Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Projektsteckbrief

Projektsteckbrief Mehrgenerationenhaus AWO Leo

Südblatt – Das Extrablatt für die Paderborner Südstadt


Schlagworte: Inklusion, Bildung, Freizeitgestaltung, Integration von Menschen mit Migrations- und Fluchtgeschichte, Freiwilliges Engagement, Teilhabe, Bürgerbeteiligung, Infrastruktur

Demografietyp: 7 Wirtschaftszentren mit geringerer Wachstumsdynamik


Siedlungstyp: Städtischer Raum


Das Südblatt – wie aus ehrenamtlichen Austeil- und Straßenpaten Kümmerer für das nachbarschaftliche Miteinander werden.


Projektbeschreibung

Die Südstadt ist einer der größten Sozialräume Paderborns und steht vor großen Herausforderungen. Das Quartier ist soziodemografisch sehr heterogen. Viele junge Erwachsene, Mid-Ager und Senioren leben hier neben- und miteinander. Der Trend zeigt klar in Richtung Überalterung des kulturell wie sozial vielfältigen Stadtteils. Daraus ergeben sich große Bedarfe für bürgerschaftliches Engagement und präventive Angebote. Seit Ende 2016 wird durch das MGH AWO Leo eine hierauf ausgerichtete Quartiersentwicklung verstärkt durchgeführt. Vieles hat sich seitdem getan. So hat sich z.B. eine Arbeitsgruppe gebildet, die die Nachbarschaftszeitung Südblatt aufgelegt hat. Das Magazin ist ein neues Mittel nachbarschaftlichen Austauschs, es stärkt das Wir-Gefühl im Viertel und fördert so den Einsatz füreinander – kurz: Es bringt Menschen zusammen. Darüber hinaus ist es eine Plattform für Bekanntmachungen, Wünsche und vieles mehr. Das kostenlose Südblatt ist online und offline verfügbar, erscheint (vorerst) quartalsweise, wird von einer ehrenamtlichen Redaktion gestaltet und von zahlreichen ebenfalls ehrenamtlichen Straßen- und Verteilpaten unterstützt. Das Projekt Südblatt richtet sich an alle Bewohner des Quartiers. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Empowerment und der Teilhabeförderung von Menschen in herausfordernden Lebenssituationen, z.B. von Älteren, Menschen mit Behinderung oder auch Menschen mit Migrations- oder Fluchthintergrund.


Bildergalerie


Einbindung der Querschnittziele

Das Gewinnen und Einbinden von ehrenamtlich Engagierten ist neben der Informationsverbreitung das zentrale Ziel des Projektes und Prozesses der hintergründigen Quartiersentwicklung. In jeder Ausgabe werden dem Leser Projekte und Angebote im Viertel aufgezeigt, die von ehrenamtlichen Engagement getragen sind; oder es wird auf Veranstaltungen gesellschaftlicher Teilhabe, wie z.B. Bürgerforen, hingewiesen (vgl. Anlage 1, Anlage 2). Die Zeitung gewinnt so zunehmend das Profil einer Börse für ehrenamtliches Engagement und Kümmererprojekte. Auch das Blatt selbst lebt vom freiwilligen Einsatz seiner Macher, sei es hinsichtlich des Verfassens seiner Inhalte oder der Verteilung in der Nachbarschaft. In der Redaktion des Blattes arbeiten Menschen unterschiedlicher Generationen zusammen. So erfolgt eine wertvolle Bündelung und Balance der verschiedenen Perspektiven. Hierdurch ist sichergestellt, dass durch die Inhalte alle Altersgruppen angesprochen werden. Die Arbeitsgruppe hinter dem Südblatt ist Teil des regelmäßig tagenden Akteurstreffens der Südstadt. Das Blatt wurde in dieser Runde vorgestellt und abgestimmt, sodass es von Beginn an eine breite Unterstützung erfährt. So wird es z.B. in den einzelnen Institutionen des Viertels ausgelegt und beworben. Auch über die Akteursrunde hinaus wird es zunehmend als Ressource zur Streuung lokaler Informationen erkannt und genutzt. Für die Refinanzierung der Kosten konnten Sponsoren aus der Nachbarschaft gewonnen werden.


Wirkung

Das Südblatt ist ein unbefristetes Vorhaben. Mit einer anfänglichen Auflage von 5000 Exemplaren werden bereits jetzt fast alle Menschen des Viertels erreicht. Auch die Finanzierung des Blattes ist durch die Unterstützung der lokalen Unternehmerschaft und Sponsoren für die nächsten Ausgaben gesichert. Die Nachbarschaftszeitung wird innerhalb des Akteurskreises und auch von der Bürgerschaft gut angenommen, was sich an der hohen Teilnehmerzahl der Veranstaltungen, die über das Blatt angekündigt werden, zeigt. Über das Verteilen kommen die Straßenpaten mit den Nachbarn in Kontakt und werden darüber zunehmend auch als Kümmerer und Ansprechpartner vor Ort identifiziert. Die Straßenpaten werden so zunehmend zu (allgemeinen) Helfern in der Nachbarschaft indem sie weitergehende Hilfen aufzeigen, vermitteln und sogar begleiten z.B. zu den Veranstaltungen, die im Südblatt angekündigt werden.


Erfahrungsbericht

Das Projekt „Südblatt" lässt sich auch auf alle Mehrgenerationenhäuser übertragen, die stadtteilorientiert ausgerichtet sind. Als Nachbarschaftsblatt eignet es sich hervorragend zur Stiftung und Multiplikation ehrenamtlichen Engagements in der Quartiersarbeit. Hilfreich ist, wenn bereits zu Beginn ein guter Stamm von Freiwilligen für die Verteilung bereitsteht, der durch einen Aufruf in der Öffentlichkeit und den Medien oder, wie hier, durch Bürgerforen gewonnen werden kann. Es können auch Gruppen oder ganze Institutionen, z.B. Ortsvereine, Pfadfinderstämme oder Chorgruppen als Kooperationspartner eingebunden werden und unterstützen. Die Verteilbezirke, die ein Straßenpate abdeckt, sollten so bemessen sein, dass sie innerhalb einer guten Stunde versorgt werden können. So stellt die quartalsweise Verteilung nur eine sehr kleine zeitliche Belastung dar. Durch den in Teilen direkten Kontakt mit den Nachbarn in der Verteilsituation wächst der Kreis der Unterstützer und Paten erwartungsgemäß recht schnell an, denn sie werden daraufhin oft selbst zu weiteren Paten. In der Fußzeile jeder Ausgabe sollte darauf hingewiesen werden, dass Unterstützer (Sponsoren, Redakteure und Straßenpaten) gesucht und Interessierte herzlich willkommen sind. Bei einer Auflage von 5000 doppelseitigen Exemplaren in Farbe, die quartalsweise erscheinen, sind Kosten von circa 1000€ p.a. zu erwarten, die durch Sponsoren, die ihr Logo als Unterstützer auf dem Blatt darstellen können, kompensiert werden können.

Kontaktdaten

Mehrgenerationenhaus AWO Leo

leo@awo-paderborn.de

http://www.awo-paderborn.de/awo-leo-mgh/


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