Gelebte Vielfalt im Mehrgenerationenhaus Haßfurt
Einen farbenfrohen Tag erlebten Menschen aller Generationen mit und ohne Beeinträchtigung bei der Aktion „WIR – BUNT - GEMEINSAM" im Mehrgenerationenhaus Haßfurt. Die Besucherinnen und Besucher waren eingeladen, auf kreative Art und Weise Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu entdecken und so die manchmal noch vorhandenen Berührungsängste zu überwinden. Die Aktion zeigt, wie gesellschaftliche Teilhabe für ALLE Menschen ermöglicht werden kann.

„WIR – BUNT - GEMEINSAM" – der Titel des Aktionstages, am 20. Oktober 2013 im Mehrgenerationenhaus Haßfurt, war Programm: Mehr als 200 Besucherinnen und Besucher mit und ohne Beeinträchtigung griffen zu leuchtender Ölpastellkreide, um kleine Holztafeln fantasievoll zu bemalen und die Werke der anderen zu bestaunen. Die einzelnen Tafeln wurden schließlich zu einem großen Mosaik vereint, das nun symbolisch für den inklusiven Ansatz des Mehrgenerationenhauses steht. Mit Mal- und Mitmach-Aktionen wie dieser möchte das Mehrgenerationenhaus das Miteinander von Menschen mit und ohne Beeinträchtigung fördern und mögliche Hemmschwellen im gegenseitigen Umgang abbauen. „Wir wollten, dass auch Menschen mit Beeinträchtigung das Mehrgenerationenhaus als niedrigschwelligen Ort der generationenübergreifenden Begegnung kennenlernen und unsere Angebote auch in Zukunft wahrnehmen", erklärt Gudrun Greger, die Koordinatorin des Mehrgenerationenhauses.
Viele Partner, ein gemeinsames Ziel
Die Mal- und Mitmachaktion stellte das Mehrgenerationenhaus Haßfurt in Kooperation mit dem „Offenen Bereich" der Lebenshilfe Haßberge e.V., der Rummelsburger Diakonie, der Akademie Faber-Castell, dem Filmanimator und Motivator Michael Herold sowie der Ebelsbacher Künstlerin Hannelore Heider auf die Beine. Seit der Gründung vor fünf Jahren steht das Mehrgenerationenhaus für einen lebendigen Netzwerkgedanken in der Kommune. „Gemeinsam ist es uns gelungen, mit der Aktion eine zwanglose Atmosphäre der Wertschätzung und Anerkennung zu schaffen und interessierte Menschen öffentlichkeitswirksam für das Thema Inklusion zu sensibilisieren", erklärt die stellvertretende Koordinatorin des Mehrgenerationenhauses Haßfurt Simone Geruschke.
Ein gesellschaftliches Bewusstsein für neue Herausforderungen schaffen
Mit „WIR – BUNT - GEMEINSAM" knüpft das Mehrgenerationenhaus an seine bestehenden inklusiven Begegnungs- und Beratungsangebote an. So gibt es zum Beispiel einen integrativen Baby- und Kleinkindtreff. „Besonders Eltern, die Neugeborene mit einem Handicap haben, wünschen sich Einrichtungen für sich und ihre Kinder, in denen eine ungezwungene Teilhabe am öffentlichen Leben und der Kontakt zu anderen Familien möglich ist", erklärt Gudrun Greger. Darüber hinaus gibt es mit dem Kunstprojekt „Wir trauen uns, trau dich auch" seit vier Jahren ein festes Angebot, das es Menschen mit und ohne Beeinträchtigung ermöglicht, gemeinsam zu malen. „In diesem Kontext hat sich unsere bestehende Kooperation mit Faber-Castell bewährt. Das Unternehmen steht unseren neuen Ideen immer aufgeschlossen gegenüber", erzählt Simone Geruschke.
Ältere Menschen mit Beeinträchtigungen rücken in den Fokus
Ein Thema, welches für das Mehrgenerationenhaus an Bedeutung gewinnt, ist die zunehmende Vereinsamung älterer Menschen mit Beeinträchtigungen. „Mittlerweile haben wir Personen mit Handicap im Haus, die keine Angehörigen mehr haben oder deren Eltern über achtzig Jahre alt sind", schildert Gudrun Greger. Im Rahmen von generationenübergreifenden Begegnungsangeboten sind bereits Kontakte zwischen Menschen mit und ohne Handicap entstanden, von denen auch Partner des Mehrgenerationenhauses profitieren. „Ein 15-jähriger Schüler hat bei der Lebenshilfe Haßberge e.V. eine Patenschaft für einen Menschen mit Beeinträchtigung übernommen, der keine Angehörigen mehr hat", berichtet Gudrun Greger. Davon profitiert die gesamte Familie des Schülers. Dieses Praxisbeispiel soll Schule machen. Deshalb engagiert sich das Mehrgenerationenhaus gemeinsam mit seinen Kooperationspartnern am „Runden Tisch der Inklusion", ein regelmäßig tagendes Gremium, das das Potenzial inklusiven Handelns in der Region weiter fördern soll. Die Besucherinnen und Besucher der Aktion „WIR – BUNT – GEMEINSAM" haben den ersten Schritt bereits getan.