Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Projekt SchanZe gewinnt Nachbarschaftspreis für Schleswig-Holstein

Das Projekt SchanZe verwandelt ein strukturschwaches Quartier in ein lebendiges Viertel und erhält dafür den Nachbarschaftspreis 2019. Ein Mehrgenerationenhaus ist auch an der Umsetzung beteiligt.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey mit den Preisträgern des Deutschen Nachbarschaftspreises 2019

Die Vereinsamung durchbrechen – das war die Idee der Bad Oldesloer hinter dem Projekt SchanZe. In dem Quartier rund um den Schanzenbarg waren seit den 60er Jahren nach und nach fast alle Treffpunkte verschwunden, sodass den Bewohnern der kleinen Stadt in Schleswig-Holstein die Möglichkeiten zum Austausch langsam ausgingen. 2012 versammelten sich das örtliche Mehrgenerationenhaus Oase, Vereine sowie Anwohnerinnen und Anwohner aus dem Viertel am runden Tisch, um der Situation ein Ende zu bereiten. Sie waren sich einig: Bad Oldesloe brauchte wieder eine aktive Nachbarschaft. Das Projekt „SchanZe – wohnen und leben in guter Nachbarschaft“ war geboren.

Und es hat sich gelohnt: Nach sieben Jahren wird das Projekt jetzt mit dem Landesnachbarschaftspreis 2019 ausgezeichnet. Damit zählt es nun zu den 16 besten Projekten des bundesweiten Wettbewerbs, der in diesem Jahr insgesamt 800 Einreichungen verzeichnete. Der Preis wird jährlich von der nebenan.de Stiftung für besonderes nachbarschaftliches Engagement verliehen.

Dass das Projekt SchanZe besonders ist, lässt sich auch an den wöchentlichen Angeboten ablesen. Jeden zweiten Montagnachmittag gibt es hier zum Beispiel ein Reparatur Café, bei dem man sich gegenseitig bei kleineren Reparaturen von defekten Geräten unter die Arme greift. Schön ist auch das Angebot „Kiek mol in“, eine Anlaufstelle für jedermann. Hier können sich Erwachsene über ihre Erfahrungen austauschen und gemeinsam an kleinen Aktionen wie zum Beispiel Basteltagen teilnehmen. Aber auch für junge Leute ist was dabei: Jede Woche treffen sich die „Kleinen Forscher“ zu einem Ausflug in die nähere Umgebung, zum gemeinsamen Kochen oder Basteln – ganz nebenbei wird viel über die Natur gelernt.

Mehrgenerationenhaus Oase ist im Projekt aktiv

Auch das Mehrgenerationenhaus Familienzentrum Oase ist fester Bestandteil des Projekts. Der Trägerverein Oase Oldesloer alternative soziale Einrichtung e.V. ist schon seit der Gründung des Projekts mit seinem Haus dabei und unterstützt die Anwohner bei diversen Belangen. An zwei Tagen die Woche bietet das Mehrgenerationenhaus beispielsweise eine Kinderbetreuung für Kinder unter drei Jahren an. Für die Älteren gibt es dafür ein reichhaltiges Gesundheitsangebot; mit Wellnessnachmittagen und Yoga ist hier für Entspannung gesorgt. Doch auch in schwierigen Situationen ist man hier füreinander da. So gibt es zum Beispiel auch eine Notfallbetreuung und eine „Erste Hilfe“ Beratung.

Die gemeinsame Arbeit und der starke Zusammenhalt der Bad Oldesloer hat sich ausgezahlt. Als bestes Projekt des Landes Schleswig-Holstein erhalten sie ein Preisgeld von 2.000 Euro. Damit soll die Gemeinschaftsleistung der beteiligten Vereine und ehrenamtlich Mitwirkenden gewürdigt werden. Diese schufen aus dem strukturschwachen Quartier ein lebendiges und integratives Viertel. „Es ist schön zu sehen, dass unsere Arbeit jetzt auch bundesweite Anerkennung findet“, sagt Kim Claussen, Koordinatorin der SchanZe anlässlich der Preisverleihung.

Die Landesjury Schleswig-Holstein begründete ihre Wahl für die SchanZe wie folgt: "Soziale und kulturelle Anregungen und gegenseitige Unterstützung und Hilfe in der Nachbarschaft in einem strukturschwachen Quartier sind im Projekt SchanZe nachhaltig verankert. Respekt vor dieser Gemeinschaftsleistung und den Ehrenamtlern. Ein Projekt, dass für viele ähnlich strukturierte Quartiere ein Vorbild sein kann. Ein echter Beitrag zum Gemeinwohl der Stadt”.

Foto: nebenan.de Stiftung/ Christian Klant