Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Weltvorlesetag: Lesen und Schreiben lernen

Heute ist Weltvorlesetag: Der Tag, an dem das gemeinsame Lesen gefeiert wird. Doch was, wenn Menschen gar nicht lesen können? Mehrgenerationenhäuser setzen sich dafür ein, dass mehr Menschen Zugang zum Lesen und Schreiben finden.

Zwei aufgeschlagene Bücher und ein Kugelschreiber liegen auf einer schwarzen Oberfläche, dahinter ein Bücherregal mit vielen Büchern.

Heute ist Weltvorlesetag: Der Tag, an dem das gemeinsame Lesen gefeiert wird. Doch was, wenn Menschen gar nicht lesen können? Mehrgenerationenhäuser setzen sich dafür ein, dass mehr Menschen Zugang zum Lesen und Schreiben finden.

Etwa 6,2 Millionen Menschen in Deutschland können nicht sicher lesen und schreiben. Rund 180 Mehrgenerationenhäuser in Deutschland setzen sich besonders dafür ein, dass Betroffene Zugang zum Lesen und Schreiben finden: Egal ob Filmvorführung, Workshop oder Lesecafé, die Häuser werben im Rahmen Ihrer Arbeit im Sonderschwerpunkt „Förderung der Lese-, Schreib- und Rechenkompetenz“ für einen offenen Umgang mit der Lese- oder Schreibschwäche und haben zahlreiche Angebote im Programm, die dem Thema die Schwere nehmen und auch noch Spaß machen.

Menschen die Scham nehmen

Das MGH Nordstemmen KOMM e.V. zum Beispiel bietet ein Lese-Café und eine Schreibwerkstatt für Erwachsene zwischen 18 und 60 Jahren an. Mit einem Riesen-Scrabble hatte das Haus zuvor Passanten auf dem Wochenmarkt auf das Angebot aufmerksam gemacht und erste Kontakte zu Interessierten beim gemeinsamen Wörterbilden geknüpft.

Auch das ALFA MOBIL ist immer wieder für die Häuser im Einsatz, wenn es um Aufklärung geht. Das Mehrgenerationenhaus in Fürth informierte mit dem ALFA MOBIL Bürgerinnen und Bürger in der Fußgängerzone und warb für das eigene Lesecafé. Auf Aufklärung setzt auch das Mehrgenerationenhaus Neuwied, das auf Infoveranstaltungen auf das Thema aufmerksam macht und betont, wie wichtig es ist, betroffenen Menschen die Scham für die eigene Lese- und Schreibschwäche zu nehmen. So zeuge es von enormer Stärke, dass die meisten trotz der Schwierigkeiten den Alltag gut meistern.

Die Mehrgenerationenhäuser in Gerolstein und Dessau-Roßlau haben einen praktischen Zugang zum Thema gewählt: Mit der tatkräftigen Unterstützung von Fachleuten der Stadtverwaltung und verschiedenen Beratungsstellen konnten die Besucherinnen und Besucher in Dessau-Roßlau an Sensibilisierungsworkshops teilnehmen und mehr über das Thema Lese- und Schreibschwäche erfahren. In Gerolstein wurden gleich drei Workshops an verschiedenen Tagen angeboten, wobei Digitales Lernen im Vordergrund stand.

Es ist nie zu spät, etwas Neues zu lernen

In Gotha und Berlin hat man einen besonderen Ansatz gefunden, sich dem Thema zu nähern: Das Mehrgenerationenhaus Gotha hat angehende Ergotherapeuten eingeladen, um von ihnen mehr über Funktionalen Analphabetismus zu lernen und besser auf Betroffene eingehen zu können. Das Mehrgenerationenhaus KREATIVHAUS Berlin-Mitte zeigte den Film „Trockenschwimmen“, in dem eine Gruppe von Seniorinnen und Senioren schwimmen lernt. Die Botschaft des Films: „Es ist nie zu spät, etwas Neues zu lernen“, passte gut zum Thema.  

In Kreuztal präsentierte das Mehrgenerationenhaus gemeinsam mit dem Stadtteilbüro die Ausstellung mit dem Titel „Lesen und Schreiben öffnet Welten“ in der Stadtbibliothek. Ziel der Ausstellung war es nicht nur, die breite Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren, sondern auch, Lernangebote in der umliegenden Region bekannter zu machen.

Die Aktionen der Mehrgenerationenhäuser zeigen, wie vielfältig das Thema ist und wie unterschiedlich die Zugänge sein können, doch eines haben alle gemeinsam: Sie wollen Menschen einen einfach Zugang zu Angeboten bieten und treten gegen Stigmatisierung an.

 

Bildnachweis: pixabay