Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Projektsteckbrief

Projektsteckbrief Mehrgenerationenhaus Heilhaus Kassel

Gemeinsam statt einsam - neue Wohnformen


Schlagworte: Vereinbarkeit Beruf und Familie, Vereinbarkeit Beruf und Pflege, Beratungs-/ Unterstützungsangebote im Bereich Pflege/ Demenz, Beratung und Unterstützung von Familien, Inklusion, Selbstbestimmtes Leben im Alter, Freizeitgestaltung, Offener Treff, Freiwilliges Engagement, Haushaltsnahe Dienstleistungen, Teilhabe

Demografietyp: 7 Wirtschaftszentren mit geringerer Wachstumsdynamik


Siedlungstyp: Städtischer Raum


Entwicklung von gemeinschaftlichen Wohnformen für Menschen mit Hilfebedarf und ihre Einbeziehung in das lebendige Miteinander des MGHs


Projektbeschreibung

Eine Herausforderung des demographischen Wandels zeigte sich im Bedarf an Unterstützungsangeboten für alte und pflegebedürftige Menschen und deren starker Vereinsamung. Das Ziel war die Entwicklung von gemeinschaftlichen Wohnformen für alte Menschen und Menschen aller Altersgruppen und ihre Einbeziehung in das lebendige Miteinander des Mehrgenerationenhauses. Es wurden 23 Wohnplätze geschaffen in unterschiedlichen Wohnformen: Einzelwohnen, Paarwohnen und Wohnen in einer Wohngemeinschaft. Die Wohnungen liegen inmitten einer Gemeinschaftssiedlung, in der 130 Menschen im Alter von 2-95 Jahren leben und im Stadtteil Rothenditmold. Ein Teil des Projektes ist das Wohnhaus "Leben in Generationen". Hier befindet sich im Erdgeschoss eine Kindertagesstätte mit U3-Betreuung (18 Plätze) sowie eine Schule für schwerkranke Kinder (5 Plätze). Im ersten Stock gibt es vier barrierefreie Wohnungen. Zur Zeit werden sie von einem Ehepaar und zwei alleinstehenden alten Frauen bewohnt. Eine vierte Wohnung ist vorübergehend an einen Mann vermietet, dessen Frau im Mehrgenerationenhospiz zum Ende ihres Lebens begleitet wird. Es ermöglicht dem Ehemann, in ihrer Nähe zu sein und Trost in der Gemeinschaft mitfühlender Menschen zu erfahren. Im zweiten Stock wohnen eine Familie mit zwei Kindern und eine alleinstehende Frau (die Leiterin des Mehrgenerationenhospizes). Das generationenübergreifende Miteinander ist geprägt von Begegnungen im Alltag (auch im Garten), gezielten Besuchen und gegenseitiger Hilfe.


Bildergalerie


Einbindung der Querschnittziele

In der Siedlung am Heilhaus befinden sich auch ein Geburtshaus, eine Kindertagesstätte, eine Schule für schwerkranke Kinder, ein medizinisches Versorgungszentrum mit zwei AllgemeinmedizinerInnen und drei PsychologInnen und ein Mehrgenerationenhospiz. Es gibt einen Mix an professioneller Versorgung durch den ambulanten Pflegedienst des Heilhauses und des medizinischen Versorgungszentrums und ehrenamtliche und nachbarschaftliche Begleitung durch Freiwillige. Die Menschen sind eingebettet in das alltägliche Leben des Mehrgenerationenhauses, nehmen z.B. am Offenen Mittagstisch teil, begegnen sich im Garten und gestalten gemeinsame Feste. Das Mehrgenerationenhaus Heilhaus wurde in den vergangenen 27 Jahren aufgebaut. Es ist eine Gemeinschaft entstanden, ein Ort der Begegnung von Jung und Alt. Der Zusammenhalt der Generationen wird gestärkt und das soziale und kulturelle Leben im Stadtteil Rothenditmold aktiv mitgestaltet. Zudem engagiert sich das MGH Heilhaus im Stadtteil mit dem Projekt "Leben im Quartier" gemeinsam mit vielen Akteuren im Sozialraum (Wohnungsbaugenossenschaften, Nachbarschaftstreff, Kirchengemeinden) und in enger Absprache mit der Stadt Kassel (Sozialamt, Stadtplanung) für den Ausbau von geeignetem Wohnraum und/oder den Verbleib im sozialen Umfeld.


Wirkung

Die Zielgruppe wurde erreicht: Hochaltrige am Ende ihres Lebens, selbständig lebende alte Menschen ohne Pflegebedarf, deren Vereinsamung entgegengewirkt wird; alte Menschen mit Pflegebedarf; Früherkrankte mit besonderem Unterstützungsbedarf; psychisch Erkrankte aller Altersgruppen, die sinnstiftend eingebunden werden und Menschen aller Altersgruppen in besonderen Lebenssituationen wie Krisen oder nach Unfällen. Die Schaffung von Wohnraum und Einbindung in eine Gemeinschaft ist nachhaltig und ausbaufähig. Der Einsatz für ein sorgendes Miteinander der Generationen ist auf andere MGH und die Sozialplanung der Kommunen übertragbar und nachahmenswert.


Erfahrungsbericht

Die Erfahrung ist, dass Menschen in besonderen Lebenssituationen (etwa nach Unfällen oder sehr plötzlich eintretendem Pflegebedarf oder psychischen Erkrankungen) individuell entwickelte Hilfe benötigen. Eine funktionierende Gemeinschaft mit langjährig aufgebauten tragenden Strukturen wie Pflegedienst, Medizinischem Versorgungszentrum, Kinderbetreuung und haushaltsnahen Dienstleistungen trägt diese Menschen. Hinzu kommen die menschliche Fürsorge, die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben - eine sorgende Gemeinschaft eben. Praxistipps: langen Atem haben bei Verhandlungen mit den Kranken-und Pflegekassen und Nutzen der vielfältigen guten Beziehungen zu den Planern des Sozialraums.

Kontaktdaten

Mehrgenerationenhaus Heilhaus Kassel

mgh-kassel@heilhaus.org

http://www.heilhaus.org


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