Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser - Alleinerziehend, nicht allein

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Alleinerziehend, nicht allein

Markdorf_1 vergrößern Sabine Große kümmert sich um das leibliche Wohl der Gäste des Kinderrestaurants im Mehrgenerationenhaus Markdorf.

Das Mehrgenerationenhaus Markdorf hat eine Reihe von Angeboten entwickelt, die alleinstehenden Müttern und Vätern den Alltag erleichtern sollen. Die alleinerziehende zweifache Mutter Sabine Große zum Beispiel hat dort neben einer zuverlässigen Kinderbetreuung und günstiger Babykleidung sogar eine berufliche Zukunft gefunden.

Alleinerziehende Mütter und Väter stehen Tag für Tag vor besonderen Herausforderungen. Ist der alleinerziehende Elternteil berufstätig, muss der Alltag mit Kind(ern) und Beruf besonders gut organisiert sein. Um hier gezielt zu unterstützen, hat das im südlichen Baden-Württemberg gelegene Mehrgenerationenhaus Markdorf einige seiner Angebote auf die besonderen Bedürfnisse von alleinstehenden Müttern und Vätern zugeschnitten.

Die Herausforderungen des Alltags meistern
Ein Mal pro Woche kommen Alleinerziehende im Offenen Treff des Mehrgenerationenhauses zusammen, um sich auszutauschen und einander Tipps zu geben. Dort diskutieren sie Fragen zur Erziehung, berichten von ihren alltäglichen Herausforderungen und suchen gemeinsam nach praktischen Lösungen. Pädagogische Themen können sie darüber hinaus im wöchentlichen „Treffpunkt Erziehung“ vertiefen. Zudem erhalten sie hier Rat, wie sie Familie und Beruf besser miteinander vereinbaren können. Das Haus hält engen Kontakt zum Jugendamt, dem Jobcenter und der Arbeitsagentur, um so eine bestmögliche Beratung und Unterstützung geben zu können.

Mit Ratschlägen und Babyausstattung helfen
Das umfangreiche Dienstleistungsangebot im Mehrgenerationenhaus Markdorf – von Babygruppe, Beratung durch eine erfahrene Hebamme bis hin zu preiswerter oder sogar kostenloser Kinderbetreuung - war auch für Sabine Große der Grund, die Einrichtung zu besuchen. Sie kam erstmals in die Spitalstraße 3, als sie ihr erstes Kind erwartete. „Das Mehrgenerationenhaus hat uns von Anfang an bei allem sehr geholfen“, sagt die junge Frau. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aber auch die anderen Besucherinnen und Besucher unterstützten sie mit Rat bei Erziehungsfragen und sehr konkret mit einem Teil der Babyausstattung.

Markdorf_2 vergrößern Hauswirtschaftsmeisterin Margit Stützle überreicht Sabine Große eine Schultüte als Symbol für ihren Berufsausbildungsbeginn.

Das Mehrgenerationenhaus wird zum Ausbildungsbetrieb
Ein weiteres Problem der jungen alleinerziehenden Mutter: Ihre Friseurausbildung hatte sie bei ihrer zweiten Schwangerschaft abbrechen müssen. Auf der Suche nach einer Arbeitsstelle, arbeitete sie zunächst im Mehrgenerationenhaus Markdorf als Ein-Euro-Jobberin. Die Leiterin des Hauses, Waltraud Zeller-Fleck, bestätigt: „Ihre freundliche Art und ihre flinke Arbeitsweise fiel uns sofort auf. Sie ist eine sehr interessierte junge Frau, die auch von den älteren Besucherinnen und Besuchern schnell ins Herz geschlossen wurde.“
Um Sabine Große auch langfristig eine Zukunft bieten zu können, wurde in Kooperation mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) eine Ausbildungsstelle im Gastgewerbe im Mehrgenerationenhaus geschaffen. Den praktischen Teil der Ausbildung absolviert Sabine Große nun im Mehrgenerationenhaus sowie im örtlichen Hotel „Bischofsschloss“. Die Josef-Wagner-Stiftung in Markdorf unterstützt die Ausbildung finanziell.

Alleinerziehend, aber nicht allein gelassen
Im September 2010 wird Sabine Große ihre Ausbildung zur Fachkraft im Gastgewerbe voraussichtlich abschließen – schon jetzt haben zwei ortsansässige Arbeitgeber Interesse bekundet, sie einzustellen. Das Mehrgenerationenhaus wird die junge Mutter aber auch in Zukunft besuchen. Schließlich ist es für sie mehr als nur eine Ausbildungsstätte: „Im Mehrgenerationenhaus habe ich eine Familie gefunden, die ich so bisher nicht hatte. Es ist eine große Entlastung zu wissen, dass man nicht alleine ist.“

12.01.2010


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