Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Roßleben: Wissen bündeln und Menschen erreichen

Die kommunale Perspektive

In Zusammenarbeit mit der Kommune identifiziert das Mehrgenerationenhaus Roßleben, welche Angebotslücken für Seniorinnen und Senioren vor Ort bestehen und wie diese geschlossen werden können. Wir haben den Bürgermeister von Roßleben, Steffen Sauerbier, gefragt, wie er die Rolle des Mehrgenerationenhauses als Partner vor Ort bewertet.

Herr Sauerbier, gemeinsam mit dem Mehrgenerationenhaus in Roßleben hat die Stadtverwaltung ein Programm ins Leben gerufen, um das Angebot für ältere Menschen vor Ort zu verbreitern. Was muss man sich unter diesem Programm vorstellen?
In unserer Kommune äußert sich der demografische Wandel vor allem darin, dass die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner abnimmt und dass der Anteil an Seniorinnen und Senioren sich stetig erhöht. Wir wollen die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass sie sich hier wohlfühlen und alle gängigen Bedürfnisse wie Einkäufe, Friseur- oder Arztbesuche im Umkreis abdecken können. Dafür haben wir eine Struktur mit verschiedenen Partnern wie mit dem Pflegedienst des Deutschen Roten Kreuzes und der Ortsgruppe des Sozialverbandes geschaffen, die dafür sorgt, dass Roßleben für alle lebenswert bleibt. Das Mehrgenerationenhaus ist dabei ein starker Partner, der nicht nur Freizeit- und Bildungsangebote für ältere Menschen bereithält, sondern auch das Netzwerk aus verschiedenen Akteuren koordiniert.

Welche Aufgabe hat das Mehrgenerationenhaus hier ganz konkret?
Die Koordinatorin des Hauses, Frau Kammlodt, und viele Freiwillig Engagierte organisieren das Engagement der Bürgerinnen und Bürger vor Ort. Als Partner ist das Mehrgenerationenhaus für uns Gold wert: Das Haus organisiert Arbeitskreise und Runde Tische und setzt das gemeinsam erarbeitete Handlungskonzept federführend um. Es hat Kontakt zu Pflegediensten, zu Vereinen und zu den Ortsteilbürgermeisterinnen und -bürgermeistern und behält dabei immer die Interessen der Menschen in Roßleben im Blick.

Können Sie uns eine Maßnahme nennen, die durch die Zusammenarbeit angeschoben wurde?
Eine große Herausforderung vor Ort ist die Mobilität. Dies trifft ältere Menschen besonders, wenn sie nicht selbst mit dem Auto fahren und auch nicht immer auf Hilfe von Verwandten angewiesen sein wollen. Daher bemühen wir uns gerade eine Buslinie einzurichten, deren Fahrplan eng mit Angeboten abgestimmt ist, die für Seniorinnen und Senioren relevant sind – dies sind vor allem die Öffnungszeiten von Arztpraxen, Apotheken und Supermärkten sowie die Zeitpläne von Freizeitangeboten wie dem Mehrgenerationenhaus.

Welche Rolle spielt das Mehrgenerationenhaus für die Entwicklung von Roßleben?
Für das zivilgesellschaftliche Engagement ist die Verstetigung des Bundesprogramms sehr wichtig. Das Mehrgenerationenhaus hilft enorm dabei, die Aufgaben anzugehen, die durch den demografischen Wandel auf uns zukommen. Wir müssen neue Wege suchen, um Menschen zu erreichen. Das geht nur durch die enge Zusammenarbeit und durch persönlichen Kontakt. Durch kurze Abstimmungswege zwischen Stadtverwaltung und Mehrgenerationenhaus können wir schneller agieren und Angebote bekannt machen. Die Menschen hier tragen die Informationen dann weiter an Bekannte, Nachbarn, Freunde – diese persönlichen Anknüpfungspunkte sind unersetzlich für das Zusammenleben vor Ort.