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Wie Mehrgenerationenhäuser Angebote umsetzen: Neues aus den Häusern

Ein Ort für alle Menschen

Wenige Einwohner, viel Zusammenhalt: Im fränkischen Markt Ammerndorf fungiert das Mehrgenerationenhaus als Impulsgeber für generationenübergreifende Projekte, die sich gezielt an den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger orientieren. Beispielhaft für die Arbeit des Mehrgenerationenhauses ist die Entstehung des ökologischen Bürger(spiel)platzes. Ein Projekt, das nicht nur den Zusammenhalt der Einwohnerinnen und Einwohner, sondern auch die Wirkungskraft von Freiwilligem Engagement verdeutlicht.

Der Bürger(spiel)platz in Markt Ammerndorf entspricht den Bedürfnissen aller Generationen.

Kleine Wege führen entlang von Büschen durch das Grün. Unter einem alten Laubbaum stehen Bänke aufgereiht, auf denen ältere Menschen verweilen. Nebenan auf der modernen Spielanlage tollen Kinder herum, ein Bach lädt im Sommer zum Planschen ein. Dieses Bild vom Zusammensein von Jung und Alt auf dem Dorfplatz gehört heute zumeist der Vergangenheit an. In Markt Ammerndorf wird diese Tradition nun mithilfe eines Bürger(spiel)platzes wiederbelebt.

„Mit diesem Projekt ist es uns gelungen, trotz des demografischen Wandels, ein lebendiges Dorfbild im Herzen Markt Ammerndorfs zu schaffen", erläutert Franz Schmuck, Bürgermeister der Stadt. Wie in vielen ländlichen Kommunen in Deutschland ist die Veränderung der Bevölkerungsstruktur auch in Mark Ammerndorf spürbar. „Junge Menschen ziehen weg und es werden so wenige Kinder geboren, dass es mittlerweile keine eigene Schule mehr im Ort gibt", berichtet Marlen Laurien, Leiterin des Mehrgenerationenhauses Markt Ammerndorf.

Ein Projekt erwächst aus der Mitte der Gemeinschaft

Die Entstehung des Bürger(spiel)platzes ist dem Freiwilligen Engagement von zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern zu verdanken. Marlen Laurien hat aus nächster Nähe erleben können, wie das gemeinschaftliche Projekt Formen annahm. Der Einsatz für den Bürger(spiel)platz ging von Beginn an direkt aus der Arbeit im Mehrgenerationenhaus hervor. „Das Haus ist gewissermaßen der Nährboden, auf dem dieses Projekt gedeihen konnte", sagt Marlen Laurien über die Schlüsselrolle ihrer Einrichtung. Zum Projektteam zählten das örtliche Jugendparlament und der Markt Ammerndorfer Seniorenbeirat, die in den Räumen des Mehrgenerationenhauses regelmäßig zusammenkommen und bei ihrer Arbeit tatkräftig von Marlen Laurien unterstützt werden. Die Mitglieder beider Gremien definierten stellvertretend für ihre Altersgruppen, welchen Ansprüchen der Bürger(spiel)platz entsprechen sollte. So kam ein intensiver Dialog der Generationen in Gang. In einem städtischen Ideenwettbewerb wurden zusätzliche Vorschläge für die Umsetzung gesammelt. Auch professionelle Unterstützung konnte gewonnen werden: ein Landschaftsplaner sowie ein Spielplatzgestalter steuerten ihre Expertise bei, um einen Ort für alle Generationen zu schaffen. „Jeder brachte sich mit seinen individuellen Fertigkeiten ein: Jüngere zeigten in der Bauphase körperlichen Einsatz, Seniorinnen und Senioren sorgten währenddessen für Kuchen", erzählt Marlen Laurien über die ereignisreiche Entstehungszeit.

Ein Ziel ist erreicht, die Arbeit geht weiter

Die Rolle des Mehrgenerationenhauses sieht Marlen Laurien darin, sich für das einzusetzen, was wirklich gewünscht ist: „Es geht darum, Dinge in Bewegung zu bringen, die zu den Menschen vor Ort passen und ihren Vorstellungen entsprechen." In der jetzigen Form erfüllt der Bürger(spiel)platz die Bedürfnisse der Ammerndorfer Bürgerinnen und Bürger. Er ist barrierefrei angelegt und die Landschaftsgestaltung sowie die Auswahl der Materialien erfolgten nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit. „Mit der Zeit werden sicherlich neue Wünsche entstehen. Und dann versuchen wir, auch diesen gerecht zu werden", sagt Marlen Laurien.

Auch Bürgermeister Franz Schmuck ist von der Arbeit des Mehrgenerationenhauses überzeugt: „Freiwillig Engagierte haben hier den Raum gefunden, um spontan Initiative zu ergreifen und gemeinsam mit anderen Institutionen Veränderungen anzustoßen. Daran zeigt sich die Schlüsselrolle des Mehrgenerationenhauses im Gestaltungs- und Umsetzungsprozess des ökologischen Bürger(spiel)platzes." Schmuck ist es sehr wichtig, diese positive Entwicklung des Freiwilligen Engagements weiter zu fördern und in andere Projekte einfließen zu lassen. Die jüngsten Erfolge sprechen für sich: „Das generationenübergreifende Miteinander und die Angebotsvielfalt für Jung und Alt haben sich in Markt Ammerndorf bewährt und unser Bewusstsein geschärft", erläutert der Bürgermeister. Auch für den ökologischen Bürger(spiel)platz sind bereits Neuerungen angedacht. So hat der Vorsitzende des Seniorenbeirats einen Antrag für den Bau einer Bocciabahn gestellt. Das Beispiel Markt Ammerndorf zeigt: Der Einsatz lohnt sich.