Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Fünf gute Gründe zum Feiern!

Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus ehrt die Preisträger des Wettbewerbs DemografieGestalter 2020 – der Mehrgenerationenhauspreis.

Logo des DemografieGestalters 2020.

Mit über 70 Wettbewerbsbeiträgen haben sich die Mehrgenerationenhäuser für den DemografieGestalter 2020 beworben – nun stehen die Sieger fest. Eine Fachjury hat die vier Gewinner des Jurypreises gekürt, die Öffentlichkeit den Sieger des Publikumspreises in einem Onlinevoting bestimmt. Freuen können sich nun die Mehrgenerationenhäuser Lychen, Dresden-Friedrichstadt, Übach-Palenberg, Torgelow und Ebstorf.

2020 ehrt der Mehrgenerationenhauspreis wieder Mehrgenerationenhäuser, die mit ihrer Projektidee auf besonders kreative Weise den Herausforderungen in ihrer Kommune begegnen und dadurch den demografischen Wandel vor Ort positiv begleiten.

Die Siegerhäuser des Jurypreises

In der Kategorie Bildung, Beratung und Betreuung gewinnt das Mehrgenerationenhaus Torgelow aus Mecklenburg-Vorpommern den Jurypreis mit dem Projekt Kurse für pflegende Angehörige. In der Kursreihe, die mit externen Expertinnen und Experten durchgeführt wird, können sich die Teilnehmenden nicht nur in den Bereichen Pflege, Alter und Demenz fortbilden, sondern auch persönliche Erfahrungen miteinander teilen. In der Region, in der rund 40 Prozent der Pflegebedürftigen von ihren Angehörigen zu Hause gepflegt werden, stellt das Projekt des Mehrgenerationenhauses laut der Fachjury „einen zukunftsweisenden Lösungsansatz dar, der sich auch auf andere Kommunen übertragen lässt“.

Mit Let’s talk about Friedrichstadt gewinnt in der Kategorie Partizipationsprozesse das sächsische Mehrgenerationenhaus Dresden. Das Haus bringt die Menschen aller Generationen in dem bunten Dresdener Quartier Friedrichstadt zusammen und diskutiert mit ihnen die unterschiedlichen Bedürfnisse und Wünsche für den Sozialraum. In der Nachbarschaft wurde damit ein Ort für einen gemeinsamen Austausch geschaffen, von dem aus Veränderungen von der Basis aus angestoßen werden können. Dank des Projektes besteht mittlerweile auch ein runder Tisch, der das Bezirksamt, Polizei, Streetworker und viele weitere Beteiligte vernetzt. Die Fachjury lobte das Projekt vor allem wegen seines „praxisorientierten, niedrigschwelligen und erfolgreichen“ Partizipationsprozesses.

In der Kategorie Integrationsarbeit überzeugte das Mehrgenerationenhaus Übach-Palenberg aus Nordrhein-Westfalen die Jury mit dem Filmprojekt „Alles auf Anfang? – Ein neues Leben in Übach-Palenberg“. Das 23-köpfige Team aus Jugendlichen aus Deutschland, Syrien, Irak und Afghanistan setzte sich das Ziel, mehr über die Werte von Menschen in unterschiedlichen Ländern und deren Veränderung durch Kriegs- und Fluchterlebnisse zu erfahren. Der Film gibt den geflüchteten jungen Menschen eine Stimme, anstatt über sie zu sprechen. Laut der Jury ist die erfolgte Aushandlung von Werten preiswürdig und wird in der Integrationsarbeit oftmals vernachlässigt. Neben dem Verständnis füreinander hat das Filmteam während der Umsetzung außerdem neue digitale Kompetenzen erworben.

