Herzstück der Mehrgenerationenhäuser: der Offene Treff
Hell, gemütlich und einladend – das Herz aller Mehrgenerationenhäuser schlägt im Offenen Treff. In freundlicher Atmosphäre begegnen sich Menschen aller Altersgruppen in einem als Café oder Bistro gestalteten Raum. Gemeinsam erleben sie in ungezwungener Atmosphäre das Miteinander der Generationen.
Ideenschmiede Offener Treff
Viele Projektideen der Häuser werden im Offenen Treff geboren: Bei einer Tasse Kaffee oder einem gemeinsamen Mittagessen entsteht schon mal ein neues Theaterprojekt oder wird ein Internetkurs für Jung und Alt aus der Taufe gehoben. Das Leistungsspektrum der Offenen Treffs lässt sich gut am Beispiel des Mehrgenerationenhauses im Düsseldorfer Stadtteil Garath verdeutlichen. Zusätzlich zum werktäglichen Café-Betrieb von 9 bis 18 Uhr finden hier regelmäßig Hebammensprechstunden, Rechts- und Erziehungsberatungen sowie viele weitere niedrigschwellige Angebote statt.
Die Ergebnisse der das Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser begleitenden Wirkungsforschung zeigen, wie erfolgreich das Konzept des Offenen Treffs ist: Drei von vier Nutzerinnen und Nutzern eines Mehrgenerationenhauses besuchen den Offenen Treff regelmäßig. Fast 95 Prozent der Befragten sind mit dem Angebot sehr zufrieden oder zufrieden. (Quelle: Nutzerbefragung 2009) Im Schnitt werden die Offenen Treffs in den bundesweit 500 Mehrgenerationenhäusern rund 41.000 Mal pro Tag besucht. (Quelle: Selbstmonitoring 2009)
Einladung zum Engagement
Ein einladender Offener Treff nimmt Besucherinnen und Besuchern aller Altersgruppen die Schwellenangst. Sie treten ein, kommen in Kontakt miteinander und lernen das Mehrgenerationenhaus kennen. Wer dann die weiteren Angebote des Hauses nutzt, bringt sich in vielen Fällen gerne auch selbst und oft auch dauerhaft aktiv in die Gemeinschaft ein. Dieser innovative Ansatz zur Förderung bürgerschaftlichen Engagements zeigt Wirkung: Mit etwa 33 Freiwilligen in jedem Mehrgenerationenhaus engagieren sich hier überdurchschnittlich viele Menschen. (Quelle: Selbstmonitoring 2009)
Menschen unterstützen und fördern
Die Offenen Treffs sind wichtig für berufstätige Eltern und vor allem für die Kinder. Viele Schülerinnen und Schüler essen gemeinsam mit den anderen – oft älteren – Besucherinnen und Besuchern zu Mittag. So wird auch – ganz „beiläufig" – das Miteinander der Generationen gefördert. Ebenso kann der Offene Treff eine wichtige Anlaufstelle für sozial benachteiligte oder arbeitslose Menschen sein. So zum Beispiel im Landsberger Mehrgenerationenhaus: Die Einrichtung betreibt seit 2005 das „Café Freiraum" der Sozialtherapeutischen Einrichtung (STE). Menschen mit psychischen Erkrankungen werden hier auf einen Wiedereinstieg in den Beruf vorbereitet.
Gerade durch solche Angebote zeigt sich, wie viel Kraft der Grundgedanke des Aktionsprogramms entfalten kann: Menschen profitieren voneinander, die Stärke des einen kann die Schwäche des anderen ausgleichen helfen. Dazu tragen auch die gemeinsamen Aktivitäten, die sich ohne feste Angebotsstrukturen ergeben, bei. Das gilt für den generationenübergreifenden Treffpunkt für Menschen mit und ohne Behinderung in Minden genauso wie für die sozialpädagogische Arbeit in Landsberg.
Ein offenes Ohr für die Bedürfnisse
Der enge Kontakt zu den Besucherinnen und Besuchern im Offenen Treff ermöglicht den Aktiven in den Mehrgenerationenhäusern, mehr über die Bedürfnisse der Menschen vor Ort zu erfahren. Deshalb können sie neue Angebote passgenau entwerfen und in ihre Arbeit integrieren. Sind Beratungsangebote für Angehörige von pflegebedürftigen Menschen notwendig? Wäre ein Ferienfreizeitangebot wünschenswert für Jugendliche und ihre Eltern?
Oft lassen sich aus der Mitte der Häuser sehr schnell Antworten auf diese Fragen entwickeln. So können Bedarfslücken entdeckt und ausgefüllt werden. Bestehende Angebotsstrukturen können angepasst und gefestigt werden, ohne dabei mit anderen Einrichtungen und Akteuren zu konkurrieren.
29.04.2010
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