Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Gerade jetzt für Sie da – Teil 2

Die Mehrgenerationenhäuser unterstützten in den letzten Wochen mit alternativen Angeboten die Menschen vor Ort, auch wenn die Türen für den Publikumsverkehr geschlossen waren. Nun können langsam einzelne Angebote wieder stattfinden und die Türen öffnen sich mit entsprechenden Abstands- und Hygieneregeln langsam wieder. Im zweiten Teil unserer Serie stellen wir die Angebote aus den Mehrgenerationenhäusern Hoppegarten, Seesen und Arnsberg vor.

Comiczeichnung mit dem titel "Immun im Cartoon"

Bild: Cartoon von Niklas Mathis aus dem Mehrgenerationenhaus Hoppegarten

Verschiedne Materialien auf einem Tisch

Bild: Mehrgenerationenhaus Seesen

Kartoffel und Lauch mit Augen neben einem Kochtopf

Karl Toffel und Lola Lauch, Bild: Video-Still Mehrgenerationenhaus Arnsberg

Die Mehrgenerationenhäuser unterstützten in den letzten Wochen mit alternativen Angeboten die Menschen vor Ort, auch wenn die Türen für den Publikumsverkehr geschlossen waren. Nun können langsam einzelne Angebote wieder stattfinden und die Türen öffnen sich mit entsprechenden Abstands- und Hygieneregeln langsam wieder. Im zweiten Teil unserer Serie stellen wir die Angebote aus den Mehrgenerationenhäusern Hoppegarten, Seesen und Arnsberg vor.

Mehrgenerationenhaus Hoppegarten

Kunst und Kultur kommen schon im normalen Alltag leider oft zu kurz, die Corona-Krise traf den kreativen Sektor besonders hart. Theater, Museen, Konzertsäle und Clubs gehörten zu den ersten Einrichtungen, die schließen mussten – und noch ist unklar, wann sie wieder in vollem Umfang öffnen können. Gerade in diesen schwierigen Zeiten war es dem Mehrgenerationenhaus Hoppegarten wichtig, einen Raum für kreative künstlerische Entfaltung zu schaffen.

In Kooperation mit dem Fachbereich Kunst der Lenné Grund- und Oberschule der Gemeinde Hoppegarten wurde gemeinschaftlich zu einem Kunstwettbewerb aufgerufen. Die Schülerinnen und Schüler gestalteten Comics. Frei nach dem Motto „Immun im Cartoon" entstanden viele kreative Cartoons, welche den Alltag und die Gedanken der Kinder und Jugendlichen während der Pandemie widerspiegeln. „Wir wollten die Jugendlichen auch während dieser schwierigen Zeit mit etwas Positivem, etwas Kreativem beschäftigen“ so Claudia Kirschenbaum, die das brandenburgische Mehrgenerationenhaus an der Grenze zu Berlin seit 2017 leitet.

Mitmachen konnten jedoch nicht nur Kinder und Jugendliche: Zeitgleich waren auch alle Erwachsenen aufgerufen, sich an dem Wettbewerb zu beteiligen. Im Rahmen der Aktion bestand keine Vorgabe hinsichtlich des Stils oder der Kunstform, so dass sich nach Herzenslust kreativ ausgetobt werden konnte. Entstanden ist ein generationenübergreifendes Kunstprojekt für ganz Hoppegarten. Claudia Kirschenbaum ist von der positiven Wirkung von Kunst in diesen schwierigen Zeiten überzeugt: „Wir wollten den Menschen die Möglichkeit geben, die Krise als kreativen Schaffensprozess zu nutzen.“

Wie groß der Bedarf war, zeigt die unerwartet hohe Zahl der Wettbewerbsbeiträge. Aufgrund der hohen Anzahl an eingesendeten Cartoons konnte das Mehrgenerationenhaus Hoppegarten in Kooperation mit der Gemeinde die örtliche Bibliothek als zweiten Ausstellungsort gewinnen. Trotz vergrößerter Ausstellungsfläche fällt es schwer, eine Auswahl für die Vernissage zu treffen, die – vorbehaltlich der aktuellen Pandemie-Situation – nach den Sommerferien stattfinden soll.

