von Fördermitteln, Seminaren, Referentinnen und Referenten. Die offizielle Kooperationsvereinbarung zwischen dem Bundesprogramm Mehrgenerationenhäuser und der Bundesagentur für Arbeit finden Sie hier.

Der Kooperation einen verbindlichen Rahmen geben

Laut einer Umfrage kooperieren bereits 80 Prozent aller Mehrgenerationenhäuser mit der lokalen Arbeitsverwaltung, den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern. Neben individuellen Absprachen und Verträgen haben die Häuser die Möglichkeit, eine eigene Kooperationsvereinbarung zu schließen. Das bietet die Chance, der Kooperation einen verbindlichen Rahmen zu geben.

Auch in Seesen soll die gute Zusammenarbeit mit dem Jobcenter vor Ort bald in Form einer Kooperationsvereinbarung „offiziell gemacht werden“.