Die Wirkungsforschung präsentiert die ersten Erfolge
Seit Beginn des Aktionsprogramms untersucht die Wirkungsforschung, wie sich die Mehrgenerationenhauser entwickeln - als Ort für ein Miteinander der Generationen, als Drehscheibe für familiennahe Dienstleistungen und als Motoren für bürgerschaftliches Engagement in Deutschland.
Ziel der Wirkungsforschung ist auch, Erfolgsfaktoren auf die Spur kommen: Wo läuft es besonders gut? Welche Altersgruppen lassen sich wie für ein Haus begeistern? Die Erkenntnisse werden über ein Benchmarking-System rasch an die Mehrgenerationenhäuser weitergeleitet, damit die ihre Arbeitsmethoden, Ansätze und konkrete Angebote nachjustieren können. Die Ergebnisse aus den ersten drei Datenerhebungen der vergangenen 19 Monate sind Grundlage dieser Broschüre.
Attraktive Angebote decken den Bedarf aller Lebensalter
Die Mehrgenerationenhäuser treffen den Bedarf junger wie alter Menschen: 90.000 Menschen nutzen die Einrichtungen täglich. berall in Deutschland sind verlässliche und attraktive Angebote für das Miteinander der Generationen entstanden. In ländlichen Gebieten schließen sie häufig Lücken, in Städten stellen sie als offene Tagestreffpunkte eine wichtige Ergänzung zu vorhanden Angeboten oder Orte dar, die Anonymität und Isolation entgegenwirken. Wo sich die Generationen ungezwungen im Alltag begegnen, können ältere Menschen ihre Erfahrung und ihr Wissen weitergeben. Kinder und Jugendliche profitieren davon und können sich gleichzeitig mit ihren Kompetenzen einbringen. Die mittlere Generation wird im Alltag entlastet und findet einen Ort zum Innehalten und des Gesprächs.
Aktivitäten und offene Treffs: Das Miteinander der Generationen
Gemeinsame Aktivitäten führen die Generationen zusammen. Denn sie fördern das Verständnis füreinander. Mehrgenerationenhäuser sind deshalb mehr als ein Treffpunkt. Sie sind Orte sinnvoller Aktivität. Aber um sich überhaupt erst einmal zu begegnen, laden die offenen Treffs Jung und Alt zum Essen, Kaffee oder Spielenachmittag ein. Sie sind das Herzstück der Mehrgenerationenhäuser. Sie bauen Hemmschwellen ab und machen die Idee des Aktionsprogramms bereits beim Eintreten deutlich. Die freundlichen, einladenden und gemütlichen Räume sind oft als Café oder Bistro gestaltet und ermöglichen Menschen jeden Alters, einfach nur eine Tasse Kaffee zu trinken, ins Gespräch zu kommen oder gemeinsam aktiv zu werden. Fast alle Häuser verfügen bereits heute über einen solchen regelmäßig geöffneten Begegnungsort.
Erfolgsmodell für freiwilliges Engagement
15.000 Menschen engagieren sich bundesweit in den Häusern. Mehrgenerationenhäuser erweisen sich zunehmend als Motor für bürgerschaftliches Engagement in Deutschland:. Jeder und jede kann sich einbringen, es muss sich nur die passende Gelegenheit finden. Mehrgenerationenhäuser setzen dabei auf eine belebende Mischung aus Festangestellten und Freiwilligen. Mehr als die Hälfte des Personals in den Mehrgenerationenhäusern arbeitet ehrenamtlich. Gemeinsam widmen sie sich den Aufgaben im Mehrgenerationenhaus und arbeiten auf gleicher Augenhöhe zusammen.
Die Basis der Mehrgenerationenhaus ist zugleich auch ihr Antrieb: Sie führen Nachbarschaftshilfe, Selbsthilfe aber auch professionelle Dienste zusammen und schaffen so ein umfangreiches Angebot für Jung und Alt. Und wer sich in einem Mehrgenerationenhaus wohl fühlt und genau das richtige Angebot für sich gefunden hat - der geht auch gern den Schritt und engagiert sich selbst für andere. Deshalb beteiligen sich in den Häusern tatsächlich Jung und Alt: Die aktivste Gruppe sind die 30 bis 50-Jährigen, aber immerhin jeder fünfte Ehrenamtliche ist jünger als 30. Und das Engagement ist keine Eintagsfliege: Weit mehr als die Hälfte der Freiwilligen ist seit mehr als einem halben Jahr aktiv - und bleibt am Ball.
