Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Die DemografieGestalter 2019

Public Viewing in den Mehrgenerationenhäusern

Am 21. März 2019, verkündete Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey im Livestream die Sieger im Wettbewerb DemografieGestalter 2019 – Der Mehrgenerationenhauspreis. Viele der Mehrgenerationenhäuser hatten zum Public Viewing des Livestreams eingeladen.

In den vier Kategorien „Bildung, Beratung, Betreuung“, „Gesellschaftlicher Zusammenhalt“, „Partizipationsprozesse“ und „Integrationsarbeit“ hatten sich bundesweit Mehrgenerationenhäuser beworben. In ihrer Sitzung am 21. März entschied die unabhängige Jury, welche Mehrgenerationenhäuser in diesem Jahr gewonnen haben. Aus den Siegerhäusern haben wir einige Eindrücke und O-Töne vom Public Viewing erhalten.

 

 

Es geht nach Schwedt

Sieger in der Kategorie „Bildung, Beratung, Betreuung“ wurde das Mehrgenerationenhaus in Schwedt an der Oder. Im Livestream entschied Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey per Losverfahren, welches Mehrgenerationenhaus sie zur ersten Preisverleihung am 24. Mai 2019 besuchen wird und das Los fiel auf das Mehrgenerationenhaus in Schwedt.

„Ich freue mich sehr, dass unser Schwedter AGENDA-Diplom im Mehrgenerationenhaus den Preis „DemografieGestalter 2019“ bekommen wird. Dieser Preis ist eine Würdigung des Engagements für alle an diesem Projekt beteiligten Personen. Da sind auf der einen Seite die Schüler aller Schwedter Grundschulen mit Ihren Lehrern und Eltern und auf der anderen Seite die vielen Firmen, Einrichtungen und Vereine, die sich im Rahmen des AGENDA-Diploms begegnen, kennenlernen und einen unvergesslichen Ferientag erleben. Aber ohne Ihre koordinierende Projektbegleitung und die finanzielle Förderung der Stadt Schwedt wäre das alles nicht möglich. Ich danke Ihnen allen – das ist eine verdiente Auszeichnung. Möge die Freude darüber Ihnen Kraft geben, das Projekt noch lange für die Menschen Ihrer Stadt zu organisieren“, sagte Bärbel Glogau von der Volkssolidarität, Geschäftsführerin Verbandsbereich Uckermark

„Wir gratulieren Euch ganz herzlich zum Gewinn des Preises „DemografieGestalter 2019“. Das Ferienprogramm „Agenda-Diplom“ ist ein wunderbar nachahmenswertes Projekt. Durch das Miteinander und das Engagement lokaler Akteure können wir unseren Grundschulkindern zeigen, wie bunt, interessant und vielfältig Schwedt ist“, so Juliane Eisenblätter, Öffentlichkeitsarbeit der WOBAG Schwedt eG, Kooperationspartner des MGH Schwedt und Wegbegleiter des Schwedter Agenda-Diploms

„Toll, dass Ihr gewonnen habt! Das Agenda-Diplom macht so viel Spaß, jeden Tag ist was los. Ich habe in den letzten Ferien sogar Löten gelernt“, sagte die achtjährige Hanna, die selbst Agenda-Teilnehmerin war.

Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey machte es bei der Verkündung spannend: „Bei dem Gewinnerprojekt handelt es sich um ein kostenloses Ferienprogramm mit viel Spaß und der Möglichkeit, spielerisch Arbeitsbereiche und Berufe kennenzulernen und Wissenswertes über Themen wie Nachhaltigkeit und Heimatkunde zu erfahren. Das Projekt hat bereits über 1.300 Kinder erreicht und wird durch das Mehrgenerationenhaus zusammen mit 45 Partnern organisiert. Sieger in der Kategorie Bildung, Beratung, Betreuung ist das Mehrgenerationenhaus Schwedt an der Oder mit dem Projekt „Schwedter Agenda Diplom“.“

„Wir haben uns für das Projekt des Mehrgenerationenhauses Schwedt entschieden, weil hier Kinder schon im Grundschulalter eine Chance bekommen, ihre Stadt und das, was es in der Stadt gibt, kennenzulernen. Durch vielfältiges Engagement unterschiedlicher Akteure in der Kommune lernen die Kinder unterschiedliche Berufe und Lebensbereiche kennen. Das geschieht zum Beispiel über Pfannkuchen backen in einem Hotel, Kräuter sammeln, mitarbeiten in einer Schreinerei oder Druckerei. Die Kinder werden für ihre Aktivitäten mit dem Agenda-Diplom belohnt und sie erfahren so Wertschätzung durch die Kommune. Die Teilnahme ist für alle Kinder möglich, da die Angebote kostenlos sind und sogar die Kosten für den ÖPNV übernommen werden“, begründeten die Jurymitglieder Susanne Tatje und Annemarie Gerzer-Sass die Entscheidung.

