Logo Mehrgenerationenhaus - Startseite des Bundesprogramms Mehrgenerationenhäuser
Wie Mehrgenerationenhäuser Angebote umsetzen: Neues aus den Häusern

Passgenaue Beratung vor Ort: Innovationshäuser profitieren von wissenschaftlicher Begleitung

Wie wird aus einem Mehrgenerationenhaus eigentlich ein „Innovationshaus"? Wie funktioniert die Beratung durch die wissenschaftliche Begleitung? Und welche Vorteile hat ein Mehrgenerationenhaus, das zusätzlich auch noch Innovationshaus ist? Antworten auf diese Fragen geben die Einblicke aus den Mehrgenerationenhäusern Pattensen und Norden, die beide im Jahr 2012 Innovationshäuser zum Thema Freiwilliges Engagement waren.

Während der Laufzeit des Aktionsprogramms Mehrgenerationenhäuser (2012-2014) werden jährlich acht Mehrgenerationenhäuser zu einem bestimmten Innovationsthema durch die wissenschaftliche Begleitung im Programm beraten und unterstützt. 2013 lautet das Thema „Mehrgenerationenhäuser in Kooperation mit Stiftungen und Bürgerstiftungen". Jedes Mehrgenerationenhaus kann sich zu diesem Thema für 12 Monate als sogenanntes Innovationshaus bewerben. Aufbauend auf der laufenden Arbeit und auf Projektideen der Häuser im Innovationsfeld unterstützt die wissenschaftliche Begleitung in einem passgenauen Beratungsprozess die Umsetzung und Weiterentwicklung der Ansätze und Ideen des Hauses und die Kooperation und Vernetzung mit seinen Partnern vor Ort.

Wie aus dem Mehrgenerationenhaus Pattensen ein Innovationshaus wurde

Im April 2012 bewarb sich das Mehrgenerationenhaus Pattensen um einen von insgesamt acht Plätzen als Innovationshaus zum Thema Freiwilliges Engagement. Das Thema der Ausschreibung „Mehrgenerationenhäuser als Knotenpunkt lokaler Engagementinfrastruktur" passte gut zur Idee des Mehrgenerationenhauses, Freiwillig Engagierte und Engagement-Projekte über eine Freiwilligenbörse noch besser zusammenzubringen. Die Bewerbung war erfolgreich, aber die praktische Umsetzung erwies sich als schwierig. Die Resonanz in der Gemeinde Pattensen auf die Idee einer Freiwilligenbörse hielt sich in Grenzen. Daher wurde zusammen mit der wissenschaftlichen Begleitung, die jedem Innovationshaus beratend zur Seite steht, ein Workshop organisiert. Neben der Leitung des Mehrgenerationenhauses nahmen daran die Freiwilligenkoordinatorin des Mehrgenerationenhauses, ein Bundesfreiwilliger sowie ein Freiwillig Engagierter teil. Für die Stadt Pattensen waren die Gleichstellungsbeauftragte sowie eine Mitarbeiterin aus dem kommunalen Sozialdienst vor Ort.

„Mit dieser Maßnahme wollten wir zunächst einmal klären, wo wir stehen. Wir brauchten eine neue Strategie, einen veränderten Plan", erklärt Annette Köppel, die Leiterin des Mehrgenerationenhauses. Mit Erfolg: Die Workshop-Gespräche lieferten einen Überblick, wie das Mehrgenerationenhaus in der Kommune verankert ist und Ideen, wie die Öffentlichkeitsarbeit des Hauses verbessert werden kann. Am Ende stand ein Konzept, welche Schritte als nächstes zu gehen sind und wie die Einbindung der lokalen Vereine und Verbände gelingen kann, um das Projekt erfolgreich umzusetzen. Dabei profitierten die Pattenser von der Beratung durch die wissenschaftliche Begleitung: „Es war enorm hilfreich, dass jemand von außen einmal auf unser Projekt geschaut hat. Beim ganzen Entwicklungsprozess stand uns ein Berater der wissenschaftlichen Begleitung immer zur Verfügung", sagt Annette Köppel.

Unterstützung durch Prozessbegleitung und Beratung

Die wissenschaftliche Begleitung stand im vergangenen Jahr auch dem Mehrgenerationenhaus Norden zum Thema Freiwilliges Engagement mit Rat und Tat zur Seite. Durch den im Mehrgenerationenhaus zentral angeleiteten und koordinierten Aufbau von lokalen Freiwilligenbüros möchte das Haus sein Erfahrungswissen in der Aktivierung von Freiwillig Engagierten im Landkreis Aurich in die Breite tragen. Hierfür müssen Partner gewonnen und Kommunen überzeugt werden. „Zu Beginn des Projekts saßen wir mit unserer Beraterin einen Tag zusammen, diskutierten intensiv Ideen und Probleme, formulierten Fragen und Interessen", sagt Uwe Mittwollen, der Leiter des Mehrgenerationenhauses. „Die wissenschaftliche Begleitung war uns auch dabei behilflich, die kommunale Verwaltung von der Idee zu überzeugen. Eine Expertin von außerhalb öffnet manchmal schneller die Türen als ein Einheimischer".

Bereits seit einigen Jahren ist das Mehrgenerationenhaus Norden für den Landkreis Aurich eine zentrale Anlaufstelle für Freiwillig Engagierte und Interessierte. Nun hat es die Chance, sein Erfahrungswissen zu nutzen, um Menschen auch an anderen Orten zu erreichen und ihnen den Zugang zu Freiwilligem Engagement zu ermöglichen. Das Haus koordiniert den Aufbau von lokalen Freiwilligenbüros in zwei Gemeinden und weitere sind geplant. Auch in Pattensen wird die Idee einer Freiwilligenbörse immer besser angenommen. Dank der Impulse des Beraters wurden notwendige Prozesse angestoßen, beschleunigt und konkretisiert.

Über die Unterstützung der Mehrgenerationenhäuser hinaus zielt der Beratungsprozess durch die wissenschaftliche Begleitung auf einen Wissenstransfer. Zum Ende des Beratungsprozesses werden die Ergebnisse und Erfahrungen in einem Netzwerktreffen aller Innovationshäuser des Jahres 2012 reflektiert und im Anschluss daran auch den nicht teilnehmenden Häusern in geeigneter Form zur Verfügung gestellt. So können alle Mehrgenerationenhäuser von den Erkenntnissen und Handlungsansätzen der Innovationshäuser profitieren.