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Wie Mehrgenerationenhäuser Angebote umsetzen: Neues aus den Häusern

Mit Engagement zurück in den Job

Beschäftigung fördern, Arbeitsmarktchancen verbessern und Menschen beim (Wieder-)Einstieg in das Berufsleben unterstützen: dies sind wesentliche Ziele der Mehrgenerationenhäuser im Aktionsprogramm II. In Kronach werden diese Anforderungen bereits in einer Kooperation zwischen Mehrgenerationenhaus und der örtlichen Agentur für Arbeit sowie dem Jobcenter in die Realität umgesetzt. Freiwillig Engagierte können sich hier fachlich qualifizieren und in sozialen Projekten einbringen – viele von ihnen finden dadurch einen Weg zurück ins Berufsleben.

Von links: Sabine Scherbel, Koordinatorin des Mehrgenerationenhauses Kronach, Oswald Marr und Roland Beierwaltes, Kreisvorsitzender bzw. -geschäftsführer vom Bayerischen Roten Kreuz sowie Brigitte Glos, Leiterin der Arbeitsagentur Coburg, freuen sich ü

Es gibt viele Gründe, in einem der 450 Mehrgenerationenhäuser in Deutschland vorbeizuschauen. Einer davon: Hier können die Wege ins Berufsleben geebnet werden. Das beweist das Mehrgenerationenhaus Kronach. „Wir bieten Interessierten die Möglichkeit, sich als Demenzhelferin oder Demenzhelfer ausbilden zu lassen und anschließend ehrenamtlich im Mehrgenerationenhaus mitzuarbeiten", sagt Sabine Scherbel, Koordinatorin des Hauses.

Insbesondere Menschen, die momentan nicht im Berufsleben stehen, ergreifen diese Chance. Im Rahmen eines 43-stündigen Kurses werden sie umfassend geschult. Auf dem Stundenplan stehen neben Erster Hilfe, ergotherapeutischer Methodik und Pflegefachkunde natürlich auch Kurseinheiten, die medizinisches und rechtliches Fachwissen zum Thema Demenz vermitteln.

So gerüstet geht es für die Engagierten in die Praxis. Ob Gruppennachmittag oder Einzelbetreuung, ob Hausbesuch oder Abholung durch den Fahrdienst des Mehrgenerationenhauses: An Demenz Erkrankte werden durch die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer kompetent betreut und pflegende Angehörige erhalten eine Atempause von dem oft belastenden Alltag.

Vom Ehrenamt in den Job – ein Katzensprung

Nicht nur an Demenz Erkrankte und ihre Familien profitieren von dem Angebot des Mehrgenerationenhauses. „Die Arbeit als Demenzbegleiter gibt unseren knapp 45 Freiwillig Engagierten viel Bestätigung und das gute Gefühl, gebraucht zu werden", sagt die Koordinatorin des Hauses. „Gerade für Menschen, die eine Zeit lang nicht im Berufsleben waren, ist es wichtig, wieder eine Aufgabe zu haben." Mehr noch: Viele der Freiwilligen finden durch ihr Engagement den Weg zurück in den Job. Das Konzept ist so erfolgreich, dass es das Mehrgenerationenhaus vor ungeahnte Herausforderungen stellt. „Wir stellen fest, dass Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, auf dem Arbeitsmarkt sehr begehrt sind. Meist sind unsere Kräfte nur kurze Zeit ehrenamtlich tätig, bevor sie eine bezahlte Stelle oder einen Ausbildungsplatz finden", sagt Sabine Scherbel.

Unter Dach und Fach: der Kooperationsvertrag mit der Bundesagentur für Arbeit

Um neue Freiwillige für das Haus zu gewinnen, setzen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Mehrgenerationenhauses mittlerweile auch auf die Hilfe der Agentur für Arbeit sowie des Jobcenters in Kronach. Ein im Juli unterzeichneter Kooperationsvertrag regelt die Zusammenarbeit. „Die Agentur für Arbeit und das Jobcenter informieren Interessierte über die Möglichkeiten, die sich ihnen hier im Mehrgenerationenhaus bieten, und sie vermitteln Freiwillig Engagierte an uns", sagt die Koordinatorin des Mehrgenerationenhauses. Zuvor wurde bereits auf Bundesebene die wechselseitige Unterstützung vertraglich besiegelt: Seit Januar 2011 sollen Mehrgenerationenhäuser verstärkt für die Kunden der Agentur für Arbeit und des Jobcenters als Orte der generationenübergreifenden Begegnung und des Freiwilligen Engagements bereitstehen. Dank seiner Partner darf auch das Mehrgenerationenhaus Kronach hoffen, dass ihm die Freiwillig Engagierten niemals ausgehen.