Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Projektsteckbrief

Projektsteckbrief KREML Kultur Regional und Modernes Leben

Café Zeitlos- Betreuungs-und Entlastungsangebot für Demente und deren Angehörige


Schlagworte: Vereinbarkeit Beruf und Familie, Beratungs-/ Unterstützungsangebote im Bereich Pflege/ Demenz, Beratung und Unterstützung von Familien, Selbstbestimmtes Leben im Alter

Demografietyp: 5 Städte und Gemeinden in strukturschwachen ländlichen Räumen


Siedlungstyp: Städtischer Raum


Deckung der regionalen Bedarfslücke zwischen häuslicher und institutioneller Demenzbetreuung


Projektbeschreibung

Das Mehrgenerationenhaus Hahnstätten betreibt in Kooperation mit dem DRK Ortsverein Hahnstätten ein niederschwelliges Angebot zur Betreuung von an Demenz erkrankten Menschen und zur Entlastung von pflegenden Angehörigen. An zwei Nachmittagen in der Woche jeweils von 14-18 Uhr werden maximal sechs demente Menschen in einer eigens hierfür hergerichteten Begegnungsstätte im Ortskern von Hahnstätten betreut und hierdurch den Angehörigen Gelegenheit zur Gestaltung freier Zeit gegeben. Geschulte Demenzhelfer übernehmen ehrenamtlich die Betreuung. Zudem besteht ein ehrenamtlich organisierter Fahrdienst. Bei der Platzierung des „Café Zeitlos“ ist u.a. auch der Gedanke zielführend, das Unterstützungsangebot direkt am Wohnort im dörflichen Umfeld anzubieten und die Senioren nicht in fremde Umgebung zu verpflanzen. Die Örtlichkeit befindet sich in direkter Nachbarschaft zum Jugendhaus und der Gemeindebücherei, sodass sich vielfältige Gelegenheiten für Kontakte ergeben. Zugleich stammen die Demenzhelfer aus derselben bekannten Region und sind im besten Fall sogar nachbarschaftlich mit den Besuchern der Betreuungsgruppe verbunden. Zugleich ermöglicht das familienentlastende Angebote den Verbleib von pflegebedürftigen Menschen in der Häuslichkeit, sodass eine Heimunterbringung zeitlich hinausgezögert werden kann. Ergänzend zum Projekt finden regelmäßig Schulungsreihen für pflegende Angehörige und offene Gesprächsrunden auf Selbsthilfebasis statt.


Bildergalerie


Einbindung der Querschnittziele

Ohne den Einsatz freiwillig engagierter Helfer wäre Café Zeitlos undenkbar. Bei der Planung wurde sehr viel Wert auf niederschwelligen Zugang für die Nutzer gelegt . Es schließt die Lücke zwischen häuslicher und institutioneller Pflege. Am Standort Hahnstätten gibt es keine institutionelle kommerzielle Tagespflege für Demente. Die freiwilligen Helfer wurden gründlich im Rahmen einer Schulung auf deren Tätigkeit vorbereitet. Jeder interessierte Helfer kann Probetage absolvieren, um sich ein Bild über die potentielle Aufgabe zu machen. Der Helfer erhält eine Aufwandsentschädigung von 6 Euro in der Stunde . Die Helfer engagieren sich ausschließlich in Tandems, wobei immer ein ausgebildeter Alltagsbegleiter vor Ort ist, um fachliche Fragen zu klären. Unter den Helfern befinden sich Schüler, welche durch den Kontakt zu Lehrern regionaler Schulen auf die Idee zur Mitarbeit gebracht wurden, aber auch Rentner, welche den Ruhestand sinnvoll gestalten wollen. Die Zeiteinteilung erfolgt nach individuellem Wunsch, sodass jeder im Hinblick auf zeitliches Volumen seinen Einsatz selber bestimmt. In regelmäßigen Abständen werden Anzeigen zur Freiwilligenaquise geschaltet. Die örtliche Presse unterstützt durch Berichterstattung. Nicht zu unterschätzen ist die persönliche Ansprache von möglichen Helfern im Standort Hahnstätten oder im offenen Treff des Mehrgenerationenhaus beispielsweise beim Mittagstisch. Würdigung erhalten die Helfer durch interne Weiterbildung oder Geselligigkeit.


Wirkung

Das Café Zeitlos hat sich rasch nach der Gründung im November 2013 zu einem Erfolgsmodell entwickelt. Während in der Anfangsphase der Bedarf an niederschwelliger Unterstützung besonders in der Kommunalpolitik stark bezweifelt wurde, hat das Angebot stark an Renommee gewonnen und ist am Ort etabliert. Die Begegnungsstätte, welche für alle Bürger und viele Zwecke nutzbar ist, heißt im Volksmund "Café Zeitlos". Die Öffentlichkeit ist besser über das Thema "Demenz" informiert und pflegende Angehörige verlieren die Scheu, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Der örtliche Gewerberring hat bereits Spendenaktionen zugunsten des Projektes organisiert. Gewachsen ist mittlerweile der Bedarf an Betreuung und Entlastung im Privathaushalt. Einige Besucher des Projektes sind wegen des Fortschreitens der Erkrankung nicht mehr in der Lage, das Haus zu verlassen. Zunehmend werden nun häusliche Besuche und Betreuung im Wohnraum der Betroffenen durchgeführt.


Erfahrungsbericht

Die Kooperation mit dem regionalen DRK-Ortsverein hat sich als Erfolgsidee erwiesen. Das MGH partizipiert an der starken Verwurzelung des Vereins und einem Vertrauensvorschuss in der Bevölkerung, andersherum gewinnt der DRK Ortsverein durch die Kooperation mit dem MGH vor allem an Knowhow im Bereich Projektmanagement und Öffentlichkeitsarbeit. Der Synergieeffekt erweist sich als Win-Win für beide Parteien. Gleichzeitig ist auch klar: Ehrenamt braucht Hauptamtlichkeit. Die freiwilligen Helfer wurden umfassend für deren Tätigkeit qualifiziert, was zum einen Handlungssicherheit für die Helfer ermöglicht, zum anderen die Qualität der geleisteten Arbeit gewährleisten hilft. Jederzeit kann Rat von einer gerontopsychiatrischen Fachkraft eingeholt werden. Von Anfang an wurden möglichst viele Bürger informiert und auch die Beteiligten der Kommunalpolitik in einem sehr frühen Planungsstadium über das Konzept des Projektes informiert. Das Ganze wurde ab Beginn auf möglichst breite Füße gestellt.

Kontaktdaten

KREML Kultur Regional und Modernes Leben

mehrgenerationenhaus@kreml-kulturhaus.de


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