Bayerische Comedy-Königin engagiert sich als Patin
Veronika von Quast – die „bayerische Queen of Comedy“ – hat die Patenschaft für das Mehrgenerationenhaus München übernommen. Sie will nicht nur ihren Namen zur Verfügung stellen, sondern aktiv mitarbeiten. Die heute 60-Jährige hätte sich als junge Mutter selbst ein Mehrgenerationenhaus gewünscht.
Sie ist bekannt als „Ulknudel“, die Medien nennen sie „bayerische Queen of Comedy“. Mit ihrem Alter-Ego „Fräulein Vroni“ in der Fernseh-Comdey „Kanal fatal“ begeistert sie seit 20 Jahren ihr Publikum: Veronika von Quast. Doch wenn die 60-jährige vom Mehrgenerationenhaus München erzählt, spricht die Komödiantin ganz ernsthaft. „Die Atmosphäre dort ist großartig, das merkt man gleich“, sagt sie. „Die Menschen halten richtig gut zusammen und fühlen sich füreinander verantwortlich – das ist wie in einer Großfamilie.“
Veronika von Quast hat die Patenschaft für das Haus im Münchner Norden übernommen. Die Schauspielerin ist davon überzeugt, dass auch sie von der Patenschaft profitiert. „Ich kann sicher einiges von den Leuten im Mehrgenerationenhaus lernen“, findet sie. Die Schauspielerin interessiert sich für den Alltag der Menschen und – im multikulturellen Münchner Norden – vor allem auch für das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Menschen. „Dieser Kontakt ist auch für meine künstlerische Arbeit wichtig“, sagt von Quast.
Jedes Mehrgenerationenhaus soll einen prominenten Paten oder eine prominente Patin für sich gewinnen, der oder die dem Haus von Anfang an verbunden ist und seine Entwicklung begleitet.
Sie will nicht nur ihren Namen hergeben – sie will sich engagieren
Bei der Auftaktveranstaltung im Mehrgenerationenhaus München am 7. Februar 2007 mit Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen hat Veronika von Quast in ihrer Rede deutlich gemacht, dass sie nicht nur ihren Namen für das Haus hergeben will. „Die Patenschaft nehme ich schon sehr ernst“, sagte sie damals.
Die Frau mit den wilden, blonden Locken steckt voller Ideen, wie sie sich in das Mehrgenerationenhaus einbringen will. „Ich werde zum Beispiel Lesungen für Kinder veranstalten“, sagt von Quast. Außerdem hat sie sich vorgenommen, ein Kindermitspieltheater zu organisieren. Wenn sie von ihren Plänen erzählt, spricht sie so schnell, als gelte es, keine Zeit zur verlieren. Veronika von Quast quillt über vor Energie und Tatendrang.
Zwei Kinder und der Beruf – „Mein Leben verlief im Schweinsgalopp!“
Veronika von Quast weiß aus persönlicher Erfahrung, dass es auch mit einer großen Portion eigener Kraft nicht immer ganz einfach ist, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Mit 18 Jahren wurde sie bereits Mutter. Damals arbeitete sie tagsüber als Röntgenassistentin in einer Klinik, und abends spielte sie Theater. Später – da war sie schon professionelle Schauspielerin – kam noch ein zweites Kind hinzu. Dann musste sie tagsüber proben und stand abends auf der Bühne.
„Ich habe mir ein Mehrgenerationenhaus immer gewünscht“, sagt sie. „Mein ganzes Leben verlief im Schweinsgalopp“. Dann lacht sie laut, auf ihre ansteckende Art, und erzählt im sachlichen Ton weiter. Eltern, die Kinder und Beruf vereinbaren, seien die besten „Logistikmeister und Manager“.
„Ich bin eine alte Schachtel, aber eine junggebliebene“
Wichtig ist Frau von Quast an dem Projekt der Mehrgenerationenhäuser auch, dass ältere Menschen eingebunden werden. „Heute ist man ja mit 65 kein altes Wrack mehr“, sagt sie, „nicht so wie früher, als die Älteren nur noch rumschlürften, nicht hören und sehen konnten.“
Es sei für Seniorinnen und Senioren eine tolle Aufgabe, sich im Mehrgenerationenhaus zu engagieren. Eine Aufgabe, die sich lohnt. „Dann fühlen sich diese Menschen, die noch viel leisten können, nicht so abgeschoben. Und sie können sehen, wie Kinder aufwachsen. Und sie können den Kleinen Chancen geben, die sie sonst nicht bekämen.“
Veronika von Quast ist selbst fünffache Großmutter und versucht so viel Zeit wie möglich mit ihren Enkelkindern zu verbringen. „Ich bin eine alte Schachtel, aber eine junggebliebene“, kokettiert die 60-Jährige.
„Mehrgenerationenhäuser können ein Umdenken bewirken.“
Die Schauspielerin will mit ihrer Patenschaft nicht nur das Mehrgenerationenhaus München unterstützen – sondern auch das bundesweite Aktionsprogramm. „Je mehr die Mehrgenerationenhäuser in unterschiedlichen Gegenden Fuß fassen, wird es ein Umdenken in der Gesellschaft bewirken – bei dem Umgang der Generationen miteinander“, sagt sie, „und das haben wir bitter nötig.“
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