Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Programmhistorie

Die Idee der Mehrgenerationenhäuser wurde 2006 durch die Bundesregierung ins Leben gerufen. Viele Häuser sind seit Anfang an dabei, andere kamen im Laufe der Jahre neu hinzu. Die Grundausrichtung der Mehrgenerationenhäuser ist über die Jahre gleich geblieben, die konkrete Ausgestaltung des Programms hat sich verändert und weiterentwickelt. Ein Rückblick.

Das Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser I (2006-2011)

Am Anfang stand eine Idee: Mehrgenerationenhäuser sollen das Prinzip der früheren Großfamilie in die moderne Gesellschaft übertragen. Jung und Alt begegnen sich in einem öffentlichen Raum, profitieren von ihren unterschiedlichen Kompetenzen, Erfahrungen und Interessen. Mit dem Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser I wurde diese Idee flächendeckend in Deutschland verankert und eine soziale Infrastruktur geschaffen, die vor Ort einen nachhaltigen Beitrag zum Zusammenhalt in der Gesellschaft leistet. Sieben Handlungsfelder standen beim Aktionsprogramm I im Mittelpunkt:

  • Vier Lebensalter unter einem Dach
    Das Mehrgenerationenhaus bringt Kinder und Jugendliche, Erwachsene, junge Alte und Hochbetagte zusammen.
  • Generationenübergreifende Angebote
    Alle Aktivitäten des Mehrgenerationenhauses fördern den Austausch zwischen den Lebensaltern.
  • Kinderbetreuung
    Das Mehrgenerationenhaus fördert die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zum Beispiel durch Randzeiten- und Notfallbetreuung.
  • Freiwilliges Engagement
    Das Mehrgenerationenhaus ist ein Ort, an dem sich Menschen füreinander engagieren und Unterstützung in ihrem Engagement erfahren.
  • Informations- und Dienstleistungsdrehscheibe vor Ort
    Mit haushaltsnahen Dienstleistungen erleichtern die Mehrgenerationenhäuser den Alltag der Menschen.
  • Einbeziehung der lokalen Wirtschaft
    Das Mehrgenerationenhaus vernetzt sich und kooperiert mit Unternehmen, Verbänden, Einrichtungen vor Ort.
  • Offener Treff
    Das Mehrgenerationenhaus bietet einen für alle offenen Ort der Begegnung.

 

Das Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser II (2012-2016)

Mit dem Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser II wurde seit 2012 die erfolgreiche generationenübergreifende Arbeit weiterentwickelt. Dafür erarbeitet die Bundesregierung in Abstimmung mit den Ländern ein neues Konzept, das auf den Erfahrungen aus dem ersten Programm aufbaute und sich gezielt aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen zuwandte. An die Stelle der sieben Handlungsfelder traten vier Schwerpunkte, an denen die rund 450 Häuser im Aktionsprogramm II ihr Arbeiten ausrichteten:

  • Alter und Pflege
    Mehrgenerationenhäuser fördern ein aktives Alter und ein eigenständiges Leben, verbessern die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf und unterstützen dementiell Erkrankte und deren Angehörige. Download: Konzeptpapier „Alter und Pflege“
  • Integration und Bildung
    Mehrgenerationenhäuser schaffen Beratungs-, Unterstützungs-, Bildungs- und Integrationsangebote für Menschen jeden Alters und jeder kulturellen Herkunft.
  • Haushaltsnahe Dienstleistungen 
    Mehrgenerationenhäuser unterstützen Menschen in verschiedenen Lebenssituationen dabei, ihre familiären und beruflichen Aufgaben besser in Einklang zu bringen.
  • Freiwilliges Engagement
    Mehrgenerationenhäuser übernehmen eine Schlüsselrolle bei der Gewinnung von freiwillig Engagierten und der Entwicklung von Angeboten zum Freiwilligen Engagement. 

Im Aktionsprogramm II standen darüber hinaus die Stärkung der Beschäftigungsfähigkeit und die Verbesserung des Zugangs zur Beschäftigung im Fokus. Das bedeutete konkret, dass Mehrgenerationenhäuser Angebote zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiterentwickelten. Ebenso wurden Angebote für Arbeitsuchende und Alleinerziehende etabliert.

Das Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus (2017 – 2020)

Das Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus löste das Aktionsprogramm II zum 1. Januar 2017 ab. Die Konzentration auf den Schwerpunkt „Gestaltung des demografischen Wandels“ gibt den jetzt rund 550 Mehrgenerationenhäusern noch mehr Freiräume, ihre Angebote auf die konkreten Bedürfnisse vor Ort abzustimmen.