Kunst im Mehrgenerationenhaus Kassel
Bereits zum 13. Mal schauen Kunstinteressierte aus aller Welt auf die „documenta-Stadt" Kassel. Das international bekannte „Museum der 100 Tage" präsentiert seit 1955 alle fünf Jahre zeitgenössische Kunst in der hessischen Stadt. Noch bis zum 16. September 2012 kann man an vielen Orten der Stadt Bilder, Skulpturen und Installationen zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler bestaunen. Auch das Mehrgenerationenhaus Kassel beteiligt sich in diesem Jahr an der documenta. Neben einer eigenen kleinen Kunstausstellung bietet das Haus Übernachtungsmöglichkeiten an, die während der documenta in Kassel immer knapp sind.

Das Mehrgenerationenhaus Kassel ist gleichzeitig auch ein Seminar- und Tagungshaus und verfügt daher über ein eigenes Kontingent an Zimmern, die während der documenta Gästen aus aller Welt offen stehen. „Kunst und Kultur werden in unserem Mehrgenerationenhaus groß geschrieben. Da lag die Idee nahe, unsere Pensionszimmer an Gäste der documenta zu vermieten", erklärt Koordinatorin Dietlind Meyer. So begrüßte das Mehrgenerationenhaus kunstinteressierte Menschen aus den Niederlanden, der Schweiz, dem asiatischen Raum und aus Deutschland. Nicht alle wussten im Vorfeld um die Besonderheit ihrer Unterkunft.
„Einige Gäste waren durchaus überrascht, dass sie eine Übernachtung in einem Mehrgenerationenhaus gebucht hatten, aber die Resonanz war durchweg positiv", so Dietlind Meyer. Viele nutzten die Gelegenheit und lernten das generationenübergreifende Miteinander in einem Mehrgenerationenhaus kennen: Manche nahmen an den Mahlzeiten im Offenen Treff teil, tauschten sich in Gesprächen mit den Nutzerinnen und Nutzern des Hauses aus oder machten beim offenen Meditationsangebot mit. Auch die Bilder der laufenden Ausstellung der Hamburger Künstlerin Uta Krellenberg stießen bei den documenta-Gästen auf reges Interesse.
Vielfältige Kunst- und Kulturkooperationen
Das Mehrgenerationenhaus Kassel unterhält bereits seit vielen Jahren Kooperationen im Bereich Kunst und Kultur. „Derzeit schmücken sechs Metallbänder den Schornstein auf unserem Gelände", berichtet die Koordinatorin über ein Kunstprojekt von Architekturstudenten der Universität Kassel. Zudem veranstaltet das Haus in Zusammenarbeit mit einem Verlag immer wieder musikalische Abende für Menschen aller Generationen.
Das Mehrgenerationenhaus Kassel ist nur eines von vielen Häusern im Aktionsprogramm, das sich aktiv in lokale Großveranstaltungen einbringt. So beteiligte sich zum Beispiel das Mehrgenerationenhaus Koblenz (Rheinland-Pfalz) an der Bundesgartenschau 2011, das Mehrgenerationenhaus Illschwang (Bayern) präsentierte sich auf dem Ökumenischen Kirchentag 2010 in München und das Mehrgenerationenhaus Stuttgart war sogar im Deutschen Pavillon auf der Expo 2010 in Shanghai vertreten.
Mit der Präsenz bei überregionalen gesellschaftlichen Ereignissen und der aktiven Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen zeigen die Mehrgenerationenhäuser, wie vielfältig ihre Angebote und Dienstleistungen sind und machen erfolgreich Werbung für das Gesamtprogramm. Jung und Alt erfahren auf diese Weise, dass die bundesweit 450 Mehrgenerationenhäuser mittlerweile ein fester Bestandteil des öffentlichen Lebens geworden sind