Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Auftakt der bundesweiten Ideenkonferenzen der Mehrgenerationenhäuser

Das Mehrgenerationenhaus Ludwigslust gibt den Startschuss für bundesweit vier Konferenzen zur generationenübergreifenden Arbeit in den MGH.

Publizist Dr. Winfried Kösters neben der Moderatorin der Ideenkonterenz
Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer stehen in einem großen Kreis um Stuhlreihen herum, in der Mitte steht Publizist Dr. Winfried Kösters.
Publizist Dr. Winfried Kösters spricht zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern.
Acht Teilnehmerinnen und Teilnehmer sitzen in einem Stuhlkreis und unterhalten sich, ihnen gegenüber stehen Clipcharts mit Notizen.

Mit den „Ideenkonferenzen – Generationenübergreifende Arbeit in den Mehrgenerationenhäusern“ stärkt das Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend den Austausch zwischen den Mehrgenerationenhäusern. Das Bundesprogramm begegnet so dem Wunsch vieler Häuser, sich stärker untereinander zu vernetzen.


Mit der Ideenkonferenz in Ludwigslust lief das Austauschformat nun für die Häuser der Region Nordost an. Neben der Möglichkeit des Netzwerkens standen für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vier thematische Workshops zur Auswahl. In den Seminaren „Den Offenen Treff generationenübergreifend gestalten“ sowie „Generationenübergreifende Angebote im MGH planen und umsetzen“ bekamen die Häuser praktisches Wissen an die Hand, ihre Angebote noch einmal zu überprüfen und auszubauen.

„Ich habe mich angemeldet, weil ich die Workshops spannend finde“, erzählt Anne Stöckmann vom Mehrgenerationenhaus Kiezspinne in Berlin. „Sie sind sehr praxisorientiert und ich hoffe, dass ich etwas zur Organisation von generationenübergreifenden Angeboten erfahren kann. Erfahrungsgemäß ist es ja nicht immer so einfach, alle Generationen unter einen Hut zu bekommen“. Außerdem sei es toll, dass das Haus die Chance habe, zu schauen, welche Angebote die Häuser abseits der Hauptstadt durchführen.

Darüber hinaus standen mit den Seminaren „Freiwillig Engagierte aller Generationen gewinnen und binden“ sowie „Generationenübergreifende Arbeit im Quartier, in der Kommune, im Landkreis“ zwei Angebote zur Auswahl, welche die Kommunikation der Mehrgenerationenhäuser mit den Menschen und Strukturen in ihrer Umgebung in den Fokus rückten. Dass die Mehrgenerationenhäuser hier bereits Pionierarbeit leisten, wurde in den Workshops deutlich. Laut Prof. Dr. Mario Rund, einem der Workshop-Referenten, treffe dies vor allem in ländlichen Regionen zu, in denen die Mehrgenerationenhäuser oft die einzige formelle Infrastruktur darstellen. Die anwesenden Koordinatorinnen und Koordinatoren betonten zudem, dass viele der Häuser bereits als Sprachrohr der Bürgerinnen und Bürger sowie als Ideengeber für die Stadtentwicklung fungieren. Oft kommen aber auch interessierte Ehrenamtliche auf die Häuser zu, um Angebote durchzuführen, die im Stadtteil fehlen.

Dass der Dialog zwischen den Generationen wichtig sei und die bundesweit rund 540 Mehrgenerationenhäuser hierzu einen großen Beitrag leisten, davon war auch Moderator und Publizist Dr. Winfried Kösters überzeugt: „Heute sind unsere Lebensentwürfe anders als noch zwei Generationen zuvor. Mobilität und Migration, kleinere Familien, eine geänderte Lebenserwartung – das alles sind Faktoren, die unsere Gesellschaft nachhaltig verändern“. Mehrgenerationenhäuser begegneten diesen Herausforderungen. „Den demographischen Wandel durch Austausch zu fördern, hier sind die Mehrgenerationenhäuser wichtig und setzen bereits an. Denn nur, wenn die Generationen in den Austausch gehen, können Bedürfnisse erkannt und Entwicklung angestoßen werden“, resümierte Kösters am Ende eines gelungenen Veranstaltungsauftakts.

Auch Rosa Bracker vom Hamburger Mehrgenerationenhaus FLAKS blickte am Ende des Tages positiv auf die Konferenz zurück: „Ich selbst bin erst seit kurzer Zeit in unserem Mehrgenerationenhaus tätig. Umso mehr gefiel mir der Einblick in die Unterschiedlichkeit der Häuser.“ Auch Bracker zog ein ganz ähnliches Resümee über die Bedeutung der Arbeit der Mehrgenerationenhäuser: „Es lohnt sich darüber nachzudenken, welche Generationen welche Bedürfnisse haben und wie man diese miteinander in Verbindung bringt. Man weiß schon lange über den demografischen Wandel Bescheid, und trotzdem kann hier noch viel getan werden, um ihn nachhaltig zu begleiten. Es war beeindruckend zu sehen, wie nah auch die anderen Häuser an den Menschen dran sind.“

Nach der Ideenkonferenz in Ludwigslust, macht das Format nun Halt in Bayreuth, Mannheim und Bad Oeynhausen für die Häuser der Regionen Südost, Südwest und Nordwest.

Das Ludwigsluster Tageblatt berichtete ebenfalls über die Veranstaltung.

Fotos: BAFzA/Herbert Jennerich