Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser - Alle Generationen einbinden

Direkt zum Inhalt



Logo des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend


Alle Generationen einbinden

Es ist fast wie früher in der Großfamilie – Mehrgenerationenhäuser bündeln das Erfahrungswissen und die Kompetenzen mehrerer Generationen unter einem Dach. In einem Umfeld, in dem sich alle Altersgruppen gegenseitig helfen, lernen junge Menschen, was ein Schulbuch so nicht vermitteln kann: Rücksicht, Respekt, Toleranz und Verantwortung. Das soziale Potenzial, das aus diesem Zusammenspiel aller Generationen erwächst, aktivieren die Mehrgenerationenhäuser ganz gezielt. Dazu schaffen sie vor allem im sogenannten Offenen Treff einen Ort, an dem sich alle Generationen begegnen und unterhalten, unterstützen und gegenseitig fördern.

Unterstützung für Eltern und Kinder

Junge Familien brauchen an ganz unterschiedlichen Punkten ihres Lebens die Unterstützung und Hilfe anderer. Mehrgenerationenhäuser bieten unter anderem Eltern- und Erziehungsberatung an, vermitteln Krippen- oder Kindergartenplätze, betreuen Schulkinder am Nachmittag und geben Hilfestellung bei den Hausaufgaben. Das Mehrgenerationenhaus in Stendal in Sachsen-Anhalt beispielsweise bietet eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung für Kinder im Alter zwischen acht Wochen und dem Schuleintritt an. Vielfältige Bildungs-, Beratungs- und Betreuungsangebote für die ganze Familie runden das Angebot des Mehrgenerationenhauses ab.

Raum für die Jüngeren

Mütter und Kinder spielen gemeinsam im "Kinderzimmer" des Hauses. vergrößern Komm - mach auch mit!

Auch jenseits von Schule und Familie brauchen junge Menschen eigene Lebensräume, in denen sie sich entfalten und soziale Kompetenzen entwickeln können. Diese Orte werden immer seltener. Mehrgenerationenhäuser schließen hier Lücken und treten an die Stelle fehlender Jugendeinrichtungen. Sie stellen beispielsweise Räumlichkeiten zur Verfügung, in denen sich junge Menschen treffen und ihren Hobbys nachgehen können und führen eine Vielzahl von altersgerechten Kultur- oder Sportangeboten im Programm. Im Mehrgenerationenhaus Hermeskeil in Rheinland-Pfalz haben Jugendbands zum Beispiel Gelegenheit, einen Proberaum nach eigenen Vorstellungen und Bedürfnissen zu gestalten. Zugleich lernen sie, Verantwortung für den ihnen anvertrauten Raum zu übernehmen. Im fränkischen Langenfeld dient das sogenannte „Jugendstübla" als Begegnungsstätte – es bietet zahlreiche Aktivitäten und Veranstaltungen an und schafft so Raum für die Entwicklung von Mädchen und Jungen ab 14 Jahren. Anders als in Einrichtungen, die sich ausschließlich an Heranwachsende richten, haben die Mehrgenerationenhäuser ein großes Plus: Jugendliche können unter sich bleiben, müssen es aber nicht. Es werden vielfältige Möglichkeiten angeboten, bei denen Jüngere und Ältere gemeinsam aktiv sein können.

Generationenwissen als Potenzial

Die meisten älteren Menschen wollen sich keineswegs aus dem gesellschaftlichen Leben zurückziehen. Ganz im Gegenteil: Sie wollen sich mit dem ganzen Schatz ihrer kulturellen und beruflichen Lebenserfahrung einbringen, mit ihrer Bildung und ihrem Wissen aktiv bleiben. Mehrgenerationenhäuser bieten eine Plattform, auf der das Wissen der älteren Generationen nutzbar wird – etwa im Rahmen von Nachhilfeunterricht, Bewerbertrainings oder aber auch in einem „Handarbeitsangebot". Beispiel hierfür ist das Mehrgenerationenhaus im niedersächsischen Goldenstedt: Da an den örtlichen Schulen der Textilunterricht kaum noch Beachtung fand, schlossen sich Goldenstedter Seniorinnen und Senioren zusammen und gründeten die Arbeitsgemeinschaft „Handarbeiten". Die Projektgruppe trifft sich seither regelmäßig im Mehrgenerationenhaus, um Kindern und Jugendlichen bereits in Vergessenheit geratene Handarbeitstechniken zu vermitteln.

Vertrautes Umfeld und selbstbestimmtes Leben im Alter

Gerade für ältere Menschen heißt Wohnen, ein vertrautes Zuhause haben, ein bekanntes Lebensumfeld und der Kontakt zu Anderen - Angehörigen, Freunden und Nachbarn. Daher wollen die meisten älteren Menschen, auch wenn sie auf Hilfe und Pflege angewiesen sind, in der vertrauten Wohnumgebung bleiben. Viele Ältere können sich trotz körperlicher Einschränkungen in ihrem gewohnten Umfeld selbst versorgen, sofern es in der Nachbarschaft ausreichend Unterstützungsangebote gibt. Vom gesunden Mittagstisch über den Einkaufsservice bis hin zum Fahrdienst bieten alle Mehrgenerationenhäuser ein breites Spektrum an Angeboten und haushaltsnahen Dienstleistungen, um so älteren Menschen mehr Lebensqualität und ein längeres selbstbestimmtes Leben in vertrauter Umgebung zu ermöglichen.

27.04.2010


Springen Sie direkt: zur Hauptnavigation zum Seitenanfang



Webbug