Die Wirkungsforschung zeigt: Generationenübergreifende Beziehungen sind kein Selbstläufer
„Starke Leistung für jedes Alter." Mit diesem Leitspruch ist das Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser vor fast drei Jahren angelaufen. Aktuelle Zahlen* aus der Wirkungsforschung belegen: Die Mehrgenerationenhäuser sind schon gut vorangekommen. In ganz Deutschland bringen sie Menschen verschiedener Lebensalter miteinander in Kontakt.
Mehrgenerationenhäuser sind attraktiv für Menschen jeden Alters
Dieser Erfolg des Aktionsprogramms ist möglich, weil die Häuser es schaffen, für verschiedene Lebensalter attraktiv zu sein. 37 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer sind Kinder und Jugendliche, während 32 Prozent junge und mittlere Erwachsene sind. Ältere Erwachsene stellen 15 Prozent der Menschen in den Häusern. Und Senioren und Hochbetagte sind mit 16 Prozent vertreten.
Anziehungspunkt Offener Treff
Der Ausgangspunkt für die generationenübergreifenden Begegnungen ist der Offene Treff. Die Zahlen der Wirkungsforschung zeigen, dass fast alle Mehrgenerationenhäuser – genauer gesagt 99 Prozent – über einen solchen Ort verfügen, an dem Menschen aller Altersgruppen zum Beispiel bei Kaffee und Kuchen ins Gespräch kommen können. Das macht den Offenen Treff zu einem Raum für ungezwungene Generationenbegegnung im Alltag.
Gemeinsam aktiv
Der Offene Treff ist aber bei weitem nicht der einzige Raum für Begegnungen. Egal ob Kochkurs oder Lesestunde: Mit vielen Projekten gehen die Häuser auf die Bedürfnisse der Menschen vor Ort ein – und bieten den Generationen damit die Möglichkeit, gemeinsam aktiv zu sein. Und das mit Erfolg: In beinahe drei von vier Angeboten der Mehrgenerationenhäuser werden Generationen gemeinsam aktiv.
65 Prozent aller Häuser bringen inzwischen alle Generationen miteinander in Kontakt. Besonders gut gelingt das Miteinander der Generationen den 55- bis 65-Jährigen. Sie sind am häufigsten mit anderen Generationen aktiv. Sie betreuen Kinder, helfen als Leihoma oder Leihopa aus. Sie beschäftigen sich mit Hochaltrigen und mit an Demenz Erkrankten.
Immerhin 78 Prozent der Kinder und Jugendlichen geben an, dass sie zumindest häufig Älteren im Mehrgenerationenhaus begegnen. Mehr als die Hälfte von ihnen redet miteinander. Es wird gespielt, gebastelt und gemeinsam gegessen. Ein Viertel der Jugendlichen macht gemeinsam mit den Älteren Schulaufgaben. Bei jüngeren Kindern (unter 10 Jahren) ist diese Tendenz noch ausgeprägter. Fast der Hälfte von ihnen wird von den Älteren auch noch etwas vorgelesen.
Darüber hinaus führen die Begegnungen auch zu Ausbildungspatenschaften für schwer vermittelbare Jugendliche und umgekehrt zu generationenübergreifenden Initiativen wie „Surfen im Internet", gemeinsames Singen, Theaterspielen und Malen.
In den Häusern, in denen Generationen gemeinsam oder füreinander aktiv sind. gibt es im Vergleich mit den anderen Häusern überdurchschnittlich viele freiwillig engagierte Menschen.
*Quelle: Selbstmonitoring Frühjahr 2009
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