Kompetente Partner für jedes Alter: Die Mehrgenerationenhäuser
Lern- und Kreativangebote für Kinder und Jugendliche, Weiterbildungskurse für den Wiedereinstieg in den Beruf, vielfältige Angebote für ältere und hochbetagte Menschen – längst haben sich die bundesweit 500 Mehrgenerationenhäuser als kompetenter und verlässlicher Partner für jedes Alter und in vielen Lebenslagen erwiesen. Außerdem schaffen sie durch den Offenen Treff in jedem Mehrgenerationenhaus Raum für den Austausch und Erfahrungstransfer zwischen den Generationen. Über 10.000 verschiedene Angebote stehen den Nutzerinnen und Nutzern derzeit bundesweit zur Verfügung. Das sind im Durchschnitt 21 Angebote in jeder Einrichtung. Dabei sind die Angebote ganz auf die Bedürfnisse der alten und jungen Besucherinnen und Besucher zugeschnitten und bieten an, was vor Ort gebraucht wird. (Quelle: Selbstmonitoring 2009)
Wissen weitergeben und Verantwortung übernehmen
Das vielfältige Angebot in den 500 Mehrgenerationenhäusern spiegelt ganz deutlich auch die Vielfalt der sehr unterschiedlichen Kompetenzen und Interessen der in den Häusern aktiven Menschen wider. Alle Engagierten sind eingeladen, Seminare, Betreuungsmöglichkeiten, Kreativkurse und sonstige Angebote mitzuinitiieren und mitzugestalten. Auf diese Weise bleibt das Angebot der Häuser bunt und attraktiv – und die Aktiven können ihre Erfahrungen und Fähigkeiten gewinnbringend für sich und andere einsetzen beziehungsweise weiterentwickeln. Ein Nebeneffekt dieses Gebens und Nehmens besteht darin, dass die Häuser ihre Angebote genau auf die jeweils unterschiedlichen Interessen und Bedürfnisse ihrer Nutzerinnen und Nutzer abstimmen. Dadurch wird das Mehrgenerationenhaus zur „interaktiven Drehscheibe" vor Ort. Im Mehrgenerationenhaus Kirchheim unter Teck beispielsweise unterstützen ältere Menschen Schülerinnen und Schüler einer Förderschule. Neben der Hausaufgabenhilfe geben die Seniorinnen und Senioren dabei auch allgemeines Wissen und Erfahrungen an die jüngere Generation weiter. Das Themenspektrum ist entsprechend vielfältig: Es reicht vom Dreisatz bis zum Einkochen von Marmelade.
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Flexible und gute Betreuungsangebote
Passgenaue und qualitativ gute Betreuungsangebote für Kinder aber auch für ältere Angehörige zu finden, ist nicht immer leicht. Schwierig wird es aber ganz besonders, wenn kurzfristig Probleme auftreten und zeitliche Engpässe überbrückt werden müssen. Für viele Erwerbstätige sind verlässliche und flexible Betreuungsmöglichkeiten aber zwingend notwendig, um Familie und Beruf besser „unter einen Hut" zu bringen. Die Betreuungsangebote der Mehrgenerationenhäuser orientieren sich konkret an diesem Bedarf und sind nicht nur flexibel, sie weisen darüber hinaus einen zusätzlichen Vorteil auf: Sie leben vom Austausch und vom Erfahrungstransfer zwischen den Generationen. So beispielsweise im niedersächsischen Pattensen oder auch in Dommitzsch, einer kleinen Gemeinde in Sachsen: Der Wunschgroßelterndienst der beiden Mehrgenerationenhäuser greift ein, wenn Unterstützung erforderlich ist und vermittelt Seniorinnen und Senioren an Familien. Die Wunschgroßeltern gehen mit den Kindern auf den Spielplatz, unternehmen Ausflüge, lesen und basteln mit ihnen – so wie echte Großeltern. Mit Unterstützungsangeboten dieser Art schließen Mehrgenerationenhäuser gerade in ländlichen Gebieten oftmals Lücken.
Gut beraten
Mehrgenerationenhäuser wollen Menschen durch starke Leistungen unterstützen. Dazu gehören nicht nur Dienste im Haushalt oder bei der Kinderbetreuung, sondern auch Hilfestellungen beim Einstieg in den Beruf oder bei der Rückkehr auf den Arbeitsmarkt. Konkret handelt es sich bei diesen Angeboten beispielsweise um berufliche Weiterbildungsmaßnahmen oder Unterstützung im Bewerbungsprozess. Insgesamt 200 Häuser haben ihren Schwerpunkt auf den Aufbau beschäftigungsfördernder Strukturen gelegt. Zum Beispiel das Mehrgenerationenhaus Offenbach, das mit ortsansässigen Unternehmen kooperiert: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter organisieren Betriebsbesichtigungen und vermitteln Praktikumsplätze. Mit Hilfe von Berufspatenschaften soll Hauptschülerinnen und Hauptschülern der Einstieg ins Berufsleben oder der Wechsel auf eine weiterführende Schule erleichtert werden. Freiwillig engagierte Patinnen und Paten, die selbst erfolgreich im Berufsleben stehen, coachen die Jugendlichen über einen Zeitraum von bis zu einem Jahr. So wird ihnen bei der Berufswahl und bei der Vorbereitung auf den Bewerbungsprozess geholfen. Die Mehrgenerationenhäuser, die auf diese oder andere Weise Beschäftigung fördern, werden aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert.
27.04.2010
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