Haushaltsnahe Dienstleistungen - das Fundament der Häuser
Das Spektrum der haushaltnahen Dienstleistungen, das die Mehrgenerationenhäuser anbieten, ist beeindruckend: Von der Kinderbetreuung über Gartenarbeiten und Bügelservice bis hin zum Jobtraining und Fahrdiensten. Das Ziel: Familien, Berufstätige sowie Seniorinnen und Senioren den Alltag erheblich zu erleichtern. Die Mehrgenerationenhäuser können bereits jetzt einen großen Erfolg für sich verbuchen: Die Hälfte der Besucherinnen und Besucher fühlen sich durch die Dienstleistungen erheblich entlastet.
Mehrgenerationenhäuser können und sollen jedoch nicht alle Dienstleistungen abdecken, die vor Ort gebraucht werden. Aber sie bringen Angebot und Nachfrage zusammen - und weben ein tragfähiges Netz von Dienstleistern vor Ort. Das Mehrgenerationenhaus entwickelt sich so zu einer Drehscheibe für Dienstleistungen und schafft in Zusammenarbeit mit Freiwilligen und Selbstständigen ein bezahlbares Angebot für jede Lebenslage.
Ein starkes Netzwerk vor Ort
Mehrgenerationenhäuser bringen Einrichtungen zusammen, die sich mit ihren Angeboten jeweils auf Menschen eines Lebensabschnitts konzentriert hatten. Auch Unternehmen, Kirchen, Vereine oder kommunale Stellen schließen die Mehrgenerationenhäuser in ihr Netzwerk für alle Generationen ein. Durchschnittlich 30 Partner aus allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens sind darin aktiv. Wirtschaft und Wirtschaftsverbände sind besonders attraktive Partner. Sie können ein stabiles finanzielles Standbein sein und sind eine große Hilfe für die Öffentlichkeitsarbeit. In einem starken Netz bilden die Mehrgenerationenhäuser den Ursprung für eine neue Form der Zusammenarbeit von Einrichtungen in der Region, aus der neue generationenübergreifende Angebote hervorgehen.
Erfolgsrezepte für Mehrgenerationenhäuser
Was macht ein Mehrgenerationenhaus im Sinne des Aktionsprogramms erfolgreich? Die Aktiven in dem jeweiligen Haus müssen von den Ideen des Aktionsprogramms überzeugt sein - und die entsprechende Philosophie des Hauses unterstützen. Und die Häuser müssen neue organisatorische Weichen für eine erfolgreiche Arbeit als Mehrgenerationenhaus stellen - und neue Entscheidungsstrukturen, Verantwortlichkeiten und Steuerungssysteme entwickeln. Wichtiger Erfolgsfaktor ist auch, wie stark das Haus sein Netzwerk vor Ort webt und wie gut es ihm gelingt, auf die Bedürfnisse der Menschen in der Region einzugehen.
Diese Aufgaben meistert jedes Mehrgenerationenhaus auf seine ganz eigene Weise. Die Wirkungsforschung hat drei Typen herausgefiltert: aktivitätsorientierte, begegnungsorientierte und serviceorientierte Mehrgenerationenhäuser. Die Untersuchung zeigt, wie diese unterschiedlichen Arten von Häusern - mit unterschiedlicher Geschichte und Ausrichtung - ihren Anspruch der generationenübergreifenden Arbeit noch besser erfüllen können.
Ausblick
Nichts ist so gut, dass man es nicht noch besser machen könnte. Aus der Wirkungsforschung lassen sich Handlungsempfehlungen für die kommenden Monate und Jahre ableiten. Dabei geht es vor allem darum, besonders erfolgreiche Konzepte im Netzwerk des Aktionsprogramms fruchtbar zu machen. Die mittelfristigen Ziele sind vor allem die weitere Stärkung der Dienstleistungsangebote, die Einbindung junger Erwachsener, die Vernetzung vor Ort und der Ausbau des bürgerschaftlichen Engagements.
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