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Neues aus dem Bundesprogramm

Gleichwertige Lebensverhältnisse und die Vereinbarkeit von Familie mit Beruf und Pflege

Der diesjährige Fachtag im Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus. Miteinander – Füreinander beschäftigte sich mit dem gesellschaftlich wichtigen Thema der Vereinbarkeit.

© Lukas Bergmann-Gabel

Wie in den Jahren zuvor, wurden auch beim diesjährigen Fachtag, der am 6. und 7. Mai 2026 unter dem Titel „Gleichwertige Lebensverhältnisse und die Vereinbarkeit von Familie mit Beruf und Pflege“ stattfand, die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen diskutiert, unter denen die Mehrgenerationenhäuser an der Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse arbeiten. Über 180 Teilnehmende kamen digital zusammen – darunter Verantwortliche der Mehrgenerationenhäuser, kommunale Vertreterinnen und Vertreter sowie Expertinnen und Experten.

In diesem Jahr wurde mit der Thematik der Vereinbarkeit ein Thema aufgegriffen, das insbesondere Familien mit Kindern, Berufstätige und pflegende Angehörige im Alltag vor teilweise enorme Herausforderungen stellt. Am ersten Tag wurde der Fokus auf das Thema Pflege gelegt und unter anderem darüber diskutiert, welche Auswirkungen die demografische Entwicklung auf die Pflegesituation in Deutschland hat und warum die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege für Angehörige pflegebedürftiger Menschen von großer Bedeutung ist.

Der zweite Tag war der Situation von Familien und Alleinerziehenden gewidmet. Es wurde deutlich, dass insbesondere Familienhaushalte mit Doppelverdienenden sowie berufstätige Alleinerziehende auf Unterstützung und Hilfe bei der Betreuung ihrer Kinder und der Vereinbarkeit ihrer Berufstätigkeit mit ihrer familiären Situation angewiesen sind.  

Vereinbarkeit von Beruf und Pflege

Am ersten Tag begrüßte zunächst Dr. Christoph Steegmanns, Unterabteilungsleiter im Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ), die Teilnehmenden. 

Anschließend startete Prof. Thomas Klie von der Hochschule Freiburg mit seinem Impulsvortrag „Caring Communities – die Zukunft der Pflege im demografischen Wandel?“ und stellte unter anderem seine „Wiener Thesen“ der Caring Communities vor.

Den nächsten Impuls hielt Dr. Sigrun Fuchs von „Wir pflegen – Interessenvertretung und Selbsthilfe pflegender Angehöriger e. V.“ zum Thema „Pflegende Angehörige zwischen Job und Sorgearbeit“. Sie beleuchtete in ihren Ausführungen besonders die Sichtweise und Bedürfnisse der pflegenden Angehörigen in den verschiedenen Altersklassen.

Mit ihrem Vortrag zum Thema „Beratung, Begegnung und Engagementförderung als Grundlage für zeitgemäße Sorgestrukturen vor Ort“ rundete Dr. Regina Görner von der „BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisation e. V.“ den ersten Veranstaltungstag ab. Sie wies unter anderem noch einmal eindrücklich auf die große Bedeutung von Prävention und Rehabilitation zur Verhinderung bzw. Verzögerung von Pflegebedürftigkeit hin und betonte die bedeutende Rolle der Zusammenarbeit in den Kommunen.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Der zweite Veranstaltungstag begann mit einem Impulsvortrag zum Thema: „A labor market that cares: Wie vereinbarkeitstauglich ist der deutsche Arbeitsmarkt?“ von Michaela Hermann von der Bertelsmann Stiftung. Sie stellte neueste Studienergebnisse zur Verteilung der Erwerbs- und Sorgearbeit in Familien vor, zeigte Einschränkungen in Stellenanzeigen und Verdienstmöglichkeiten auf und sandte eine klare Aufforderung zu mehr Vereinbarkeit in Richtung Arbeitsmarktakteure.

Im Anschluss stand die Perspektive der Kinder im Mittelpunkt: Dr. Alexandra Langmeyer vom Deutschen Jugendinstitut hielt einen Vortrag mit dem Titel „Gute Vereinbarkeit – gutes Aufwachsen? Warum Vereinbarkeit Kinder stärkt: Einkommen, Zeit und Vorbilder aus Kindersicht“. Dabei stellte sie insbesondere die Faktoren Zeit, finanzielle Möglichkeiten und das Vorleben von Geschlechterrollen heraus. 

Den letzten Impulsvortrag des Fachtags fokussierte Dr. Ayhan Adams von der Universität Osnabrück auf das Thema „Beruflich-familiäre Vereinbarkeit im Kontext Elternschaft und unterstützende Infrastruktur“. Er unterstrich noch einmal deutlich die bedeutende Rolle und die niedrigschwelligen Angebote sozialräumlicher Akteure wie den Mehrgenerationenhäusern.

Im Anschluss an alle Vorträge konnten die Teilnehmenden Fragen an die Impulsgebenden stellen und eigene Perspektiven einbringen. Zudem tauschten sich die Teilnehmenden in Themenräumen untereinander aus. 

Unterstützende Angebote im Sozialraum

Im abschließenden Gespräch diskutierten Prof. Irmgard Schroll-Decker von der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg, Axel Schmidt, Bürgermeister der Stadt Perleberg, und Dörthe Gatermann vom Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge e. V. unter der Moderation von Sandra Pabst, der Moderatorin des Fachtags, unterschiedliche Aspekte des Gelingens von Vereinbarkeit, unterstützende Angebote im Sozialraum sowie zukünftige Herausforderungen und Perspektiven. 

An beiden Tagen wurde deutlich, wie sehr die Mehrgenerationenhäuser mit ihren flexiblen und niedrigschwelligen Angebotsstrukturen vor Ort Familien und pflegende Angehörige auf unterschiedlichsten Ebenen beim Thema Vereinbarkeit unterstützen und welchen Stellenwert das Thema für die Gesellschaft insgesamt hat. 

Eine Dokumentation der Veranstaltung wird in Kürze auf der Website unter Fachinformationen veröffentlicht.

Eindrücke vom Fachtag 2026

© Lukas Bergmann-Gabel

© Lukas Bergmann-Gabel

© Lukas Bergmann-Gabel

© Lukas Bergmann-Gabel

© Lukas Bergmann-Gabel