Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Projektsteckbrief

Projektsteckbrief AWO-Mehrgenerationenhaus Landsberg

Interkultureller Frauentreff


Schlagworte: Ausbildungs- und Arbeitsmarktnähe/ Kooperation mit der Arbeitsverwaltung, Bürgerbeteiligung, Einsamkeit, Freiwilliges Engagement, Freizeitgestaltung, Integration von Menschen mit Migrations- und Fluchtgeschichte, Teilhabe

Demografietyp: 6 Stabile Mittelstädte


Siedlungstyp: Ländlicher Raum


Es gibt einen eigenen, geschützten Raum für Frauen und Kinder mit Fluchterfahrungen/Migrationshintergrund: den Frauentreff Interkulturell.


Projektbeschreibung

Ein ehrenamtlichen Team von Frauen hat 2015 den "Frauentreff Interkulturell" unter dem Dach des Mehrgenerationenhauses (MGH) Landsberg ins Leben gerufen. Das "Café der Kulturen" besuchten zunehmend junge Männer und die Frauen dort fühlten sich am Rande und unwohl. Sie benötigten einen eigenen Treff im MGH, um Deutsch zu lernen, kreativ zu sein, sich auszutauschen, zu kochen, zu backen oder einfach gemeinsam Spaß zu haben. Ein gemeinsames Miteinander der Geschlechter kann sich aus religiösen und kulturellen Gründen schwierig gestalten. Wichtig für die Frauen: Kinder sind willkommen. Während der Treffen an zwei Dienstagvormittagen im Monat finden die Frauen nun Kontakt, erfahren von anderen Kulturen und vergleichen deutsche Lebensweise mit derjenigen aus den Herkunftsländern. Nur unter Frauen zu sein, ist eine gewohnte Lebenserfahrung für viele von ihnen. Es ist eine Situation, in der sich die Frauen öffnen können. Dabei wird freier geredet oder gelacht, manchmal geweint. Einmal kam eine Musikgruppe zu Besuch. Jeder weiß, wie verbindend Musik sein kann – zumal, wenn es mit der sprachlichen Verständigung noch nicht so gut klappt. Musik öffnet als Sprache der Seele die Herzen. So klingt Deutschland, hieß es bei bayerischer Stubenmusik. Dann griffen einige Frauen im Treff zu mitgebrachten Trommeln und die Rhythmen wurden schneller. Die Kinder strahlten, alle tanzten im Kreis.


Bildergalerie


Einbindung der Querschnittziele

Der Frauentreff ist entstanden als ein Projekt aus der MGH-Ehrenamtsqualifizierung, eine Ausbildung nach dem Programm "Erfahrungswissen für Initiativen", die regelmäßig im Mehrgenerationenhaus Landsberg stattfindet. Meist nehmen Menschen der Generation 60plus diese Angebot wahr, auf der Suche nach einer sinnvollen Beschäftigung. Von der Idee zur Umsetzung war es ein kurzer Weg. Ein Team von Frauen sprach die Einladung aus und die internationalen Frauen, meist jüngere mit Kindern, kamen. Als Träger wählten die Aktiven das MGH aus.


Wirkung

Zum Frauentreff Interkulturell kommen jedes Mal zwischen 7 und 20 Frauen aus verschiedenen Ländern zusammen. Ihre Herkunftsländer sind Afghanistan und Syrien, Sierra Leone, Iran oder Äthiopien. Einige stammen aus den europäischen Nachbarländern und der Türkei. Mitgebrachte Kleinkinder tummeln sich in der Spielecke. Als Team des Treffs wirken fünf deutsche Frauen der Generation 60plus, Ehrenamtliche aus dem Mehrgenerationenhaus, die Kaffee und Tee vorbereiten, ein Picknick planen, ein kreatives Angebot gestalten oder backen und kochen. Die Umgangssprache ist Deutsch und der Umgangston ist herzlich. Wohlfühlen und Ankommen in Landsberg ist das Ziel. Manchmal ergibt darüber hinaus zusätzlich ein Kontakt, z.B. ein Bewerbungscoaching oder eine Familienpatenschaft.


Erfahrungsbericht

Gastlichkeit gilt als ein wichtiger Schlüssel für den Zuspruch und Erfolg beim Frauentreff Interkulturell. Nie fehlt es an Obst und Gebäck, Kaffee oder Tee. Exkursionen, Vorträge und Aktivitäten werden geplant und durchgeführt. Die Finanzierung aller Aktivitäten ist eine Herausforderung.

Kontaktdaten

AWO-Mehrgenerationenhaus Landsberg

mehrgenerationenhaus.landsberg@awo-obb.de


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