Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Projektsteckbrief

Projektsteckbrief Mehrgenerationenhaus Groß-Zimmern

Demenzaktive Kommune


Schlagworte: Ausbildungs- und Arbeitsmarktnähe/ Kooperation mit der Arbeitsverwaltung, Beratung und Unterstützung von Familien, Beratungs-/ Unterstützungsangebote im Bereich Pflege/ Demenz, Bildung, Bürgerbeteiligung, Freiwilliges Engagement, Infrastruktur, Inklusion, Offener Treff, Selbstbestimmtes Leben im Alter, Teilhabe, Vereinbarkeit Beruf und Pflege

Demografietyp: 6 Stabile Mittelstädte


Siedlungstyp: Städtischer Raum


Das MGH begleitet die Kommune Groß-Zimmern auf dem Weg zur Demenzaktiven Kommune unter Integration aller relevanten Institutionen.


Projektbeschreibung

Das Thema Demenz ist in den letzten Jahren vehement aus den verschämten häuslichen Ecken herausgekommen und auf die Tische von Gesellschaft, Forschung und Politik platziert worden. Deshalb baute das MGH seit 2008 landkreisweit ein Demenenzservicezentrum auf. Es entstanden viele niedrigschwellige Angebote, ein Beratungsangebot in Kooperation mit dem Pflegestützpunkt, Fachtage und Ausstellungen runden das Bild ab. Seit 2019 beschäftigt sich das MGH beispielhaft für den Kreis damit, in Groß-Zimmern Modulsteine für eine demenzfreundliche Kommune zu entwickeln. Zunächst wurden alle relevanten Institutionen und Organisationen, wie Parteien, Kirchen, Schulen, Seniorengruppen, Polizei, Vereine und Gewerbetreibende zu einem runden Tisch eingeladen. Daraus bildete sich eine Gruppe Öffentlichkeitsarbeit und eine Gruppe die Qualifizierung zum Thema anbieten wollen. Vor der Sommerpause 2020 ist eine Bürgerversammlung geplant, um interessierte Mitstreiter zu finden. Ziel des Prozesses ist, für jede Institution passende Modulbausteine zu entwickeln, die sich mit dem Thema auseinandersetzen und einen aktiven Beitrag zur Verbesserung der Lebenssituation der Demenzkranken und ihrer Familien zu leisten.


Bildergalerie


Einbindung der Querschnittziele

In 10 Jahren hat das Demenzservicezentrum des MGH über 200 Freiwillige qualifiziert, die kreisweit in niedrigschwelligen Angeboten tätig sind, Ausstellungen organisiert haben, Fachtage unterstützten oder einen "Lauf gegen das Vergessen" durchführten. In Groß-Zimmern gibt es so seit 8 Jahren im MGH zwei mal die Woche das sogenannte "Café Domino" als niedrigschwelliges Angebot für demenziell Erkrankte. Freiwillige kochen mit den Demenzkranken, bieten kreative Angebote, niedrigschwelliges Gedächtnistraining oder machen Ausflüge. Die katholische Kita hat zusammen mit dem Café Domino ein Musikprojekt durchgeführt. Zweimal organisierten Freiwillige einen "Lauf gegen das Vergessen" für Jung und Alt, um auf das Thema Demenz aufmerksam zu machen. Freiwillige und Demenzkranke arbeiteten an einer Ausstellung, die kreisweit gezeigt wurde. In Schulen wurde in Projekttagen zu dem Thema gearbeitet. Die regelmäßige Sprechstunde für Angehörige wird sehr gut angenommen. Alle diese Erfahrungen mit vielfältigen Angeboten zum Thema Demenz, die das MGH in Groß-Zimmern in den letzten Jahren gemacht hat, werden in Modulsteine der "Demenzaktiven Kommune" einfließen.


Wirkung

Das MGH, Träger Diakonisches Werk, hat seit über 10 Jahren mit seinem Demenzservicezentrum in der Kommune Gr0ß-Zimmern, aber auch kreisweit in Zusammenarbeit mit dem Büro für Senioren und dem Pflegestützpunkt des Landkreises vielfältig zur Enttabuisierung des Themas Demenz beigetragen: Viele Freiwillige sind in der Thematik aktiv, Kinder und Jugendliche informierten sich in vielfältigen Projekten, künstlerische Aktionen und öffentlichkeitswirksame Auftritte z.B. am Weltalzheimertag trugen ebenso dazu bei. Nun gilt es passgenau für die unterschiedlichen Kommunen im Landkreis Modulsteine zu entwickeln, um diesen Prozess zu vertiefen. Begonnen haben wir vor einem halben Jahr in der Kommune Groß-Zimmern, in der wir seit Jahren beispielhaft für den Landkreis an der Thematik arbeiten. Wir werden als Impulsgeber zum Thema Demenz gesehen. Wir sind mitten in dem Prozess der Entwicklung der Modulsteine und es liegen bereits Anfragen aus zwei weiteren Landkreiskommunen vor.


Erfahrungsbericht

Praxistipps: - Einrichtung von niedrigschwelligen Angeboten zur Entlastung pflegender Angehöriger - Qualifizierung von Freiwilligen - Beratung von ambulanten Diensten - Sprechstunden - "Lauf gegen das Vergessen" - Wanderausstellung zum Thema Demenz - Besuch von Theaterangeboten im Landkreis - Musikprojekt mit Kindergärten - Memorymobil (Einsatz eines Infobusses in Kommunen) - Aktionen am Weltalzheimertag - Vorleseaktionen in Pflegeheimen durch Jugendliche

Kontaktdaten

Mehrgenerationenhaus Groß-Zimmern

mgh@diakonie-darmstadt.de

https://gross-zimmern.mehrgenerationenhaus.de/


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