Den DemografieGestalter 2020 in der Kategorie Gesellschaftlicher Zusammenhalt gewinnt das Mehrgenerationenhaus Lychen mit dem Filmprojekt „Jedermann Filmfestival – Bewegt in Lychen“. Bürgerinnen und Bürger unterschiedlichsten Alters und mit verschiedenen Hintergründen aus der Kleinstadt Lychen in Brandenburg nahmen im Rahmen des Projekts einen bewegenden Moment aus ihrem Leben, der in Bezug zum Ort steht, in Eigenregie auf. Entstanden ist ein digitales Archiv, das die unterschiedlichen Menschen Lychens miteinander ins Gespräch bringt. Die Fachjury zeigte sich beeindruckt, wie durch das Teilen der vielfältigen biografischen Erzählungen der Lychenerinnen und Lychener das Gefühl der Zusammengehörigkeit gestärkt werden konnte.

Die Fachjury umfasste in diesem Jahr sieben Mitglieder: Annemarie Gerzer-Sass (Programmbegleitung der Aktionsprogramme Mehrgenerationenhäuser I und II), Jörg Freese (Deutscher Landkreistag), Prof. Dr. Martina Wegner (Hochschule für angewandte Wissenschaften in München), Michael Vollmann (nebenan.de Stiftung), Petra Klug (Bertelsmann Stiftung), Susanne Tatje (erste Demografiebeauftragte einer Kommune) und Prof. Dr. Matthias von Schwanenflügel (Leiter Abteilung 3 – Demografischer Wandel, Ältere Menschen, Wohlfahrtspflege im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend).

Das Siegerhaus des Publikumspreises

Auch die breite Öffentlichkeit hatte in diesem Jahr wieder die Möglichkeit, den Sieger des Publikumspreises zu bestimmen, der 2020 unter dem Motto Engagement ermöglichen und stärken stand. Die letzten Monate hieß es dann: abstimmen und Daumen drücken. Rund 1100 Personen kamen dem Aufruf zur Online-Abstimmung nach und gaben ihre Stimme für eines von 12 Projekten ab. Mit knapp 15 Prozent der Stimmen geht das Mehrgenerationenhaus Ebstorf mit seinem Patenprojekt „Balu und Du“ aus dem Online-Voting als Sieger hervor. Das Patenprojekt bildet junge Erwachsene aus, die ein Jahr als freiwillige Mentorinnen und Mentoren für Grundschulkinder wirken und diese einmal pro Woche bei Freizeitangeboten begleiten. Alle Mentorinnen und Mentoren werden dabei fachlich betreut und erhalten Supervisionen.
Nicht nur das Projekt zeugt von außergewöhnlichem Engagement, auch die Koordination des Hauses bewies vollen Einsatz: Die beteiligten Projektpartnerinnen und -partner gaben erst am   letzten Tag des Bewerbungszeitraums ihre Zustimmung zur Teilnahme am Wettbewerb, sodass das Haus nur wenige Stunden Zeit hatte, um das Projekt fristgerecht einzureichen. Auch wenn das Publikum nichts von diesem Engagement wusste, ausgezahlt hat es sich in jedem Fall!

Dank für alle Mehrgenerationenhäuser, Überraschungen für die Sieger

Alle Projekte zeigen exemplarisch, welche kreativen, innovativen und nachhaltigen Projekte die rund 540 Mehrgenerationenhäuser in ganz Deutschland täglich umsetzen.

Durch die Corona-Pandemie ist der Wettbewerb in diesem Jahr vor einige Herausforderungen gestellt: Aufgrund der Kontaktbeschränkungen kann die Preisverleihung in diesem Jahr nicht wie geplant stattfinden. Dennoch können sich alle Siegerhäuser freuen: Sie erhalten in diesen Tagen ein Überraschungspaket mit ihrer Siegerprämie über 2.000 Euro, einer Siegertrophäe- und Urkunde sowie einem persönlichen Gratulationsschreiben von Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey. Auch an die Zeit nach Corona ist gedacht: Das Paket enthält außerdem ein kleines Party-Set sowie eine finanzielle Unterstützung von 1.000 Euro für die Organisation einer Siegesfeier im Mehrgenerationenhaus nach der Pandemie.


Mehr zu den Gewinnerprojekten und die ausführlichen Jurybegründungen finden Sie auch auf der Wettbewerbsseite des diesjährigen DemografieGestalters.