Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Gerade jetzt für Sie da – die Mehrgenerationenhäuser im gesamten Bundesgebiet

Durch die Pandemie und die erforderlichen Kontakteinschränkungen haben auch die Mehrgenerationenhäuser ihre Türen für den Publikumsverkehr schließen müssen. Innerhalb kürzester Zeit haben sie ihre Angebote so umgestellt, dass sie kontaktlos die Menschen vor Ort weiter unterstützen können.

Screenshot des Instagram-Kanals des Mehrgenerationenhaus Haßfurt

Instagram-Kanal des Mehrgenerationenhauses Haßfurt.

Vier Handpuppen werden von einer lächelnden Frau gehalten.

Silke Mosemann erklärt Schwieriges mit Ben und Lisa, Opa und Oma in Bad Oldesloe.

Drei Personen sitzen mit Abstand zusammen, während der Livestream gefilmt wird.

Live bei Facebook tauschen sich die Engagierten aus Magdeburg aus und geben Ideen an die Zuschauenden weiter.

Durch die Pandemie und die erforderlichen Kontakteinschränkungen haben auch die Mehrgenerationenhäuser ihre Türen für den Publikumsverkehr schließen müssen. Diese Herausforderung haben viele der Mehrgenerationenhäuser innerhalb kürzester Zeit angenommen und ihre Angebote so umgestellt, dass sie kontaktlos die Menschen vor Ort weiter unterstützen können. Hier erzählen wir in den nächsten Wochen von diesen alternativen Angeboten.

 

Mehrgenerationenhaus Haßfurt

„Wir bekommen ganz regelmäßig Telefonnummern von Seniorinnen und Senioren, die sich ein Telefonat mit uns wünschen“, erzählt Gudrun Greger, die Koordinatorin des Mehrgenerationenhauses Haßfurt. „Den Kontakt stellt eine Dame aus dem Ort her, die mit ihrem E-Bike herumfährt, durch das Fenster mit den Menschen spricht und uns abends die Telefonnummern in den Briefkasten wirft.“
Das Mehrgenerationenhaus ist per Telefon oder Skype erreichbar und bleibt so mit den Menschen in Kontakt. Im Instagram-Kanal des Hauses wird die Krabbelgruppe mit Kinderliedern versorgt, größere Kinder erhalten Basteltipps und es gibt sogar Rezepte zum Nachkochen zu entdecken.
„Wir sind aber nicht nur digital unterwegs, sondern schreiben auch sehr viele Briefe“, ergänzt Greger. „Wir verschicken beispielsweise unser sehr beliebtes Kreuzworträtsel und die Unterlagen für den Deutschkurs per Post.“

 

Mehrgenerationenhaus Bad Oldesloe

Mit Lisa und Ben, Opa und Oma, Coco und dem Raben erklärt das Mehrgenerationenhaus Bad Oldesloe Kindern spielerisch wie man richtig Hände wäscht, warum das Osterfest in diesem Jahr ganz anders ausfiel und warum man Abstand halten muss. Lisa, Ben und die anderen sind Handpuppen, die das Mehrgenerationenhaus auf Facebook in kurzen Videos zu Wort kommen lässt.
„Das Angebot war eigentlich für Kinder konzipiert, wird aber auch von Erwachsenen geschaut. Die Älteren amüsieren sich köstlich, wenn Opa Yoga auf dem Stuhl daheim macht, weil er gerade nicht ins Mehrgenerationenhaus kommen kann“, erzählt die Koordinatorin Wiebke Finck.
„Schwerverständliches wird einfach erklärt und damit gibt es auch in diesen schwierigen Zeiten etwas zu lachen. Sinnvoll ist ja nicht, immer das Beste zu haben, aber es ist sinnvoll, aus allem das Beste zu machen. Das ist das, was die Mehrgenerationenhäuser immer wieder auszeichnet.“
Ein weiteres Angebot, mit dem das Mehrgenerationenhaus mit den Menschen vor Ort im Austausch bleibt, ist das Quiz. Normalerweise lösen die Gäste die Quizfragen im Mehrgenerationenhaus. In diesen besonderen Zeiten erhalten sie ihre Fragen per E-Mail und reichen die Antworten dann auch wieder per E-Mail ein. „Manche sagen schon, dass das Quiz ein bisschen süchtig macht. Das ist aber nicht wissenschaftlich belegt“, berichtet Finck mit einem Augenzwinkern. „Belegt ist bloß, dass es den Geist fit hält und etwas Ablenkung schafft, wenn die Gedanken zu sehr um die aktuelle Situation kreisen.“

 

Mehrgenerationenhaus Magdeburg

„Gerade jetzt merkt man, dass unser Mehrgenerationenhaus eine echte Gemeinschaft geschaffen hat“, erzählt Nicole Wohlfarth, die Koordinatorin des Magdeburger Mehrgenerationenhauses „Familienhaus im Park“. Das Mehrgenerationenhaus hat nach der vorübergehenden Schließung schnell reagiert und sich mit den Seniorinnen und Senioren, die bereits seit langem durch das Senioren-Café oder das Seniorinnen-Fitness-Angebot an das Haus angebunden sind, in Verbindung gesetzt. „In den regelmäßigen Telefonaten geht es vor allem um Gesundheit allgemein oder darum, wie nun der Alltag gestaltet werden kann“, so die Koordinatorin. Außerdem wird aktive Unterstützung angeboten wie z. B. wichtige Besorgungen zu übernehmen. „Der Fokus der Anrufe liegt auch darauf, ein »offenes Ohr« zu haben und einfach eine nette Unterhaltung zu führen“, so Nicole Wolfarth weiter.
Bemerkenswert ist, dass sich die Gäste weiterhin engagiert einbringen und miteinander vernetzen. Die Koordinatorin stellt fest: „In den Gesprächen bekommen wir mit, dass die Seniorinnen und Senioren sich miteinander austauschen und gegenseitig unterstützen. Jüngere, aktive Menschen bringen beispielsweise Besorgungen vorbei. Eine Nutzerin hat im Facebook-Livestream berichtet, wie sehr zwar der persönliche Kontakt und die Besuche im Mehrgenerationenhaus fehlen, aber auch, wie kreativ die Gruppen sind, um sich gegenseitig zu unterstützen.“
Nicole Wohlfarth sieht, dass die Seniorinnen und Senioren insgesamt recht gut mit der Situation umgehen können und Strategien haben, sich gegenseitig Halt zu geben und auch schwierige Zeiten zu bewältigen. „Nun hoffen wir einfach, dass alle gut durch diese Zeit kommen“, wünscht sie sich zum Abschluss.