Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Demografischen Wandel gestalten: Generationentreff als Sofortmaßnahme

Das Mehrgenerationenhaus (MGH) „Mehrgenerationentreff“ in Buchen im Odenwald ist 2017 neu im Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus gestartet. Die Gemeinde Buchen ist sehr aktiv in der Gestaltung des demografischen Wandels und wurde vom Land Baden-Württemberg als familienfreundliche, bürgeraktive und demografiesensible Kommune ausgezeichnet. Simone Schölch und Helga Schwab-Dörzenbach vom MGH Buchen berichten von den Anfängen des MGH.

Dem demografischen Wandel gemeinsam begegnen
In der Gemeinde Buchen ist der demografische Wandel ein wichtiges Thema: Bürgermeister Roland Burger setzt sich schon lange mit den Herausforderungen für Buchen auseinander. Die Kommune ist schon seit 2013 aktiv damit beschäftigt, den demografischen Wandel zu gestalten. Im Februar 2014 wurde eine Generationenwerkstatt unter dem Motto „Jung und Alt – Wir machen Zukunft“ durchgeführt. 31 Jugendliche aus drei Buchener Schulen diskutierten mit 26 Seniorinnen und Senioren aus der Stadt die Frage „Was wünschen wir uns für Buchen?“. Ein zentraler Wunsch, der als Ergebnis aus den Werkstattgesprächen hervorging, war ein Treffpunkt für alle Generationen.
Um möglichst viele Stimmen für eine gemeinsame Strategie zur Gestaltung des demografischen Wandels in Buchen zu sammeln, fand am 10. Mai 2014 in der Stadthalle ein Zukunftstag mit rund 200 Teilnehmenden statt. „Der Wunsch nach einem Generationentreff in Buchen lag ja nach der Generationenwerkstatt schon in der Luft“, erzählt Simone Schölch, die Koordinatorin des MGH. „Zum Zukunftstag hatten wir auch die Koordinatorin des MGH in Freudenstadt eingeladen, um von der generationenübergreifenden Arbeit des MGH zu berichten.“ Eine Bürgerbefragung und ein Strategieworkshop folgten dann im Laufe des Jahres 2014 und eine sogenannte „Sofortmaßnahme“ kristallisierte sich heraus: Der Generationentreff sollte als erstes geschaffen werden.

Ein Ort für alle
Das große Engagement der Bürgerinnen und Bürger wurde in Buchen nicht enttäuscht: Schon ab Sommer 2015 wurde in Arbeitsgruppen und Workshops gemeinsam ein Konzept erarbeitet, das im Dezember beschlossen wurde. Da Buchen unabhängig vom Generationentreff auch den Zuschlag für einen „alla hopp!“-Bewegungspark für alle Generationen der Dietmar-Hopp-Stiftung erhalten hatte, war schnell klar, dass die beiden generationenübergreifenden Angebote verbunden werden sollten. Der Generationentreff zog dann vorerst in eine ehemalige, jetzt leerstehende Metzgerei, die nahe dem „alla hopp!“-Gelände liegt, und nahm am 23. April 2016 seine Arbeit auf.
Seit dem Startschuss ist schon sehr viel passiert: Das Angebotsspektrum wird immer breiter, viele Buchenerinnen und Buchener nutzen die Angebote, und der Generationentreff wurde ins Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus aufgenommen. „Außerdem hat die Gemeinde gerade ein Haus mit großem Garten direkt am „alla hopp!“-Gelände gekauft, das wir nach diversen Umbauten vermutlich nächstes Jahr beziehen können. Das eröffnet uns ganz neue Möglichkeiten“, berichtet die Koordinatorin Simone Schölch.
„Die Aufnahme ins Bundesprogramm ist für uns Auszeichnung und Aufgabe zugleich: Es passiert hier sehr viel und es wird auch noch weiterhin viel passieren. Wir wollen schließlich wachsen und gedeihen“, ergänzt Helga Schwab-Dörzenbach vom MGH.