Aus Herausforderungen werden Chancen – Mehrgenerationenhaus Veringenstadt als Ankerpunkt
Das Mehrgenerationenhaus Veringenstadt hat im Zuge des Hochwassers im Sommer 2013 auf beeindruckende Weise gezeigt, wie Sorge und Mitverantwortung in einer Gemeinschaft gelebt werden können. Die schnelle und unkomplizierte Hilfe für die Menschen vor Ort hat die Wahrnehmung des Hauses in der Bevölkerung nachhaltig geprägt und die Zahl der Besucherinnen und Besucher erhöht. Kommune und Mehrgenerationenhaus kooperieren nunmehr noch stärker, um Versorgungslücken in der sozialen Infrastruktur zu schließen.

„Mit dem tatsächlichen Ausmaß hatte niemand gerechnet", erinnert sich Johanna Benz, Koordinatorin des Mehrgenerationenhauses Veringenstadt an die dramatischen Folgen des Hochwassers, das im Juni 2013 die baden-württembergische Kleinstadt wie viele andere Orte und Regionen in Deutschland erfasste. Der Pegel der Lauchert, ein Nebenfluss der Donau, stieg so stark an, dass viele Veringenstädterinnen und Veringenstädter ihre Wohnungen verlassen und mit ansehen mussten, wie Teile der Stadt sowie das eigene Hab und Gut von den Wassermassen zerstört wurden. Johanna Benz und ihr Team aus hauptamtlichen und freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern reagierten ohne zu Zögern. „Wir öffneten umgehend unsere Räumlichkeiten für die Rettungskräfte, damit sie sich bei uns ausruhen und einen Kaffee trinken konnten", erzählt die 53-Jährige. Als der Fluss immer weiter über die Ufer trat und sich das Wasser den Weg in den Offenen Treff bahnte, wurde jedoch auch die Nutzung dieser Räumlichkeiten unmöglich. Doch auch davon ließ sich das Team des Mehrgenerationenhauses nicht entmutigen und unterstützte die Rettungskräfte und Betroffenen, wo es nur konnte. Dabei zeigte sich besonders deutlich, wie fest das Mehrgenerationenhaus in der sozialen Infrastruktur vor Ort verankert ist.
Vertrauen zum Mehrgenerationenhaus ebnet den Weg für schnelle Hilfe
Als offene Anlaufstelle für generationenübergreifende Begegnung und Knotenpunkt für nachbarschaftliche Unterstützung im Alltag hatte das Team des Mehrgenerationenhauses bereits zu vielen Menschen in der Kommune ein vertrauensvolles Verhältnis aufgebaut. „Viele Betroffene kannten mein Team und mich. Dadurch konnten wir die Rettungskräfte bei der Evakuierung, Notfallseelsorge und Versorgung von Betroffenen unterstützen", so Johanna Benz. Die einen standen den Anwohnerinnen und Anwohnern, die in einer Turnhalle der Teilgemeinde Veringendorf Zuflucht fanden, mit Rat und Tat zur Seite. Andere beteiligten sich an der Essenausgabe im Gerätehaus der Feuerwehr. Johanna Benz hat dieser überwältigende Einsatz keineswegs überrascht. „Das intuitive Handeln der Freiwillig Engagierten ist ein Ergebnis der Teilhabemöglichkeiten und Gestaltungsfreiräume, die ihnen das Mehrgenerationenhaus bietet."
Engagement erhöht Stellenwert des Mehrgenerationenhauses in der Gemeinde
Das schnelle und uneingeschränkte Engagement half vielen Menschen in Veringenstadt, neuen Mut zu fassen und noch mehr Solidarität zu leben. Die Arbeit des Mehrgenerationenhauses wird seitdem noch stärker wahr- und angenommen. „Es kommen nun auch ganz andere Personengruppen in den Offenen Treff", berichtet Johanna Benz. Die Kooperation zwischen Kommune und Mehrgenerationenhaus gestaltet sich noch enger. „Bei den Diskussionen im Gemeinderat über eine Randzeitenbetreuung am Mittwochnachmittag hat sich gezeigt, dass man uns seit unserem Engagement während des Hochwassers noch mehr als verlässlichen Partner schätzt. Deshalb hieß es schnell: ‚Macht Ihr das!‘", schildert Johanna Benz. Inzwischen übernimmt das Haus jeden Mittwochnachmittag die Betreuung von Grundschülerinnen und Grundschülern.