Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Projektsteckbrief

Projektsteckbrief Mehrgenerationenhaus Chemnitz

GROßELTERN für mich


Schlagworte: Beratung und Unterstützung von Familien, Einsamkeit, Freiwilliges Engagement, Freizeitgestaltung, Kinderbetreuung, Selbstbestimmtes Leben im Alter, Teilhabe, Vereinbarkeit Beruf und Familie

Demografietyp: 7 Wirtschaftszentren mit geringerer Wachstumsdynamik


Siedlungstyp: Städtischer Raum


MGH vermittelt Wunschgroßeltern für Chemnitzer Familien


Projektbeschreibung

Das Patenprojekt „GROßELTERN für mich“ ist ein generationsübergreifendes Vorhaben der ersten Stunde und besteht erfolgreich und ununterbrochen bereits zehn Jahre im MGH Chemnitz. Mindestens solange suchen Eltern, Alleinerziehende und Paare Betreuungspersonen für ihre Kinder in Chemnitz, die wie Oma und Opa da sind. Die, wenn Not am Mann ist, auch die kleinen und großen Alltagssorgen teilen. Umgekehrt vermissen viele Chemnitzer Seniorinnen und Senioren Kinder und Enkel, die weit weg wohnen oder in der eigenen Familie ganz fehlen. Diese Lücke schließt „GROßELTERN für mich“, indem es im Rahmen von Austauschcafés und individuellen Kennenlerntreffen die Beteiligten zusammenbringt sowie regelmäßig und individuell begleitet. Der Bedarf des Patenschaftsprojektes ist seit zehn Jahren ungebrochen. Zwischenzeitlich sogar rein ehrenamtlich im MGH koordiniert, konnten sich hunderte Menschen, Wunschgroßeltern und Familien in Chemnitz finden und gegenseitig unterstützen. So wird nicht nur ein innovatives, flexibles Betreuungsmodell vermittelt, das die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördert, sondern auch der Generationenzusammenhalt wie in einer eigenen Familie mit drei Generationen - Kindern, Eltern und Großeltern - zukunftsweisend gelebt.


Bildergalerie


Einbindung der Querschnittziele

Die Wunschgroßeltern sind aktive Chemnitzer Bürgerinnen und Bürger, die in der Regel nicht mehr am Erwerbsleben teilnehmen. Sie engagieren sich freiwillig und stellen dem Projekt ihre Zeit und ihren Erfahrungsschatz zur Verfügung. Sie kommen mit der Kinder- und Enkelgeneration zusammen, denn das Projekt ist darauf angelegt, den Zusammenhalt dreier Generationen wie in einer Großfamilie zu sichern. Das MGH bietet Wunschgroßeltern und Familien dafür einen geschützten Raum und sozialpädagogisches Fachpersonal zur Begleitung der Patenschaften. Das Projekt agiert vom MGH aus innerhalb eines sozialen Netzes in Chemnitz. Je nach Ausgangssituation und Bedarf werden die Beteiligten auch in andere passende Hilfen vermittelt, können die vielfältigen Angebote zur Freizeitgestaltung im MGH nutzen oder von dessen Kooperationen, z.B. mit der lokalen Arbeitsverwaltung (Kooperationsvertrag besteht), profitieren. „GROßELTERN für mich“ findet in Zusammenarbeit mit der Stadt Chemnitz – seit 2015 insbesondere im lokalen Modell „Kinder- und Familienzentren“ -, mit dem Chemnitzer Netzwerk Frühe Hilfen sowie mit den Akteuren der Freiwilligenarbeit statt und wird dort geschätzt und gepflegt.


Wirkung

Das Patenprojekt „GROßELTERN für mich“ beantwortet die Frage, wie wir in Zukunft zusammenleben wollen, wegweisend und nachweislich tragfähig. Dort, wo die eigene Familie fehlt, werden unabhängig davon Menschen aller Generationen - Kinder, Eltern und Großeltern - zusammengebracht, um sich gegenseitig zu unterstützen. So wird die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gefördert. Zudem lernen sich die Generationen (wieder) kennen und schätzen. Neue und tragfähige soziale Netze werden geschnürt, um der Vereinsamung von Menschen, seien es Senioren oder alleinerziehende Eltern, vorzubeugen. Unser „Klassiker“ generationsübergreifender sozialer Arbeit hat inzwischen eine breite mediale Resonanz erfahren. Die Beteiligten werden auch im Jahr 2019 weiter aktiv sein. Am 29. Mai 2019 ist eine 10-Jahre-Jubiläumsfeier im Rahmen des Internationalen Tags der Familie geplant. Das Vorhaben ist ohne weiteres in andere MGHs übertragbar.


Erfahrungsbericht

Seit zehn Jahren zeigt sich ein hoher Bedarf an Wunschgroßeltern. Die Nachfrage der Familien hat dabei oft die Bereitschaft von Senioren, sich dem Wunschgroßelterndasein zu widmen, überstiegen. Hier braucht es einen langen Atem und auch die Fähigkeit des MGH, die eigenen Grenzen zu erkennen. Denn auch hier kann nicht jeder Wunsch sofort erfüllt werden. Ein koordiniertes Matching mit Fragebögen und begleitendem Kennenlernen hilft. Und natürlich helfen auch wachsende Erfahrung und eine lange Reihe positiver Vermittlungen – inzwischen auch nach anfänglichen Vorbehalten von Wunschgroßeltern und Familien unterschiedlicher Herkunft, was uns besonders stolz macht. Förderlich sind frei zugängliche, neutrale und kostenfrei nutzbare Räume und ein breites soziales Netzwerk für verschiedene Problemlagen, wie es das MGH Chemnitz bietet. Das ermöglicht unkomplizierte Begegnungen aller Generationen aus der Mitte der Gesellschaft heraus, für die ein echter Bedarf besteht. Damit ist die Nachhaltigkeit des Angebots - aus sich heraus und im MGH-Netzwerk eingebettet - auch in Zukunft gesichert.

Kontaktdaten

Mehrgenerationenhaus Chemnitz

mehrgenerationenhaus@solaris-fzu.de

https://www.solaris-fzu.de/einrichtungen/mehrgenerationenhaus.html


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