 

 

Schwebheim steht Kopf

Beim Public Viewing in Schwebheim war auch Bürgermeister Dr. Volker Karb vor Ort und freute sich für das Mehrgenerationenhaus, das in der Kategorie „Gesellschaftlicher Zusammenhalt“ gewonnen hat: „Es ist toll zu sehen, was hier in nur zwei Jahren auf die Beine gestellt wurde und wie viele Ideen hier aufgegriffen und umgesetzt wurden. Den Erfolg und den Zusammenhalt macht die Summe der vielen kleinen und guten Ideen aus. Dass es eine davon zu einem Bundespreis geschafft hat, ist etwas ganz Besonderes und eine schöne und verdiente Wertschätzung für die Arbeit all derjenigen, die sich Tag für Tag im Kleinen um das Miteinander im Dorf kümmern.“

„Wir freuen uns sehr, dass unser Haus den Jurypreis gewonnen hat! Schwebheim steht Kopf und wir haben auch schon viel Aufmerksamkeit bekommen“, sagte Helmtrud Hartmann, die Koordinatorin des Mehrgenerationenhauses im bayerischen Schwebheim.

Die Ministerin beschrieb das Gewinnerprojekt in der Kategorie „Gesellschaftlicher Zusammenhalt“ wie folgt:

„In dem Projekt, das die Jury ausgewählt hat, werden Menschen ab dem 65. Geburtstag zu ihrer von freiwillig Engagierten ausgerichteten Geburtstagsfeier ins Mehrgenerationenhaus eingeladen. Dort werden Sie in der Gemeinschaft gefeiert und gebeten, aus ihrem Leben zu erzählen. Die Geschichten werden aufgeschrieben und stehen Groß und Klein im Mehrgenerationenhaus zum Schmökern zur Verfügung. – Sieger in der Kategorie Gesellschaftlicher Zusammenhalt ist das Mehrgenerationenhaus Schwebheim im Bürgerhaus mit dem Projekt »Geburtstagstreffen mit Geschichten, die das Leben schrieb«.“

Jurymitglied Frank Bachner, Journalist beim Tagesspiegel, verlas im Livestream die Begründung der Jury:

„Wir haben uns für das Projekt des Mehrgenerationenhauses Schwebheim entschieden, weil es die Lebenserfahrungen der jeweiligen Person ins Zentrum rückt. Menschen, die man jahrelang als Nachbarin oder Nachbarn kennt – und doch nicht wirklich kennt – bekommen durch ihre eigenen Geschichten eine völlig neue Identität. Man erfährt von besonderen Erlebnissen und auch, Dinge, die einen Menschen neu fassbar machen. Wer seine Lebensgeschichte vor Zuhörerinnen und Zuhörern erzählen kann, erfährt eine besondere Form von Respekt. Zudem können diese Zuhörerinnen und Zuhörer viel lernen über Dinge, die sie bislang gar nicht oder nur in Ansätzen kannten. Durch die gesammelten Geschichten entsteht eine Art kommunales Gedächtnis. Das Projekt wirkt Einsamkeit entgegen und erreicht auch neue Zielgruppen.“

 

 

Große und kleine Daumen wurden in Nuthetal gedrückt

Das Mehrgenerationenhaus Nuthetal wurde Sieger in der Kategorie „Partizipationsprozesse“.

„Was für eine große Freude und wertschätzende Anerkennung unserer Familienkonferenz! Große und kleine Daumen wurden bei der Live-Übertragung mit hoher Spannung gedrückt. Die Auszeichnung ist insbesondere den engagierten Menschen in Nuthetal gewidmet, die sich im Miteinander für eine familienfreundliche und lebenswerte Gemeinde einsetzen und diese mitgestalten“, bedankte sich Manuela Hartert, Koordinatorin MGH Nuthetal, bei all den Aktiven in Nuthetal.

Und auch die Gäste beim Public Viewing freuten sich sehr: „Unser Mehrgenerationenhaus hat beim Wettbewerb „DemografieGestalter 2019“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mit der Nuthetaler Familienkonferenz den ersten Platz im Bereich Partizipationsprozesse gewonnen. Danke an das Team des MGH für euren tollen Einsatz und herzlichen Glückwunsch zum Preis! Es macht immer wieder Spaß, mit euch unseren tollen Ort gemeinsam noch lebenswerter zu gestalten - für alle Generationen,“ so Steffi Neumann aus Nuthetal.

