Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Beweglich und offen sein – Grundvoraussetzung für gute Kooperationen

Gute Kooperationen sind eine wichtige Basis für die Arbeit in den Mehrgenerationenhäusern. Kooperationspartner können bei Projekten unterstützen, sich an der Angebotsabstimmung vor Ort beteiligen und neue Perspektiven in die Zusammenarbeit bringen.

Auf dem Bild wird ein Scheck an das Mehrgenerationenhaus übergeben. Es sind 12 Personen in Sportkleidung abgebildet.

Richard Borek jr. übergibt den Scheck nach dem Firmenlauf. Auszubildende des Unternehmens sowie Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und Ehrenamtliche des Mehrgenerationenhauses nahmen an dem Lauf teil. Foto: Karsten Mentasti

Gute Kooperationen sind eine wichtige Basis für die Arbeit in den Mehrgenerationenhäusern. Kooperationspartner können bei Projekten unterstützen, sich an der Angebotsabstimmung vor Ort beteiligen und neue Perspektiven in die Zusammenarbeit bringen.

„Gute Kooperationspartner zu finden und die Kooperation zu pflegen, erfordert vor allem Offenheit und die Bereitschaft, auf vielen Hochzeiten zu tanzen. Diese Arbeit lohnt sich in jedem Fall“, das ist die Kernbotschaft, die Monika Döhrmann, Geschäftsführerin vom Mütterzentrum Braunschweig e.V. und dem Mehrgenerationenhaus, aus ihrer langjährigen Erfahrung mit Kooperationen zieht.

Dass man im Mehrgenerationenhaus Braunschweig auf Kooperationen setzt, hat Tradition: bereits als ehemaliges Mütterzentrum wurde die Vernetzung mit anderen großgeschrieben. Das Mütterzentrum zog damals in ein Gebäude, in dem schon das Stadtteilbüro und die evangelische Kirchengemeinde untergebracht waren. „Für uns war immer klar, dass wir unsere Energie in eine gute Kooperation mit den beiden anderen Akteuren stecken wollen, anstatt sie für Abgrenzung und Konkurrenz zu verschwenden“, berichtet Döhrmann. So entstand innerhalb des Hauses schnell die erste Kooperationspartnerschaft, die noch heute besteht.

Vernetzung durch Öffnung

Als das Mütterzentrum dann im Aktionsprogramm I als Mehrgenerationenhaus startete, vergrößerte sich der Kreis der Kooperationspartner. So kam man schnell mit dem Büro für Integrationsfragen in den Austausch, welches zu interkulturellen Fragestellungen fachliche Unterstützung geben konnte. „Später gingen von dort einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu anderen Institutionen. Der Kontakt ist aber geblieben und so kommen auch diese Institutionen auf uns zu, wenn zum Beispiel ein Ort als gutes Praxisbeispiel für bestimmte Themen gesucht wird.“

Eine der Anforderungen des früheren Aktionsprogramms lag auch darin, gezielt Kooperationen einzugehen. „Wir dachten uns dann, dass wir auf der politischen Ebene gerne jemanden aus dem Bundestag ansprechen wollen“, erzählt Monika Döhrmann. Sie kontaktierte daraufhin Dr. Carola Reimann, die zu der Zeit als Abgeordnete für den Wahlkreis Braunschweig im Bundestag saß. Frau Reimann wurde Patin des Mehrgenerationenhauses und ist dies bis heute. Seit November 2017 ist sie nun niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung. „Den Draht zur Landespolitik halten wir für sehr wichtig, gerade was die Verstetigung des Hauses angeht. Und über unsere Patin haben wir viele weitere Personen aus dem politischen Bereich kennengelernt“, meint Monika Döhrmann.

Partnerschaften, die bereichern

Doch auch der jetzigen Kooperationsexpertin Döhrmann fiel es anfangs nicht leicht, Kooperationen anzustoßen: „Am Anfang kam ich mir wie eine Bittstellerin vor und musste das Gefühl erst überwinden und zu einer neuen, selbstbewussten Haltung finden.“ Gerne lädt die Geschäftsführerin des Mütterzentrums und Mehrgenerationenhauses Kooperationspartner auch ins Haus ein, damit sie sich selbst ein Bild von der Arbeit und dem Bedarf vor Ort machen können. „Dabei trifft dann auch mal ein ehemaliger Jurist auf Menschen mit psychischen Erkrankungen und es entstehen spannende Gespräche, die beide Seiten bereichern.“
Durch die Aktion „Brücken bauen – Unternehmen engagieren sich“ entstanden diverse Kontakte zu unterschiedlichen Firmen. „Bei einer Aktion hat sich auch der Juniorchef eines Unternehmens beteiligt und so die Arbeit im Mehrgenerationenhaus kennengelernt. In diesem Jahr haben wir dann sogar eine Spende des Unternehmens in Höhe von 10.000 Euro erhalten, die bei einem Firmenlauf zusammenkam.“
Für sehr wichtig erachtet Döhrmann die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: „Einerseits müssen potentielle Partner auf die Arbeit im Mehrgenerationenhaus aufmerksam werden. Andererseits ist es natürlich wichtig, dass man auch öffentlich macht, wer einen wie unterstützt hat. Dazu muss man einfach gute Pressearbeit machen.“

Was braucht man zum Netzwerken?

Monika Döhrmann hat einige Tipps für das Netzwerken, das für gute Kooperationen notwendig ist. „Man muss schon ein bisschen neugierig auf neue Leute und vor allem kontaktfreudig sein. Ich gehe zu allen Festen und Jubiläumsfeiern, zu denen ich eingeladen werde. Wenn einem das nicht liegt, kann man auch jemanden aus dem Haus suchen, die oder der das gern macht.“
Auf solche Termine bereitet sich Frau Döhrmann auch vor. Sie schaut, wer auf der Gästeliste steht, wen sie kennt, bei wem es etwas Neues gibt. „Zu einer neuen Position zu gratulieren oder an frühere Treffen zu erinnern, ist immer ein guter Gesprächseinstieg“, so Döhrmann. Sie sieht die Kontakte, die bei diesen Gelegenheiten entstehen, immer als Bereicherung für beide Seiten. Man lernt spannende Leute kennen, erfährt, was im eigenen Umfeld alles passiert und geleistet wird, und erlebt oft gemeinsam spannende Abende.
Am Ende des Gesprächs wird Monika Döhrmann dann noch einmal ganz pragmatisch: „Ich esse und trinke vor Veranstaltungen, auf denen ich potentielle Kooperationspartner treffe, immer schon zu Hause. Dann bleibt mehr Zeit für Gespräche.“