Das Mehrgenerationenhaus Hoppegarten ist bereits seit Mitte Mai wieder für einen eingeschränkten Publikumsverkehr geöffnet. Angebote wie die Rechtsberatung und Rentenberatung, bei denen es sich um Einzeltermine handelt, finden seitdem wieder im Normalbetrieb statt, andere Projekte wurden auf fünf Teilnehmende beschränkt, um den nötigen Abstand einhalten zu können. Seit dem 08.06. kann das Mehrgenerationenhaus Hoppegarten alle Angebote nahezu im Originalbetrieb wieder anbieten, unter Einhaltung der entsprechenden Hygiene- und Abstandsregelungen.

 

Mehrgenerationenhaus Seesen

„Wir wussten schon früh, dass da was auf uns zukommt und wir unser Haus für den persönlichen Kontakt schließen müssen“, erzählt die Koordinatorin des Mehrgenerationenhauses in Seesen, Marion Deerberg.

Das Haus beschloss, Altershilfen einzurichten und rief über die Sozialen Netzwerke junge Menschen dazu auf, Seniorinnen und Senioren bei verschiedenen Botengängen zu unterstützen. Das Projekt fruchtete und immer mehr Menschen meldeten sich freiwillig, um zu helfen. Marion Deerberg merkte aber schnell: „Die Seniorinnen und Senioren haben sich sehr über die Hilfen gefreut. Zusätzlich fehlte Ihnen aber der persönliche Kontakt – Vor allem der Kontakt zu Kindern, den sie normalerweise bei uns im Mehrgenerationenhaus haben.“ So überlegte die Koordinatorin sich kurzerhand ein Angebot, um die Generationen wieder zusammenzubringen.

Kinder können Bilder malen oder etwas basteln und den Seniorinnen und Senioren zuschicken. „Das Angebot funktionierte sofort super“, so Deerberg. „Die Seniorinnen und Senioren freuten sich sehr über die kleinen Bildchen. An einem Tag sind wir sogar bei den Leuten vorbeigefahren und die Kinder haben mit Fähnchen geschwungen und Sachen auf die Balkone geworfen.“

Das Mehrgenerationenhaus in Seesen hat bewiesen: Auch mit Abstand ist ein Miteinander möglich. Marion Deerberg denkt gerne an die Aktionen: „Wir erfahren in dieser schweren Zeit so viele neue Möglichkeiten und einen so starken, intensiven Zusammenhalt. Auch wenn wir nun langsam wieder in den Normalbetrieb zurückkommen, für die Seniorinnen und Senioren werden wir zunächst leider noch keine Angebote vor Ort ermöglichen können. Umso schöner, dass wir eine andere, neue Möglichkeit gefunden haben, mit den älteren Menschen in Kontakt zu bleiben.“

 

Mehrgenerationenhaus Arnsberg

„Als wir vor knapp vier Jahren mit unserem Haus gestartet sind, hatten wir schon die Idee, gemeinsam zu kochen. Schnell haben wir dann das Projekt die „Brutzelküche“ organisiert, wo jeden Tag um 12 Uhr gemeinsam gekocht und gegessen wird“, so die Koordinatorin des Mehrgenerationenhauses in Arnsberg, Christiane Linn.

Das Haus ist sehr zentral in der Stadt Arnsberg gelegen und deswegen eigentlich ein toller Treffpunkt für die Menschen in der Umgebung. Durch die Corona-Pandemie musste Christiane Linn auf neue Wege umsteigen: „Unser Haus legt großen Wert auf Austausch und Begegnung. Die „Brutzelküche“ ist das beste Beispiel dafür. Wir haben uns schnell dazu entschieden, zumindest das gemeinsame Essen entsprechend der Hygienevorschriften weiter fortzuführen.“

Die Koordinatorin kocht nun alleine und gibt das Essen durch ein Fenster an die Menschen aus. Sie erzählt begeistert: „Alle Portionen sind immer sofort weg und es ist eine großartige Möglichkeit, um mit den Menschen in Kontakt zu bleiben. Ich habe schon überlegt, ein Quasselfenster einzurichten, damit das menschliche Miteinander gerade nicht auf der Strecke bleibt.“

Das Mehrgenerationenhaus in Arnsberg ist dabei, langsam seine Räumlichkeiten wieder zu öffnen. Christiane Linn freut sich schon auf die Lockerungen: „Ich bin gerade dabei ein Hygienekonzept zu schreiben, um die ersten Gruppen wieder reinzulassen. Der direkte Kontakt fehlt uns allen doch schon sehr.“

Das Mehrgenerationenhaus hat ein Video über die „Brutzelküche“ erstellt. Mit dabei: Karl Toffel und Lola Lauch. Das Video finden Sie hier.