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Wie Mehrgenerationenhäuser Angebote umsetzen: Neues aus den Häusern

Großes Kino im Mehrgenerationenhaus Hahnstätten

Im Mehrgenerationenhaus Hahnstätten heißt es für Menschen jeden Alters „Film ab!": Hier gibt es ein Kino, in dem eine Leinwand, digitale Vorführtechnik und 80 rote Sessel für besondere Filmerlebnisse sorgen. Sein Programm ist so vielfältig wie die jungen und älteren Kinobesucherinnen und Kinobesucher selbst – es laufen Klassiker wie Monty Python, aktuelle Hollywoodstreifen wie Life of Pi, aber auch viele unabhängige Filme. „Was bei der Berlinale prämiert wird, das wird auch bei uns gezeigt", berichtet Silke Löhr, die als Koordinatorin des Mehrgenerationenhauses Hahnstätten auch für die Programmgestaltung zuständig ist.

Das Mehrgenerationenhaus-Kino in Hahnstätten zieht durch ein buntes Programm Menschen aller Generationen an.

Nicht aus dem Programm wegzudenken sind die „Filmspecials". Veranstaltungen, die oft unter einem Schwerpunktthema des Aktionsprogramms stattfinden. Im Anschluss an die Filmvorführungen können sich die Zuschauerinnen und Zuschauer mit Filmschaffenden und Fachleuten austauschen, ihnen Fragen stellen und von persönlichen Erfahrungen berichten. Die Moderation übernimmt eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter des Mehrgenerationenhauses, oft auch Silke Löhr selbst. Diese themenorientierte Herangehensweise zahlt sich aus: „Die Besucherinnen und Besucher kommen, weil sie der Film interessiert. Ich nutze ihre Aufmerksamkeit, um sie für unsere Handlungsfelder und Anliegen zu sensibilisieren", erläutert Silke Löhr.

Ein Kernthema des Hauses ist der Austausch zwischen Menschen aus verschiedenen Kulturen. Im Sommer 2012 wurde der Film „Murat B." in Anwesenheit des iranisch-stämmigen Regisseurs Bijan Benjamin am „Tag der kulturellen Vielfalt" vorgeführt. Nach der Vorstellung entwickelte sich eine lebhafte Gesprächsrunde zwischen Bijan Benjamin und seinem Publikum über das Leben von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland. Großer Andrang herrschte auch bei Karin Kapers Film „Aber das Leben geht weiter". Die Themen des Films Vertreibung und Heimatlosigkeit fanden generationenübergreifend Resonanz. Viele ältere Menschen kamen zusammen mit ihren erwachsenen Kindern und nahmen die Vorführung zum Anlass, um ihre eigene Geschichte den Jüngeren zu erzählen.

Mehr als Zuschauen: Bei den „Filmspecials" wird aktiv diskutiert

In „Filmspecials" zum Umgang mit Demenz werden Spielfilme und Dokumentationen gezeigt. Der aktuelle Kinofilm „Vergiss mein nicht" von David Sieveking zeigt, wie Sieveking seine an Demenz erkrankte Mutter einige Monate begleitet und stellt so die Herausforderungen aber auch die positiven Seiten der Pflege von Familienangehörigen dar. Durch die Veranstaltung zu diesem Film am Welt-Alzheimertag 2013 soll, so Löhr, „Information mit Unterhaltung verknüpft werden". Auf der Veranstaltung werden neben einigen Betroffenen auch viele Familienangehörige sowie Expertinnen und Experten und zuständige Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger der Kommune anwesend sein. Dabei arbeitet das Mehrgenerationenhaus auch mit dem örtlichen Pflegestützpunkt zusammen. Personal aus der örtlichen Demenzpflegestelle wird bei der Diskussions- und Informationsrunde mit praktischen Ratschlägen und Fachwissen bereitstehen. So haben die „Filmspecials" im Mehrgenerationenhaus auch einen ganz konkreten regionalen Bezug. Im Rahmen dieses Filmabends wird auch auf die Hilfeleistungen des Mehrgenerationenhauses hingewiesen, die der Entlastung von pflegenden Angehörigen dienen.

Die Veranstaltungen sind nicht nur für Erwachsene – die jüngeren Generationen profitieren ebenfalls vom Mehrgenerationenhaus-Kino. Schulklassen aus Hahnstätten und Umgebung werden regelmäßig zu Vorführungen eingeladen, die zum aktuellen Lernstoff passen. Dann wird anhand eines Films etwa über den Klimawandel diskutiert oder über die Probleme gesprochen, denen Migrantinnen und Migranten in ihrer neuen Heimat begegnen.

Workshops für Nachwuchsfilmerinnen - und filmer

Für Kinder und Jugendliche, die mehr über das Filmemachen wissen möchten, bietet das Mehrgenerationenhaus Hahnstätten Filmworkshops an. Unter Anleitung einer Medienpädagogin lernen die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wie ein Film entsteht – von den ersten Entwürfen der Storyboards bis hin zum Schnitt. In kleinen Gruppen erstellen sie schließlich ihre eigenen Kurzfilme. „Worum es in den Filmen geht, wird den Jugendlichen selbst überlassen, damit die Kreativität möglichst stark gefördert wird", sagt Silke Löhr. Einige Nachwuchs-Regisseurinnen und -regisseure durften ihre Filme auch schon vor einem großen Publikum präsentieren. So hat das Mehrgenerationenhaus bereits einen Kurzfilmwettbewerb veranstaltet, bei dem die Besucherinnen und Besucher für ihren Lieblingsfilm stimmten.

Durch das Kino wird das Angebot des Hauses mit einem vielseitigen und anregenden Programm belebt. Es spielt eine stützende Rolle in der thematischen Arbeit des Hauses und lockt gleichzeitig Nutzerinnen und Nutzer an: „Unsere Besucherinnen und Besucher gehen ins Kino aber kommen auch ins Mehrgenerationenhaus" berichtet Silke Löhr.