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Wie Mehrgenerationenhäuser Angebote umsetzen: Neues aus den Häusern

Ein zweiter Standort für mehr Generationenvielfalt

Um besser auf den Bedarf aller Kaltenkirchenerinnen und Kaltenkirchener eingehen zu können, eröffnete das örtliche Mehrgenerationenhaus im Oktober 2012 einen zweiten Standort. Durch ein gemeinsames Programm mit einer Vielzahl generationenübergreifender Aktivitäten sorgen die beiden Einrichtungen jetzt für ein erweitertes Angebot vor Ort.

Mehr Raum für ein generationenübergreifendes Miteinander: Das Mehrgenerationenhaus Kaltenkirchen hat einen zweiten Standort eröffnet.

„Pläne für die Erweiterung gab es schon vor einigen Jahren", erzählt Dagmar Drümmer, die Leiterin der neuen Dependance, mit dem Namen „Mehrgenerationenhaus II". Der erste Standort des Mehrgenerationenhauses Kaltenkirchen liegt im Neubaugebiet am Krückaupark. Hier kommt das Haus mit Krippe und Kindergarten, Elterntreff und Seniorenchor dem lokalen Bedarf nach. Auch die generationenübergreifenden Angebote wie Lesungen für Jung und Alt kommen sehr gut an. Doch eine Herausforderung stellte sich dem Mehrgenerationenhaus: „Durch die Insellage des Hauses in einer verkehrsberuhigten Zone war es insbesondere für ältere Menschen, die in anderen Stadtteilen wohnen, nicht ganz einfach, unser Haus zu erreichen und so mit Menschen anderer Altersgruppen und aus anderen Stadtbezirken in Kontakt zu kommen", sagt Dagmar Drümmer.

Auch die Bekanntmachung der Angebote des Mehrgenerationenhauses erwies sich über die direkte Umgebung des Hauses hinaus als schwierig. „Zwar haben wir auch an unserem ersten Standort am Krückaupark generationenübergreifende Angebote sowie Angebote speziell für Seniorinnen und Senioren, diese werden aber vorrangig von älteren Menschen wahrgenommen, die das Haus durch ihre Kinder oder Enkelkinder schon kennen."

Mehr Angebote direkt vor Ort

Mit der Etablierung eines zweiten Standorts kommt das Mehrgenerationenhaus den Bewohnerinnen und Bewohnern anderer Stadtteile gerade auch räumlich entgegen: „Wir müssen das Angebot auch dort schaffen, wo die Menschen sind und es damit erreichbarer machen", so Dagmar Drümmer. Das „Mehrgenerationenhaus II" liegt in der Schützenstraße im Norden der Stadt. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist das neue Haus sehr gut zu erreichen. Viele Besucherinnen und Besucher kommen sogar zu Fuß. Durch die Eröffnung des neuen Standorts hat das Mehrgenerationenhaus einen wichtigen Beitrag zur Erweiterung der Begegnungs- und Unterstützungsangebote für Menschen jeden Alters in Kaltenkirchen geleistet.

„Mit dem zweiten Standort haben wir nun auch die räumlichen Möglichkeiten, mehr Angebote wie Informationsveranstaltungen, Vorträge oder Lesungen bei uns zu veranstalten", sagt Dagmar Drümmer. „Wichtig ist auch, dass die Bürgerinnen und Bürger uns als zentrale Anlaufstelle für Fragen und Probleme wahrnehmen. Wir können entweder selbst weiterhelfen oder die Menschen an die passende Ansprechpartnerin oder den passenden Ansprechpartner bei einem unserer Partner vermitteln", ergänzt die Leiterin. Die Stärken des Mehrgenerationenhauses kommen gerade dann zum Tragen, wenn es darum geht, möglichst niedrigschwellige Lösungen für ganz alltägliche Probleme zu finden. „Zum Beispiel ruft bei uns schon mal ein älterer Herr an, der einen Einkauf in der Stadt, einen Friseurtermin oder einen Behördengang erledigen muss, seine demenziell erkrankte Frau aber nicht alleine lassen will. Da können wir helfen", sagt Dagmar Drümmer. Es sei immer wieder schön zu erleben, wie die Menschen sich darüber freuen, dass man sich im Mehrgenerationenhaus Zeit nimmt und gemeinsam nach Lösungen sucht, so Drümmer.

Zwei Häuser unter einem „Dach"

Das Programm der beiden Standorte des Mehrgenerationenhauses wird laufend abgestimmt. Die Leiterinnen der beiden Standorte treffen sich regelmäßig, um gemeinsam die Angebote zu gestalten. So entsteht eine Angebotspalette, die zwar unterschiedliche Schwerpunkte setzt, die Generationen aber nicht in zwei verschiedene Häuser aufteilt, sondern an beiden Standorten zusammenbringt. „Manche Angebote sind im ersten Standort schon gut etabliert und werden natürlich weiterhin dort stattfinden. Generationenübergreifende Angebote gibt es in beiden Häusern. In unserem neuen Haus gibt es zum Beispiel unseren Spieleabend ‚Von 9 bis 99' der von allen Altersgruppen sehr gut angenommen wird", erklärt Frau Drümmer.

Von „Handy-Nachhilfe" bis Mehrgenerationen-Café

Eine der Nutzerinnen, die den neuen Standort des Mehrgenerationenhauses schon für sich entdeckt hat, ist die Pensionärin Renate Schulz. „Mein Mann und ich gehen oft zu den Veranstaltungen des Mehrgenerationenhauses. Neulich waren wir zum Beispiel bei der ‚Handy-Nachhilfe', die von Jugendlichen für Seniorinnen und Senioren gegeben wird", berichtet sie. Die abwechslungsreichen Angebote des Hauses, und die einladende Atmosphäre, in der sich Menschen verschiedenen Alters ungezwungen begegnen, gefallen dem Ehepaar. Frau Schulz nimmt auch jede Woche am Sportangebot „60 Plus" teil. Ihr Ehemann, der ebenfalls im Ruhestand ist, bringt seine handwerklichen Fähigkeiten ein, indem er zum Beispiel beim Einzug in das neue Haus im letzten Herbst kleinere Reparaturarbeiten durchführte. Ein starker Anziehungspunkt für alle Generationen ist laut Dagmar Drümmer der Offene Treff. Dieser beherbergt ein neues Café, welches dem „Mehrgenerationenhaus II" neben den regelmäßigen Besucherinnen und Besuchern viel „Laufkundschaft" beschert. Insgesamt hat sich die Erweiterung schon jetzt als Erfolg erwiesen: „Wir sind mehr geworden", freut sich Dagmar Drümmer.