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Wie Mehrgenerationenhäuser Angebote umsetzen: Neues aus den Häusern

Nach dem Hochwasser: Mehrgenerationenhäuser sind Ausgangspunkte für Engagement und Hilfe

Helfen nach der Flut
© Helfen nach der Flut

Sie organisieren Aufräumeinsätze, betreuen evakuierte Personen, spenden Trost und versorgen Betroffene und Helfende mit Essen sowie Getränken: Bundesweit engagieren sich die Aktiven aus den Mehrgenerationenhäusern bei der Bewältigung der Folgen des Hochwassers. Sie zeigen damit einmal mehr, dass sich die Häuser in den letzten Jahren zu zentralen Anlaufstellen für passgenaue und unkomplizierte Hilfeleistungen vor Ort entwickelt haben. Sie können dabei auch auf die Unterstützung ihrer lokalen (Kooperations-)Partner bauen.

Das Mehrgenerationenhaus im sächsischen Grimma wurde selbst schwer vom Hochwasser getroffen. Etwa 1,40 Meter hoch stand das Wasser im Haus, wo sich sonst die Besucherinnen und Besucher zum ungezwungenen Austausch treffen oder die vielfältigen Beratungs- und Dienstleistungsangebote des Hauses nutzen. Trotz der Belastung mit dem eigenen Hochwasserschaden steht das Team des Mehrgenerationenhauses aber betroffenen Bürgerinnen und Bürgern sowie den Helferinnen und Helfern vor Ort mit Rat und Tat zur Seite. So wurde auf Initiative des Mehrgenerationenhauses beispielsweise in einer örtlichen Mehrzweckhalle ein Sachspendenlager eingerichtet, in dem Putzmittel und andere Alltagsgegenstände erhältlich sind. Außerdem bieten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Freiwillig Engagierten in enger Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung den Betroffenen Unterstützung beim Ausfüllen von Anträgen auf finanzielle und materielle Unterstützung. Mehr noch: Einige Angebote des Mehrgenerationenhauses werden sogar in provisorisch eingerichteten Räumlichkeiten fortgesetzt. Unter anderem dient eine Gartenlaube derzeit als provisorische Heimat für einen Kreativkurs.

Sachspendengutscheine für das Nötigste, Spielzeug für die Kleinen

Das Mehrgenerationenhaus Regenstauf in Bayern ist – zusammen mit einem langjährigen Partner der Drogeriekette „dm" – aktiv in die Hilfe bei der Bekämpfung der Flutschäden eingebunden: Die lokale dm-Filiale hat dem Haus Sachspendengutscheine zur Verfügung gestellt, um diese nun an bedürftige Besucherinnen und Besucher zu verteilen. Die Gutscheine können für Putzmittel oder andere Haushaltsartikel eingetauscht werden. Auch an die Kleinen ist gedacht: Für Kinder, die in der Flut ihre Spielsachen verloren haben, gibt es im Mehrgenerationenhaus die „Spiel- und Bildungskiste", in der sie Ersatz für beschädigtes Spielzeug finden können.

Von einer beeindruckenden Hilfsbereitschaft der Menschen vor Ort kann auch aus dem Mehrgenerationenhaus im baden-württembergischen Veringenstadt berichtet werden, das ebenfalls unter Wasser stand. Zahlreiche freiwillige Helferinnen und Helfer – zum Teil selbst betroffen – leisten hier einen wichtigen Beitrag um das Leben im Ort wieder in normale Bahnen zu bringen. Das Mehrgenerationenhaus kann derzeit seinen Betrieb in Räumlichkeiten der evangelischen Kirchengemeinde fortsetzen und fungiert dabei als Anlaufstelle für Unterstützungsleistungen für vom Hochwasser Betroffene. Hier wird evakuierten Bürgerinnen und Bürgern geholfen und es werden Notfallunterkünfte organisiert. Der Offene Treff in den Ersatzräumlichkeiten hat sich derweil zum Versorgungsstützpunkt für die Einsatzkräfte entwickelt.

Ein Ferienprogramm zur Entlastung betroffener Familien

Zahlreiche Mehrgenerationenhäuser in anderen Teilen Deutschlands haben Hilfsaktionen gestartet – ein deutliches Zeichen von Anteilnahme und Solidarität mit den betroffenen Mehrgenerationenhäusern. Die rheinland-pfälzischen Mehrgenerationenhäuser Wittlich und Saarburg etwa laden Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren mit Betreuerinnen und Betreuern aus den Flutgebieten ein, an den Ferienfreizeitprogrammen der Häuser in Saarburg und Wittlich teilzunehmen. So soll den Kindern eine unbeschwerte Ferienzeit ermöglicht und eine Entlastung für Familien in den Hochwassergebieten beziehungsweise Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffener Mehrgenerationenhäuser geschaffen werden.

Angesichts der schweren Schäden, die das Hochwasser in einigen Regionen verursacht hat, ist der Einsatz, der sich aus den Mehrgenerationenhäusern heraus entwickelt, von großer Bedeutung. Die Beispiele Grimma, Regenstauf, Veringenstadt sowie Wittlich und Saarburg stehen stellvertretend für das große Engagement in den Mehrgenerationenhäusern in Deutschland. Mit ihren flexiblen und vielseitigen Aktivitäten leisten die Häuser einen großen Beitrag, einige Folgen der Hochwasserschäden besser zu bewältigen.