Bundesfamilienministerin Giffey stellte auch dieses Projekt im Livestream kurz vor, bevor sie den Namen des Siegerhauses verkündete:
„Die Jury hat ein Projekt ausgewählt, bei dem die Menschen vor Ort regelmäßig im Mehrgenerationenhaus zusammenkommen, um gemeinsam mit der Bürgermeisterin zu beraten und zu planen, wie die Kommune familienfreundlich und für alle lebenswert gestaltet werden kann. Die Themen, die dabei diskutiert werden, können die Teilnehmenden selbst bestimmen. Die Ergebnisse fließen in die Sozialraumplanungen der Kommune ein. Sieger in der Kategorie Partizipationsprozesse ist das Mehrgenerationenhaus Nuthetal mit dem Projekt »Die Nuthetaler Familienkonferenz«.

Jurymitglied Jörg Freese verlas dann die Begründung aus der Jurysitzung:
„Wir haben uns für das Projekt des Mehrgenerationenhauses Nuthetal entschieden, weil es alle Generationen anspricht und aktiv in kommunales Handeln einbezieht: In ganz konkrete Angelegenheiten, die das Leben der Menschen vor Ort betreffen. Das ist zum Beispiel der Bürgerbus und das Generationencafé. Das ist gelebte Demokratie – für die junge Generation ist das ein guter Ort, um Demokratie zu lernen. Das Projekt ist methodisch durchdacht und bietet Transparenz in allen Phasen.“

 

 

Zwickau plant Erfahrungsaustausch mit Preisgeld

Mit dem Stadtmagazin „grenzenlos“ gewann das Mehrgenerationenhaus Zwickau in der Kategorie „Integrationsarbeit“.

„Wir freuen uns natürlich sehr, dass wir gewonnen haben. Da wir auch von anderen Mehrgenerationenhäusern wussten, die sich mit tollen Projekten beworben hatten, konnten wir nicht damit rechnen“, sagt Susanne Hartzsch-Trauer, die Koordinatorin des Mehrgenerationenhauses Zwickau. „Mit dem Preisgeld wollen wir versuchen, einen Erfahrungsaustausch in Berlin für unser Team von ‚grenzenlos‘ mit der Kulturtür aus Zehlendorf zu ermöglichen.“

Ministerin Giffey sagte über das Projekt:
„Die Jury hat ein Projekt ausgewählt, bei dem Menschen mit Fluchterfahrung gemeinsam mit einer Journalistin und Interessierten im Mehrgenerationenhaus ein Stadtmagazin für Geflüchtete, Einwanderer und deren Nachbarn erstellen. Die Beiträge zu Themen der Einwanderungsgesellschaft erscheinen jeweils auf Deutsch und in der Muttersprache der Autorinnen und Autoren. Sieger in der Kategorie Integrationsarbeit ist das Mehrgenerationenhaus Zwickau mit dem Projekt »grenzenlos – Magazin für gute Nachbarschaft«.“

Jurymitglied Petra Klug verlas die Begründung für die Auswahl:
„Wir haben uns für das Projekt des Mehrgenerationenhauses Zwickau entschieden, weil
es einen generationen- und kulturübergreifenden Ansatz verfolgt – als Druckversion und digital erreicht es auch alle Generationen. Es wird von freiwillig Engagierten getragen und verschiedene Kooperationspartner werden eingebunden – z. B. im Rahmen der Partnerschaft für Demokratie der Stadt Zwickau. Es ist ein Format mit guter Außenwirkung, das Einblicke in die vielfältigen Erfahrungen von Menschen mit Fluchterfahrungen gewährt. Die Beiträge decken ein breites Spektrum ab und befördern so das wechselseitige Verständnis in einer Einwanderungsgesellschaft.“

 

 

Alle Mehrgenerationenhäuser sind Gewinner

Nachdem die Ministerin den Gewinnern gratuliert hatte, richtete sie sich an alle Mehrgenerationenhäuser: „Auch alle anderen Mehrgenerationenhäuser sind Gewinner. Sie gewinnen mit ihren Angeboten tagtäglich die Herzen der Menschen vor Ort und tragen zu einem gelingenden Miteinander und Füreinander bei. Wir wissen: Das ist nicht selbstverständlich. Vielen Dank für Ihren Einsatz für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft. Damit machen Sie Deutschland spürbar stärker.“