Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Projektsteckbrief

Projektsteckbrief Mehrgenerationenhaus Nuthetal e.V.

Die Nuthetaler Familienkonferenzen


Schlagworte: Beratung und Unterstützung von Familien, Beratungs-/ Unterstützungsangebote im Bereich Pflege/ Demenz, Bildung, Bürgerbeteiligung, Digitalisierung/Digitale Bildung, Einsamkeit, Freiwilliges Engagement, Freizeitgestaltung, Infrastruktur, Jugendgerechte Gesellschaft, Kinderbetreuung, Offener Treff, Selbstbestimmtes Leben im Alter, Teilhabe, Vereinbarkeit Beruf und Familie, Vereinbarkeit Beruf und Pflege

Demografietyp: 3 Prosperierende Kommunen im Umfeld dynamischer Wirtschaftszentren


Siedlungstyp: Ländlicher Raum


Die Familienkonferenz lädt jährlich alle Nuthetaler*innen ein, ihr Lebensumfeld und das Zusammenleben in der Kommune aktiv mitzugestalten.


Projektbeschreibung

Seit 2016 lädt das Mehrgenerationenhaus unter dem Dach des Lokalen Bündnis für Familie Nuthetal einmal im Jahr alle Nuthetaler*innen ein, um sich über Ideen, Wünsche und Bedarfe zur Mitgestaltung einer familienfreundlichen und lebenswerten Gemeinde auszutauschen. Ziel ist es, den Bürger*innen eine Plattform zu bieten, um Mitsprache und Mitgestaltung in der Gemeinde aktiv zu fördern und im Miteinander handlungsorientierte Ergebnisse zu erarbeiten. Mit der Open Space Methode hat jeder die Möglichkeit, seine Themen einzubringen. Die inhaltliche Offenheit motiviert auch junge Menschen sich freiwillig und demokratisch zu beteiligen und Verantwortung für ihre Anliegen zu übernehmen. Die Teilnehmenden geben ihre Themen ins Plenum und gestalten im weiteren Verlauf dazu je eine Arbeitsgruppe, die dann nächste Projektschritte gemeinsam erarbeitet. Die Arbeitsergebnisse werden am Ende im Plenum vorgestellt und dokumentiert. Zusammenfassung: Die Familienkonferenz bietet eine niedrigschwellige Plattform zum Austausch aktueller Anliegen ohne jegliche Themenvorgabe. Die Bereitschaft selbst zu handeln und Verantwortung zu übernehmen wird damit positiv beeinflusst. Im Zusammenspiel zwischen den Teilnehmer*innen, Fachkräften und Verwaltung sind schnelle und unkonventionelle Lösungen möglich. Vorhandene Ressourcen werden transparent und nachhaltig nutzbar gemacht. Auf den Sozialraumkonferenzen wird über die Ergebnisse regelmäßig berichtet.


Bildergalerie


Einbindung der Querschnittziele

Unser MGH ist seit 2012 im Lokalen Bündnis für Familie Nuthetal, an sozialräumlichen Planungsprozessen und der Durchführung familienfreundlicher Veranstaltungen aktiv beteiligt. Zum Netzwerk gehören soziale Einrichtungen (Kitas, Schule, Hort, Jugendclub), Familienzentrum und Partner wie Volkssolidarität, Kirchengemeinde, Vereine, Gewerbetreibende und die Gemeinde. Dabei können wir uns auf ein gelebtes und tragfähiges Zusammenspiel von haupt- und ehrenamtlich Engagierten zurückgreifen. Durch eine intensive Öffentlichkeits- und Gremienarbeit auf „Augenhöhe“ gelingt es, Menschen aller Altersgruppen zu erreichen und in partizipative und demokratische Prozesse einzubeziehen. Das MGH ist seit mehr als 10 Jahren ein Ort des Zusammenhaltes und des gemeinschaftlichen Miteinander. Kinder, Familien und Senioren treffen sich täglich und haben vor Ort verlässliche Ansprechpartner*innen. Diese Faktoren begünstigen eine aktive, heterogene und selbstbestimmte Beteiligung an der Familienkonferenz. Jeder findet sich dabei wieder. Neben der gewählten Planungsmethode sind eine einladende Arbeitsatmosphäre Garanten für erfolgreiche Konferenzen. Viele freiwillige Helfer*innen (Volkssolidarität, Kita, Einzelpersonen) schaffen dafür die Rahmenbedingungen. Dazu gehören u.a.: großzügige Räume, ein modernes Tagungsequipment und ein gesundes ansprechendes Buffet. Die Moderation erfolgt in Kooperation mit der RAA Brandenburg. Kosten entstehen für das Bündnis dabei nicht.


Wirkung

Die Familienkonferenz bringt Menschen aller Altersgruppen zusammen und ermöglicht einen kontinuierlichen Austausch zu unterschiedlichen Bedarfen. Vereinbarte Themen werden fortgeschrieben, neue Ideen und Bedarfe formuliert und dafür konkrete Handlungsschritte vereinbart. In Arbeitsgruppen wird das Vereinbarte über das Jahr fortgeschrieben und auf der nächsten Konferenz präsentiert. Ergebnis ist ein verbindliches Miteinander. Das Erarbeitete fliest ein in sozialräumliche Planungsprozesse in der Gemeinde. Von den Menschen wird die Konferenz als ein Instrument wahrgenommen, sich aktiv und selbstbestimmt zu beteiligen und mit zu gestalten. Die Familienkonferenz wurde im Rahmen der LAG MGH BRB und der bundesweiten Telekonferenz als übertragbares Praxisbeispiel für die partizipative Sozialraumorientierung vorgestellt und „inspirierte“ Familienministerin Franziska Giffey im September 2018 zu einem Besuch in unserem MGH. Hier gab es eine Gesprächsrunde mit Teilnehmer*innen der Konferenz.


Erfahrungsbericht

Eine gut organisierte und liebevoll gestaltete Infrastruktur (freundlicher Empfang, Wegeleitsystem, einladender Saal, separate Arbeitsbereiche, Buffet, Blumenschmuck, Arbeits- und Schreibmaterialien, aufnehmende Kommunikation) unterstützt die ungezwungene Arbeitsatmosphäre und regt zum Mitmachen an. Neugierige Einzelpersonen, die keinem Verein oder Gremium angehören bringen sich ebenfalls aktiv ein und haben oft ein Ohr für Themen anderer. Jeder entscheidet freiwillig inwieweit er eine Arbeitsgruppe gründen oder mitmachen möchte. Zur Durchführung der Veranstaltungen des Bündnisses stehen uns kommunale Mittel (Budget), Sozialraummittel des Landkreises (Budget) und Lottomittel zur Verfügung. Projektbezogen werden wir durch Spenden regionaler Unternehmen unterstützt. Als geldwerte Sachleistung werden die Nutzung der Räumlichkeiten, die Bereitstellung von Technik und Ausstattung und die zeitlichen Budgets der ehrenamtlich Aktiven zur Ko-Finanzierung der Maßnahmen eingesetzt.

Kontaktdaten

Mehrgenerationenhaus Nuthetal e.V.

info@mehrgenerationenhaus-nuthetal.de

http://www.mehrgenerationenhaus-nuthetal.de/


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