Zahlen und Fakten zu den Mehrgenerationenhäusern
Im Jahr 2008 haben die letzten der insgesamt 500 Mehrgenerationenhäuser des Aktionsprogramms ihre Arbeit aufgenommen. Sie wurden - beginnend in 2006 - in zwei Ausschreibungswellen aus 1.700 Bewerbungen ausgewählt. Für die Dauer von maximal fünf Jahren erhält jedes Mehrgenerationenhaus jährlich 40.000 Euro, dabei werden 200 der 500 Mehrgenerationenhäuser aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds co-finanziert.
Mit 68 Prozent arbeiten weit über die Hälfte der Mehrgenerationenhäuser in ländlichen Gebieten oder Kleinstädten mit bis zu 20.000 Einwohnern. Die übrigen Häuser verteilen sich mit 11,6 Prozent auf mittlere Städte (bis 100.000 Einwohner) und 14,1 Prozent auf große Städte (über 100.000 Einwohner) sowie 6,2 Prozent in Metropolregionen.
In der inhaltlichen Ausrichtung ist neben dem generationenübergreifenden Ansatz die Stärkung der Familie ein deutlicher Schwerpunkt. Die so genannten Prototypen „Familienbildung“ (23,7 Prozent), „Familien-Mütterzentrum“ (21,1 Prozent) und „Eltern-Kind-Zentrum“ (11,8 Prozent) machen mehr als die Hälfte der Häuser aus. Einen weiteren großen Anteil stellen die offenen Bürgertreffs dar: Jedes fünfte Mehrgenerationenhaus ist ein offener Bürgertreff (20,3 Prozent).
Alle 500 Mehrgenerationenhäuser gemeinsam verfügen über rund 10.500 Angebote für alle Altersgruppen. Diese reichen vom Offenen Treff mit Internetanschluss über Betreuungsangebote bis hin zu verschiedensten Dienstleistungsangeboten und werden täglich rund 145.000 Mal genutzt.
Für das Miteinander der Generationen steht in den 500 Mehrgenerationenhäusern des Aktionsprogramms eine Gesamtfläche von rund 500.000 Quadratmetern zur Verfügung - das sind ungefähr 80 Fußballfelder. Die Einrichtungen sind im Durchschnitt 45 Stunden in der Woche und 12 Stunden am Wochenende geöffnet.
Jedes Haus hat durchschnittlich 96 regelmäßige Angebote und kann damit täglich im Schnitt 151 Besucherinnen und Besucher anziehen. Zentrale Anlaufstelle in den Mehrgenerationenhäusern ist dabei der Offene Treff. Etwa ein Fünftel der Gesamtnutzungen (22,2 Prozent) wird durch den Offenen Treff erzielt.
Bundesweit unterstützen über 16.000 freiwillig Aktive die Arbeit in den Häusern. Dabei erweisen sich die Mehrgenerationenhäuser zunehmend als „Motor“ für freiwilliges Engagement, denn mehr als 60 Prozent der Aktiven in den Mehrgenerationenhäusern sind freiwillig Engagierte.
Um Menschen bei täglichen Aufgaben zu entlasten, bieten die Mehrgenerationenhäuser pro Tag deutschlandweit über 2.500 haushaltsnahe Dienstleistungen an. Am häufigsten werden die haushaltsnahen Dienstleistungen mit 46,3 Prozent von Kindern und Jugendlichen sowie ihren Eltern genutzt: Mittlerweile gibt es allein über 700 Kinderbetreuungsangebote in den Mehrgenerationenhäusern.
Für Seniorinnen und Senioren sind Dienstleistungen wie regelmäßiger Mittagstisch, Einkaufsservice oder unterstützende Hilfen im Haushalt ein großer Gewinn. Außerdem nimmt sich eine steigende Anzahl von Häusern dem Thema Demenz an und bietet Angebote für an Demenz Erkrankte und deren Angehörige. Mittlerweile gibt es in den Mehrgenerationenhäusern 780 Angebote im Bereich Pflege und Demenz.
Die Kooperation mit Vereinen, Verbänden, Unternehmen und Kommunen ist eine wichtige Aufgabe der Mehrgenerationenhäuser. Ziel ist es, durch die Zusammenarbeit mit bestehenden Einrichtungen das Angebot zu ergänzen und noch stärker an den Bedürfnissen aller Generationen auszurichten. Die Mehrgenerationenhäuser können auf vielfältige Kooperationsbeziehungen zurückgreifen. Damit stellen sie den Knotenpunkt in einem lokalen Netzwerk dar, in dem unterschiedliche Akteure zusammen gebracht werden. Im Durchschnitt kann jedes Haus 46 solcher Kooperationen aufweisen.
Der nachfolgenden Tabelle können Sie die Verteilung der Mehrgenerationenhäuser nach Bundesländern entnehmen:
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Bundesland | Anzahl der Mehrgenerationenhäuser |
| Baden-Württemberg | 48 Häuser |
| Bayern | 91 Häuser |
| Berlin | 9 Häuser |
| Brandenburg | 27 Häuser |
| Bremen | 2 Häuser |
| Hamburg | 5 Häuser |
| Hessen | 29 Häuser |
| Mecklenburg-Vorpommern | 23 Häuser |
| Niedersachsen | 51 Häuser |
| Nordrhein-Westfalen | 61 Häuser |
| Rheinland-Pfalz | 37 Häuser |
| Saarland | 7 Häuser |
| Sachsen | 37 Häuser |
| Sachsen-Anhalt | 25 Häuser |
| Schleswig-Holstein | 16 Häuser |
| Thüringen | 30 Häuser |
08.03.2011
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