Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Projektsteckbrief

Projektsteckbrief Mehrgenerationenhaus der Stadt Püttlingen

Grenzerfahrungen 2018


Schlagworte: Bildung, Bürgerbeteiligung, Einsamkeit, Freiwilliges Engagement, Freizeitgestaltung, Teilhabe

Demografietyp: 8 Stark alternde Kommunen


Siedlungstyp: Städtischer Raum


Jahres-Projekt mit 8 Modulen. Menschen von 18 bis 78 Jahren erlebten gemeinsam geografische, körperliche u. psychologische Grenzerfahrungen


Projektbeschreibung

Mit den Grenzerfahrungen bot das MGH der Stadt Püttlingen erstmals ein Projekt an, das von 03-12/2018 lief. Ziel war, thematisch & inhaltlich zusammenhängende Veranstaltungen anzubieten, die alle Generationen (Abk. im ff.: G) gleichermaßen interessiert, Menschen aller G in regelmäßigen Abständen zusammenbringt & so den Dialog der G stärkt. Realisiert wurde es mit einer starken Fokussierung auf die Bereiche kulturelle & politische Bildung in Verbindung mit Freizeitgestaltung. Vor dem Hintergrund, dass das Saarland in einer Grenzregion zu Frankreich u. Luxemburg liegt - mit offenen Grenzen im Sinne des Schengener Abkommens, die heute von den Menschen in der Region als selbstverständlich wahrgenommen werden. Die verschiedenen Erfahrungen der einzelnen G mit der Grenznähe bildeten den thematischen Hintergrund, der Alle ansprechen sollte: Die Jüngeren kennen die Grenzen nicht mehr, die 35- bis 65-Jährigen haben die Annäherung von Deutschland & Frankreich, die Deutsche Einheit & die Dynamik der europäischen Bewegung miterleben dürfen & die Älteren sind mit dem Klischee aufgewachsen: „Der Franzose ist der Erbfeind.“ 8 Module: (1) Eröffnungs-veranstaltung mit Literatur , (2) Vortrag zu Europa, (3) Tagesfahrt entlang der Grenze, (4) Dreitägige Radtour mit Camping, (5) Wanderung, (6) Informationsfahrt Straßburg m. Besuch Europa- Parlament, (7) Erlebnisabend, (8) sechstägige Reise nach Berlin - Thema „Die MAUER“


Bildergalerie


Einbindung der Querschnittziele

Durch unterschiedliche Erfahrungen, die jede G mit Grenzen gemacht hat, wurde ein sehr lebhafter Dialog der G initiiert. Gleiches gilt für Module, bei denen körperliche Grenzen erfahrbar wurden. Gegenseitige Rücksichtnahme, Unterstützung & das füreinander Verantwortung übernehmen standen im Mittelpunkt; es wurde von allen TeilnehmerInnen vorbildlich praktiziert & gelebt. Sozialraumorientierung: Der Sozialraum Stadt Püttlingen ist u.a. von starkem Bedürfnis der Menschen nach Bildung als Element der Freizeitgestaltung geprägt. Auf dieses Bedürfnis hat das Projekt erfolgreich reagiert. Es hat dazu beigetragen, dass über den Kreis der TeilnehmerInnen hinaus die BürgerInnen ihre Heimatstadt als modernen, von Kreativität & Toleranz geprägten Sozialraum erleben, in dem sich kommunalpolitisch Verantwortliche durch die Unterstützung des MGH den Herausforderungen einer sich verändernden Gesellschaft stellen. „Freiwilliges Engagement“: Die Chancen, sich im Projekt freiwillig zu engagieren, wurden über das übliche Maß hinaus genutzt: Inhaltliche Vorbereitung (Erarbeitung Info-Broschüren und Erstellung eines Buches, Mithilfe bei der Dokumentation etc.), die eigenständige Betreuung einzelner Module sowie logistische Unterstützung bei der Verwirklichung: Aufbauarbeiten, Transportleistungen, Vorbereiten der Mahlzeiten. Viele TeilnehmerInnen engagieren sich nun dauerhaft ehrenamtlich im MGH.


Wirkung

Alle gesteckten Ziele wurden erreicht, wobei folgende Wirkungen besonders positiv herausgehoben werden können: Das MGH ist durch die Resonanz in Presse & Bevölkerung bekannter geworden; es wurden aus den Projektteilnehmern mehrere EhrenamtlerInnen hinzugewonnen, die sich nun bei anderen Angeboten des MGH einbringen; ALLE TeilnehmerInnen nutzen mittlerweile auch andere Angebote des MGH; es konnten Menschen aller G für gemeinsame Aktivitäten gewonnen werden, ein Kommunikationsprozess zwischen den G wurde erfolgreich initiiert, zwischen unterschiedlichen G haben sich neue Freundschaften gebildet, die weiterhin bestehen. Auch sind „Grenzerfahrungen“ für die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen des MGH zu einem Motivationsprojekt geworden. Das Team konnte die Ernsthaftigkeit der Arbeit eines MGH unter Beweis stellen & ist durch die positiven Rückmeldungen noch mehr motiviert. Es ist professioneller in der Ideenentwicklung & Projektgestaltung im Hinblick auf ein Miteinander der G geworden


Erfahrungsbericht

Mahlzeiten: Bei jedem Modul wurden 1-2 Mahlzeiten, o. Picknick/Imbiss angeboten. Dies führte zu regem Austausch der TeilnehmerInnen & intensiven Gesprächen. Alle haben bestätigt, dass hier niemand ausgeschlossen ist. Auffallend war die stets gelöste Stimmung, in denen Gespräche geführt & viel gelacht wurde. Bildung: Bei Exkursionen wurde den TeilnehmerInnen Basisinformationen (Faltblatt von 4-20 Seiten) zur Verfügung gestellt; je nach Thema. Zu Vortragsveranstaltungen & Kreativabend wurden Präsentationen, Kurzfilme oder Bilderschauen gefertigt. Für Modul 4 (Radtour) wurde 1 Ausstellung zusammengestellt & vor Ort im Zeltlager gezeigt. Für die Themenreise „Berlin“ wurde ein individueller Reiserführer in Form eines eigenständig erarbeiteten Buches zur Verfügung gestellt. Der Informations- & Bildungsaspekt des Projektes wurde sehr gelobt. Dokumentation: Das Projekt wurde umfangreich schriftlich dokumentiert & bewertet. Die Dokumentation kann auf Wunsch zur Verfügung gestellt werden.

Kontaktdaten

Mehrgenerationenhaus der Stadt Püttlingen

koordination-mgh@puettlingen.de

http://www.mgh-puettlingen.de/


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