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Auf dem Weg zu guter Lebensqualität für alle

Unter dem Titel „Gleichwertige Lebensverhältnisse – Von der Theorie zur Praxis“ fand am 8. und 9. Juni 2021 der erste Fachtag im Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus. Miteinander – Füreinander statt.

Blick von oben auf Aufbau des Fachtags mit Moderator am Pult und zwei Personen an Schreibtischen mit Laptops

Gute Entwicklungschancen und faire Teilhabemöglichkeiten dürfen nicht vom Wohnort abhängen. Deswegen stand auch beim Fachtag im Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus. Miteinander – Füreinander die Frage im Fokus: Wie können Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Verwaltung kooperieren, um gleichwertige Lebensverhältnisse in allen Gebieten Deutschlands zu schaffen? 

Mehrgenerationenhäuser leisten einen wichtigen Beitrag, um den Zusammenhalt zwischen Generationen und Kulturen zu stärken und auch in strukturschwachen Regionen ein attraktives Wohn- und Lebensumfeld zu schaffen. In Fachvorträgen, Themenräumen sowie Gesprächsforen mit externen Expertinnen und Experten haben die Koordinatorinnen und Koordinatoren der Häuser ihr Wissen geteilt und gemeinsam neue Ideen entwickelt. Durch die zweitägige Veranstaltung führte Loring Sittler.

Zwei Tage im Austausch

Der erste Tag startete mit der Eröffnung des Fachtags durch Prof. Dr. Matthias von Schwanenflügel, Leiter der Abteilung 3 „Demografischer Wandel, Ältere Menschen, Wohlfahrtspflege“ im Bundesfamilienministerium. Im Anschluss näherten sich die Teilnehmenden dem Begriff „Gleichwertige Lebensverhältnisse“ und den damit verbundenen Herausforderungen und Chancen für die Mehrgenerationenhäuser an. Prof. Dr. Claudia Neu von den Universitäten Göttingen und Kassel stellte in ihrem Impulsvortrag „Gleichwertigkeit und Zusammenhalt“ beispielsweise fest, dass eine funktionierende (soziale) Infrastruktur vor Ort immer wichtiger wird, weil (Teil-)Räume ungleicher werden – und das obwohl sich alte und neue Bundesländer angleichen. Dem bürgerschaftlichen Engagement kommt hier eine zentrale Bedeutung zu.

Am zweiten Tag ging es konkret um die Zusammenarbeit zwischen Zivilgesellschaft, Kommunen und Wirtschaft und den Wert des freiwilligen Engagements bei der Schaffung einer guten Lebensqualität für alle Menschen. Prof. Dr. phil. Dr. h.c. Dipl.-Psych. Andreas Kruse von der Universität Heidelberg betonte in seinem Impulsvortrag, dass Beziehungen zwischen den unterschiedlichen Generationen ein riesiges Potenzial für die Gestaltung der Zukunft bergen. Um sich auch nach der Pandemie für diese Aufgabe gut aufzustellen und Engagierte zu gewinnen, brauchen die Mehrgenerationenhäuser Öffentlichkeit und die Unterstützung anderer Akteure. Auch Anna Kebschull, Landrätin des Landkreises Osnabrück, war im Gesprächsforum der Ansicht, dass wir ohne ehrenamtliches Engagement ein großes Problem hätten. Für die Organisation und Umsetzung braucht es Unterstützung, zum Beispiel Personal bei der Kommune, das die Fäden zusammenhält und alles koordiniert.  

Auf die Zusammenarbeit kommt es an

Als weitere Expertinnen und Experten nahmen Marcus Weise, Bürgermeister von Harzgerode in Sachsen-Anhalt, Veronika Cavallo und Johannes Hirsch, Vorstandsmitglieder der Bürgerstiftung Hayna, sowie Prof. Dipl.-Ing. Detlev Müller, CEO der IMM electronics GmbH, am Fachtag teil. Am Ende waren sie und die Vertreterinnen und Vertreter der Mehrgenerationenhäuser sich einig: Bessere Lebensverhältnisse und eine höhere Lebensqualität liegen im Interesse von Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Um das zu erreichen, müssen alle an einem Strang ziehen.

Das Format knüpfte unmittelbar an die Veranstaltungen „Demografie konkret“ an, die im Bundesprogramm 2017 – 2020 jährlich zum Schwerpunktthema „Gestaltung des demografischen Wandels“ stattgefunden haben. Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie haben sich die Teilnehmenden in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal im digitalen Raum zusammengefunden.